Sind sie überhaupt eine Generation?
Natürlich sind sie das. Aber nicht so richtig.
Die Menschen zwischen 20 und 35 Jahren empfinden sich kaum als Generation. Es gibt keine Protesthaltung, die sie eint, keine Wortführer, keine Ideologie. Sie sind nur viele Einzelne, die sich gleichen.
Geprägt wurden die jungen Deutschen durch die Anschläge vom 11. September 2001 und durch die Weltwirtschaftskrise. Was sie am stärksten verbindet, ist ein Gefühl der Unsicherheit. Sie leben in instabilen Verhältnissen, oft prekär - zwischen Terror-Angst und Traineeprogramm, Assessment Center und Arbeitsamt.
Der einzige Vertrag, den sie noch unbefristet bekommen, ist der Trauschein. Sie wollen im Schnitt zwei Kinder, haben aber nur 0,6. Und sie wollen vor allem eins: nicht schlechter leben als ihre Eltern. Um all das kämpfen sie: meist nicht gemeinsam, sondern jeder für sich.
Die 20- bis 35-Jährigen, sie sind Krisenkinder. Und an manchen Begriffen lässt sich dieses Lebensgefühl festmachen. Ehrgeiz ist einer davon, auch Schulden, Mut oder Handy-Fotos. Und das unscheinbare Wörtchen "Vielleicht" - weil morgen schon nicht mehr stimmen muss, was heute noch richtig ist.
Der SPIEGEL hat Angehörige dieser Generation gebeten aufzuschreiben, was diese Begriffe mit ihrem Leben zu tun haben. Fünf von ihnen kommen hier zu Wort:
Auf anderen Social Networks posten:
Es fing schon vor Jahren an : meine 6-jährige Tochter kam nach Hause und war sehr traurig. "Warum habt Ihr den Regenwald kaputtgemacht ?" Ich war aufgebracht. Mit sechs Jahren versteht man die Zusammenhänge in der Welt [...] mehr...
Hm, warum soll man als Mittelschicht-Bürger kein Konzernlenker werden können? Viele -wenn nicht gar die meisten- haben haben am Anfang einen stinknormalen Mittelschichtlebenslauf und kommen aus einer ganz normalen Familie...wenn [...] mehr...
Vielleicht sollte man diese versaute Handygeneration besser mit dem Rad auf Weltreise schicken, statt sie vor Ort auf die eigentümliche bundesdeutsche Weltanschauung zu konditionieren? mehr...
Ich denke, dass früher schon eher der Glaube " wenn du hart arbeitest, dann kannst du alles erreichen " verbreitet war, da die Gesellschaft egalitär(er) war, und man konnte auch solche Leute treffen, ich hatte mal [...] mehr...
---Zitat--- Das weiß man aber doch, wenn man sich dafür entscheidet, oder sind hier alle so furchtbar naiv. Dann tut es mir leid. Ich wusste auch als ich mich gegen die Uni entschieden habe, dass ich in der heutigen zeit [...] mehr...
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