• Drucken
  • Senden
  • Feedback
10.11.2009
 

Zu sexy für die Uni

Minirock-Studentin nach Protesten begnadigt

Studentin Geysi Arruda: Zu sexy für die Uni
Fotos
REUTERS

Weil sie im ultraknappen roten Kleid zur Vorlesung kam, setzte eine brasilianische Privatuniversität eine Studentin vor die Tür. Nun hat die Hochschule den Verweis wegen massiver Proteste zurückgenommen - sogar die Regierung hatte sich eingemischt.

Nach einer Flut von Protesten hat eine brasilianische Privatuniversität den Ausschluss einer Studentin wegen eines zu knappen Minirocks zurückgenommen. Der Dekan der Hochschule gab am Montag bekannt, der Verweis der 20-jährigen Geisy Arruda sei aufgehoben worden.

Zuvor hatte sich sogar die brasilianische Regierung in den Fall eingeschaltet und eine Erklärung von der Hochschule gefordert. Das Bildungsministerium setzte dafür am Montag eine Frist von zehn Tagen.

Die Privatuniversität in einem Vorort von São Paolo hatte die Studentin gefeuert, weil sie in einem kurz geschnittenen, roten Kleid zur Vorlesung gekommen war. Arruda wurde von der Hochschule verwiesen - sie habe "ethische Prinzipien, akademische Würde und Moralität" missachtet, erklärte die Universität Bandeirante in São Bernardo do Campo.

Die Studentin hatte landesweit Schlagzeilen gemacht, als sie Ende Oktober von Polizisten eskortiert aus einer Lehrveranstaltung geführt wurde. Auf dem Korridor johlten ihre Kommilitonen, einige beschimpften die junge Frau. Der Vorfall wurde gefilmt und landet auf dem Videoportal YouTube im Internet. Die Filme zeigen, wie Geisy Arruda bedrängt von Mitstudenten in einen Unterrichtsraum geht und kurz darauf wieder auf den Flur tritt, nun in den weißen Kittel eines Professors gehüllt. Dort postieren sich vier Polizisten um sie herum und geleiten sie nach draußen.

Fernsehsender zeigen die weinende Schöne und ihr rotes Kleid

Nilcea Freire, Medizinerin, Professorin und Frauenbeauftragte der brasilianischen Regierung, kritisierte die Entscheidung der Hochschule als ein Zeichen von "Intoleranz und Diskriminierung". Beistand erhielt Arruda am Sonntag auch von der nationalen Studentenvertretung Brasiliens, die ihren Rauswurf kritisierte.

Die Blondine ist mittlerweile ein Medienstar in Brasilien. Sie tritt in Talkshows auf, in denen Moderatoren und Psychologen ihr Leid analysieren und über Moral und Anstand debattieren. Mittelpunkt der Inszenierung ist dabei die Ex-Studentin, vorzugsweise im leuchtend rote Minikleid; sie blickt dann traurig drein oder wischt sich Tränchen von den Wangen.

Die Privatuniversität hatte die Debatte zusätzlich angeheizt, indem sie in einer Zeitungsanzeige den Rauswurf der Studentin begründete. Unter der Überschrift "Erzieherische Verantwortung" schrieb sie, Arruda sei in "unpassender Kleidung" erschienen und verhalte sich auf eine Art provokant, "die nicht zum universitären Umfeld passt".

Arruda sei aufgefordert worden, ihr Verhalten zu ändern; sie habe aber weiter für Fotos posiert, teilte die Hochschule weiter mit. Auch einige Studenten, die auf dem Videomitschnitt die Studentin beschimpft hatten, seien vom Campus verwiesen worden, jedenfalls vorübergehend.

cht/AP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1602 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.11.2010 von Flie:

Ja, da tun mir ja auch immer die Mathe-Kollegen leid, die sich beim Finden unterschiedlicher Aufgaben Version a und b einen Wolf arbeiten. Kluge Menschen brauchen auch die Schulart nicht zu wechseln, da haben Sie Recht. Noch [...] mehr...

25.11.2010 von Jordan Sokoł: Hintergründige Interessen bei Haushaltszuweisungen

Hallo entreotto , ich bin in Sachen Unterrichtspersonal kein Profi. Ich engagiere mich lediglich in Sachen Leiharbeit. Dem letzten Absatz meines Beitrages können Sie ja mein Eintreten für alle von Leiharbeit Betroffenen [...] mehr...

25.11.2010 von TS_Alien:

Das Korrigieren ist eine Sache, da haben Deutschlehrer sicherlich viel zu tun. Aber das Stellen einer Arbeit ist eine andere Sache. Da haben Kollegen anderer Fächer weitaus mehr zu tun. Und bei grossen Klassen bzw. engen [...] mehr...

25.11.2010 von entreotto:

Hallo Jordan Sokol, das wäre mir neu, dass hier nur die Profis diskutieren können. Hessen hat doch eine Zeitlang Lehrer aus anderen Bundesländern mit Beamtenverträgen abgeworben. Das war doch überall in den Medien, weil z,B [...] mehr...

25.11.2010 von Jordan Sokoł: Informieren sollte man sich schon

------ Hallo entreotto , Sie treten hier ja ziemlich engagiert auf. Da sollte man eigentlich unterstellen können, daß Sie sich in Sachen Anstellungsbedingungen für Lehrpersonal informiert haben. Hessen ist besonders [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik UniSPIEGEL
alles aus der Rubrik WunderBAR
alles zum Thema Auslandsstudium Südamerika

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen

Auslandsstudium in aller Welt

Welche Weltregion interessiert Sie? Klicken Sie auf die Karte - oder unten für allgemeine Themenseiten:

Der benötigte Flash Player 8 wurde nicht gefunden. mehr...

Andere Länder, andere Geschäftsrituale

Brasilien

DPA
Kollegen werden schnell geduzt, trotzdem sind Hierarchien sehr wichtig. Gespräche sollten immer als Smalltalk beginnen. Bei Besprechungen wird oft ausgiebig diskutiert. Pünktlichkeit ist nicht besonders wichtig, Höflichkeit dagegen sehr.


China

Frankreich

Großbritannien

Polen

Türkei



Social Networks

Entdecken Sie außerdem UniSPIEGEL auf...




TOP



TOP