Margot Käßmann nimmt sich eine Auszeit von Deutschland: Sie geht für einen viermonatigen Studienaufenthalt an die Emory University in Atlanta in den USA. Käßmann trat Ende Februar wegen Trunkenheit am Steuer von ihrem Amt als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) zurück. Die EKD bestätigte am Freitag diese Informationen der Nachrichtenagentur epd.
Die 51-jährige Theologin werde von August bis Dezember das Herbstsemester an der Südstaaten-Uni im Bundesstaat Georgia verbringen. Käßmann wird dort auf Einladung der Uni Gastvorträge halten.
Die ehemalige evangelische Bischöfin war bereits in ihrer Jugend in den USA. Sie verbrachte dort einen einjährigen Schüleraustausch. Dort habe die junge Käßmann vor allem das Leben des Bürgerrechtlers und Baptisten-Predigers Martin Luther King beeindruckt, schreibt epd. Kings Ideen sollen für Käßmann ein Ansporn gewesen sein, Theologie zu studieren, so die evangelische Nachrichtenagentur.
Unterrichten an einer Uni mit dem Dalai Lama
An der von Methodisten gegründeten Emory University könnte Käßmann auch Gelegenheit haben, den Dalai Lama, religiöses Oberhaupt der Tibeter, zu treffen. Er soll mehrere Tage während Käßmanns Auslandssemester die Hochschule besuchen und dort Vorträge halten.
Nach ihrem Rückzug als EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin von Hannover ist Käßmann Pastorin, zunächst ohne eine Gemeinde oder einen speziellen Auftrag. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in München vom 12. bis 16. Mai will sie erstmals wieder öffentlich auftreten. Danach sind Predigten unter anderem in Hannover und Berlin geplant.
Die Studienzeit steht Käßmann wie allen Pastoren nach zehn Jahren im Amt zu. Nach ihrem Rücktritt hatte Käßmann zunächst Urlaub genommen. Anfang 2011 wird Käßmann als Pastorin wieder im Dienst der hannoversche Landeskirche arbeiten, in welcher Funktion genau, ist noch nicht bekannt.
An der Uni in den Südstaaten ist Käßmann keine Unbekannte: Im Jahr 2002 hielt die Theologin, damals noch Landesbischöfin der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche Hannover, einen interreligiösen Gottesdienst in Atlanta. Damit beendete Käßmann eine Konferenz der Uni zu Leben und Werk Martin Luther Kings. Thema der Konferenz: Lynchjustiz in den USA.
cht/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Frau Käßmann in der Lage ist, irgendetwas Rationales von sich zu geben. Aber vielleicht ist das auch keine Uni, sondern eine Uniklinik, in der sie eine Entziehungskur macht - oder eine [...] mehr...
"Lappalie" im Sinne von, sie hat jetzt keinen Lappen (bei älteren Semestern ein Begriff für die Fahrerlaubnis/den Führerschein) mehr, mag stimmen. Der Rest Ihres Beitrages lässt einmmal mehr darauf schließen, dass [...] mehr...
... und wenn Sie frech zu Ihrem Chef sind züchtigt er Sie auch! Mit Verlaub: DAS GEHT MAL GAR NICHT! Wenn Schläge - und sei es nur der einfache Klaps - Teil der Erziehung sein sollen, dann hört es für mich auf. Warum [...] mehr...
Im Vergleich zu manchen kath. Priestern, die verdächtigt werden, kleine Kinder vergewaltigt zu haben.. und dafür jahrelang von der kath. Kirche geschützt und gedeckt wurden... ist doch Frau Käßmann schon für eine Lappalie ganz [...] mehr...
Wunderbar, endlich weiß ich, wie es passiert ist! Und dieser X war Bischof MiXa, das habe ich jetzt unter Lebensgefahr herausgefunden! Und weil man nicht zugeben kann, dass MiXa wegen der Beschattung einer Ungläubigen [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik WunderBAR | RSS |
| alles zum Thema Margot Käßmann | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH