Von Almut Steinecke
Als Esther Heilgenberg das erste Mal vorm Bochumer Studentenwohnheim an der Laerholzstraße stand, bekam sie es mit der Angst zu tun. Darin sollte sie wohnen? In diesem tristen Plattenbau?
Doch die 20-jährige Biologiestudentin hatte Glück im Unglück: Sie ergatterte ein WG-Zimmer in der ehemaligen Hausmeisterwohnung: sehr hell, 22 Quadratmeter groß und ohne das fiese Standardmobiliar. Esther ließ sich im Baumarkt eine Küchenplatte zusägen, Freunde mussten das Ding dann mehrere Stockwerke hochschleppen - es passte nicht in den Aufzug.
Die Platte ist jetzt genau unter dem breitesten Fenster angebracht und dient ihr als Schreibtisch. Hohe Glasvasen mit blassgrünem Bambus schmücken die Fensterbank dahinter, an der Wand lehnt ein goldgerahmter Ganzkörperspiegel.
Ein Bausch Engelshaar füllt eine Bodenvase, umschlungen und silbrig illuminiert von einer Lichterkette. Lieber kühl und reduziert als gemütlich - genau so will es Esther haben. Behaglichkeit soll sich erst einstellen, wenn die Arbeit getan ist und sie abends ihre Stehlampe anknipst. "Sonst würde ich womöglich schon tagsüber ins Bett kriechen", sagt sie.
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Es hält sich die alte Mär, Studentenwohnheime seien billig. Folgendes Rechenbeispiel aus Konstanz. Vier Studenten wohnen in einer WG des Studentenwerks, haben je zwischen 12 und 14 Quadratmetern. Hinzu kommen die [...] mehr...
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