Schon wieder Ärger mit dem Mitbewohner? Hat er zum 50. Mal den Putzplan ignoriert, das Geschirr nicht weggeräumt oder um Mitternacht auf seine E-Gitarre eingedroschen?
Dann ist jetzt vielleicht die Zeit gekommen, Ludger Büter einzuschalten. Der Mitarbeiter des Kölner Studentenwerks ist so eine Art Supernanny für Hochschüler und rückt aus, wenn mal wieder Krise ist in der Gemeinschaftsküche. Etwa 30 WGs hat Büter schon beraten, seitdem das deutschlandweit wohl einmalige Streitschlichterprogramm Anfang März 2009 eingeführt wurde. Dabei habe sich gezeigt, dass es oft Einzelkinder aus bürgerlichen Elternhäusern seien, die für Zoff sorgen. Die könnten meist schlechter teilen und neigten dazu, die Regeln bestimmen zu wollen.
Wenn der Diplompsychologe alarmiert wird, versucht er es erst mit Gemeinschaftsgesprächen. Sollten die scheitern, trennt er die Parteien und macht Vorschläge, was sich ändern muss. Anschließend wird eine Art WG-Vertrag abgeschlossen, dessen Einhaltung Büter einige Wochen später überprüft.
Als besonders knifflig hätten sich Konflikte in Zweier-WGs entpuppt, sagt der Berater. In einigen Fällen habe er zur sofortigen Trennung geraten: "Manche Menschen sind nämlich einfach nicht WG-tauglich."
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