Dreimal Klassentreffen: Weißt du noch...
Sportskanone, Beautyqueen oder Streber? In der Schule sind die Rollen klar verteilt. Doch mit dem letzten Zeugnis ist die Pausenhof-Hierarchie passé, alle können sich neu erfinden. Spätestens nach zehn Jahren aber wird meist abgerechnet - beim Klassentreffen. Drei Betroffene erzählen.
Früher war alles schlimmer. Jeden Morgen galt es, ab 8 Uhr in der Früh in der Schule zu sein, lateinische Vokabeln zu lernen und nebenher den Spickzettel für die Mathearbeit in der vierten Stunde vorzubereiten. Auszuhalten war die Qual nur mit guten Freunden und der Hilfe vom naturwissenschaftlich oder altsprachlich begabten Außenseiter.
Ein Jahrzehnt später wartet statt der harten Schulbank eine hippe Szenekneipe, aber die Qual erinnert stark an damals. Das Klassentreffen steht an. Ein Wiedersehen mit den ehemaligen Mitschülern, das bedeutet auch: Egal, ob man mittlerweile Leichtathletik-Europameister, Rockstar oder Vorstandsvorsitzender von Siemens ist - diese Menschen kennen immer noch den Jugendlichen, der eine Schwäche im Kopfrechnen und sich auf der Abiparty in die Toilette übergeben hat.
Andersherum ist es ein Erlebnis, wenn der arrogante Super-Fußballer von damals mit Bierbauch, dafür aber ohne Bundesliga-Vertrag oder sportliche Ambitionen auftaucht. Wenn alle anderen plötzlich mit verklärtem Gesicht Babyfotos herauskramen und "Karl-Xavier schläft schon eine halbe Stunde pro Nacht" sagen. Wenn man merkt, dass man sich auch nach langer zeitlicher und räumlicher Trennung noch etwas zu sagen hat - oder eben noch immer nicht.
Deshalb kann so ein Treffen wunderbar, enttäuschend oder grauenvoll sein. Oder alles zugleich. Drei Menschen erzählen, warum sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit eingelassen haben - und ob sich das Klassentreffen gelohnt hat.
- 1. Teil: Weißt du noch...
- 2. Teil: "Ich bin der Einzige, der sich verändert hat" - Leander Greitemann, 25, über das Fünfjährige
- 3. Teil: "Warum bin ich nur mit dem Auto gekommen?" - Torsten Maue, 37, über das 20-Jährige
- 4. Teil: "Ich wusste ja, dass der Georg viel redet" - Anton Daimer, 93, über das 80-Jährige
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- Mittwoch, 21.09.2011 – 14:20 Uhr
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- Kommentieren | 87 Kommentare
- Das Klassentreffen kann eine bittere Enttäuschung sein - oder ein Wiedersehen mit Freunden, eine romantische Reise ins Gestern. Und dein Klassentreffen? Erzähl davon, im Unispiegel auf SPIEGEL ONLINE.
Leander Greitemann
In der Schule fand Charlotte ihren Lehrer Herrn Bode ganz toll, doch als Studentin fühlt sie sich im Uni-Alltag überfordert - und wirft ihrem Ex-Lehrer in einem offenen Brief grobe Fehler vor.
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