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22.07.2010
 

Anke Engelke

"Schluffis fand ich nie so gut"

Anke Engelke: "Ich kann nicht auf Pointe schreiben"
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DPA

Lehrerin wollte sie werden. Daraus wurde nichts. Die Zeit an der Uni fand Entertainerin Anke Engelke, 44, seltsam. Im UniSPIEGEL spricht sie über ihren Studienabbruch, ihre Vorliebe für rigorose Pädagogen und über verkrampfte Akademiker mit Wohnsitz in der "Kann-nicht-will-nicht-Straße".

UniSPIEGEL: Frau Engelke, Sie haben im Fernsehen schon als Kind Karriere gemacht, sind dann aber doch nach dem Abitur erst mal an die Uni gegangen. Warum?

Engelke: Als ich mit dem Studium anfing, dachte ich, ich mache das, was ich am besten kann. Da ich dreisprachig aufgewachsen bin, habe ich Anglistik und Romanistik studiert. Im Lauf der Semester habe ich aber festgestellt, dass ich Pädagogik interessanter finde. Ich wollte dann Lehrerin werden.

UniSPIEGEL: Sie wollten tatsächlich unterrichten?

Engelke: Das kann ich mir auch heute noch vorstellen. Ich habe großen Spaß daran, Wissen zu vermitteln.

UniSPIEGEL: Aber statt Paukerin zu werden, haben Sie sich im Rundfunk einen Namen gemacht. Warum haben Sie dann das Studium abgebrochen?

Engelke: Ich habe beim Südwestfunk in Baden-Baden gearbeitet. Irgendwann war ich nur noch zwei Wochen pro Monat in Köln, und dann habe ich nach der Zwischenprüfung aufgehört zu studieren.


UniSPIEGEL: Wie haben Sie die Uni in Erinnerung?

Engelke: Komisch. Da ist alles ganz genau wie im Klischee. Stimmt alles.

UniSPIEGEL: Es gab mal eine "Ladyland"-Folge, in der eine anstrengend intellektuelle Uni-Professorin mit dem Hausmeister die Persönlichkeit tauscht. Sie ist daraufhin sehr entspannt, sehr vulgär und sehr glücklich. Sind Akademiker seltener glücklich?

Engelke: Ich kenne durchaus Akademiker, die gern mal ein bisschen chillen würden. Aber sie können's nicht. Die wohnen in der Kann-nicht-will-nicht-Straße.

UniSPIEGEL: Also spaßfrei?

Engelke: Ja, aber das sind ja keine bösen Menschen. Das sind oft die besten Lehrer. Ich habe am meisten bei denen gelernt, die eisenhart waren. Schluffis fand ich nie so gut. Je schlauer, desto besser. Und je mehr einer heiß darauf ist, etwas zu vermitteln, desto besser. Das sind dann oft sehr strikte und rigorose Pädagogen. Ich mag das gern.

UniSPIEGEL: Sie haben bei "Ladykracher" angeblich 250 Rollen gespielt. Kommt es vor, dass Ihnen eine Rolle nicht gefällt?

Engelke: Ja, aber dann findet die nicht statt. Es kommt vor, dass ich eine Pointe nicht gut finde, einen Witz nicht gelungen. Aber wir sind in unserem Team sehr demokratisch. Wenn alle das lustig finden, und ich bin die Einzige, die diese Meinung nicht teilt, wird es trotzdem gedreht.

UniSPIEGEL: Ändern Sie dann im Nachhinein Ihre Meinung?

Engelke: Bei einigen Sketchen weiß ich bis heute nicht, was daran lustig war. Und bei anderen schmeiß ich mich weg, und die anderen wissen nicht, warum. Humor lässt sich nicht eintüten.

UniSPIEGEL: Schreiben Sie Texte auch selbst?

Engelke: Bei der "Wochenshow" habe ich das mal versucht und Sketche geschrieben. Ich war stolz wie Bolle, und es war total unwitzig. Ich kann nicht auf Pointe schreiben. Das sind so Momente im Zuge des Erwachsenwerdens, in denen man erkennen muss: Das kann ich nicht, also lasse ich es lieber.

Das " SPIEGEL-Gespräch - live in der Uni" mit Anke Engelke in Mainz führten die Redakteure Markus Brauck und Thomas Tuma.

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