Öko-Selbstversuch: Verzichten Sie mal auf Palmöl!

Er mixte sich sein Shampoo selbst: Adrien Gontier will Orang-Utans retten und den Regenwald erhalten, darum mied der Doktorand ein Jahr Produkte, in denen Palmöl enthalten ist. Klingt einfach? Ist es nicht.

Umweltschutz-Experiment: Was geht ohne Palmöl? Fotos

Ein Jahr ohne Fleisch? Geht. Ein Jahr ohne Zigaretten und Alkohol? Geht auch. Ein Jahr ohne Palmöl-Produkte? Geht bestimmt. Könnte man jedenfalls glauben. Ist aber nicht so, berichtet Adrien Gontier, ein Geochemie-Doktorand aus Straßburg.

Der 26-jährige Öko-Aktivist hat ein Jahr auf Palmöl verzichtet, weil für dessen Produktion vor allem in Indonesien und Malaysia in großem Stil Regenwald gerodet wird. Das kostbare Ökosystem muss Palmenplantagen weichen. So werden Treibhausgase freigesetzt und die Lebensräume etwa von Orang-Utans und Tigern zerstört.

Gontier, der mit seiner Aktion dagegen protestieren will, merkte bald, dass Palmöl eigentlich überall enthalten ist: Es steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt, unter anderem auch in Eiscreme, Seifen und Rasierschaum. Laut der Umweltschutzorganisation WWF ist Palmöl - häufig als Pflanzenöl deklariert - mittlerweile einer "der wichtigsten Rohstoffe der Welt".

In seinem Blog erzählt Adrien Gontier Anekdoten aus seinem palmölfreien Jahr, das im Juli zu Ende ging und gibt viele Tipps, wie man ohne Palmöl kochen oder sich Kosmetikprodukte herstellen kann. Gontier mixte sich zum Beispiel sein Shampoo selber: In den normalen Sorten im Handel steckt nahezu ausnahmslos Palmöl.

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insgesamt 72 Beiträge
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1. In Nutella leider auch...
heureka_1970 30.08.2012
deshalb habe ich hier auf ein Bioprodukt gewechselt. Da besteht zumindest die Chance, dass die Rohstoffe halbwegs vernünftig angebaut wurden.
2. Eiscreme/Eiskrem, eben nicht!
MichiD 30.08.2012
Das mag in Frankreich abweichend sein. In Deutschland ist aber für Produkte mit dem Namen "Eiscreme/Eiskrem" ein Milchfettanteil von 10% vorgeschrieben. Das führt einerseits dazu, dass echte Eiskrem in Supermärkten nur sehr spärlich auftaucht. Viel häufiger sind "Eis"-Produkte die die Sahne mit Pflanzenöl substituieren und gerne mit Fantasienamen wie "Cremor" oder "Ice Dream" die Nähe zur Eiskrem suchen, aber eigentlich nur "gefrorene Magarine" sind. Auch bei Eiskrem besteht allein durch die Definition natürlich keine Garantie dass nicht zusätzlich noch Pflanzenöle beigemengt wurden. Bei Eiskrems die auch häufig in der Bio-Ecke zu finden sind, ist mir das noch nicht untergekommen. Also Eiskrem: selten mit Pflanzenöl Eis: gefrorene Magarine
3. optional
schnuppe 30.08.2012
Ich finde das sehr gut und dankenswert. Verbraucher müssen ein kritisches Bewusstsein entwickeln und gut überlegen wo sie ihr Geld hintragen, bzw. das mit Forderungen an die Produzenten verknüpfen. Eh verbrauchen wir mehr als wir wirklich brauchen - es ist unsere Daseinsform...
4. Vor allem ist es dumm.
Coldfinger 30.08.2012
Sinnvoller wäre es alle Produkte aus Erdöl zu meiden. Oder solche, für die hierzulande die Umwelt geschädigt wird. Dann müsste er verhungern. Das Üble an der Palmöl-Diskussion ist doch, dass wir auf ein paar Informationen aus dritter Hand angewiesen sind - von ein paar selbst ernannten Regenwaldschützern, die ihre Daseinsberechtigung aus Schreckensmeldungen ziehen und die allenfalls Extrembeispiele zeigen, um die Spendenbereitschaft zu provozieren. Dabei ist die Mehrheit der Palmöl-Plantagen meines Wisens selbst nach unseren Standards besser als der durchschnittliche Mais-Acker in Deutschland. Aber es schlägt sich halt prima ein auf Menschen am anderen Ende der Welt - es tut fast niemandem hierzulande weh. Crusade:2012
5. Ehrenwert aber nutzlos
spon-442-co10 30.08.2012
Bei einem Rohstoff, der überall drin steckt, ist es unrealistisch, dass die Masse der Menschen bei uns ihr Konsumverhalten so drastisch ändert, dass deswegen weniger Regenwälder gerodet werden. Dann bauen die dort eben andere Sachen an, die sich verkaufen lassen. Das Problem liegt im Versagen der Anbauländer, die es nicht schaffen, die Regenwälder unter Schutz zu stellen wegen Unfähigkeit, Korruption und Profitgier. Wenn die Anbaufläche begrenzt werden würde, würde der Preis für Palmöl steigen, die Produkte würden teurer und die Nachfrage würde sinken. Die Regelung fände über den Markt statt. Das Versagen der Anbauländer kann durch solche Aktionen leider nicht ausgeglichen werden.
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