Von Sophie Lübbert
Ein Jahrzehnt später wartet statt der harten Schulbank eine hippe Szenekneipe, aber die Qual erinnert stark an damals. Das Klassentreffen steht an. Ein Wiedersehen mit den ehemaligen Mitschülern, das bedeutet auch: Egal, ob man mittlerweile Leichtathletik-Europameister, Rockstar oder Vorstandsvorsitzender von Siemens ist - diese Menschen kennen immer noch den Jugendlichen, der eine Schwäche im Kopfrechnen und sich auf der Abiparty in die Toilette übergeben hat.
Andersherum ist es ein Erlebnis, wenn der arrogante Super-Fußballer von damals mit Bierbauch, dafür aber ohne Bundesliga-Vertrag oder sportliche Ambitionen auftaucht. Wenn alle anderen plötzlich mit verklärtem Gesicht Babyfotos herauskramen und "Karl-Xavier schläft schon eine halbe Stunde pro Nacht" sagen. Wenn man merkt, dass man sich auch nach langer zeitlicher und räumlicher Trennung noch etwas zu sagen hat - oder eben noch immer nicht.
Deshalb kann so ein Treffen wunderbar, enttäuschend oder grauenvoll sein. Oder alles zugleich. Drei Menschen erzählen, warum sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit eingelassen haben - und ob sich das Klassentreffen gelohnt hat.
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