Geldproblem beim Asta: Das Schluckwunder von Wuppertal

Wuppertaler Asta: 8394 Euro verschwunden - etwa für Bier und Schnaps? Zur Großansicht
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Wuppertaler Asta: 8394 Euro verschwunden - etwa für Bier und Schnaps?

Ah, das perlt! Haben Wuppertaler Studentenvertreter 8394 Euro in Bier investiert und teils für private Zwecke verbraucht? Ein Revisionsbericht weist jedenfalls diesen Fehlbetrag aus, die Rede ist von "Getränkeschwund". Der Asta schweigt zu den Vorwürfen.

Für 8394 Euro kann man 600 Kisten gutes Pils kaufen. Oder 600 Flaschen Qualitäts-Wodka. Anspruchslose können das Geld auch in 700 Kisten Billig-Bier und 100 Flaschen Fusel zum Nachspülen umsetzen.

Auf jeden Fall lässt sich ordentlich picheln von der Kohle. Getränke im Gegenwert von 8394 Euro sind laut eines Revisionsberichts beim Asta der Universität Wuppertal verschwunden, der sich zu einem Großteil aus Beiträgen der Studenten finanziert.

Der Asta hatte im Wintersemester 2011/2012 rund 25 Veranstaltungen organisiert, darunter "etwa fünf privater Natur", heißt es im Bericht. Irgendwann habe dann offenbar "keine Abrechnung mehr" stattgefunden, und so kam es zu dem beanstandeten "Getränkeschwund". Die Prüfer, die vom Studentenparlament beauftragt wurden, ziehen nach dem Blick auf die Asta-Finanzen das Fazit: "Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Geldern und dem Eigentum der Studierendenschaft ist weitgehend nicht feststellbar."

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Auffällig oft seien nämlich "Unregelmäßigkeiten" bei den Abrechnungen von "Musikern, DJs und anderen Personen" festgestellt worden. Überdies konnte ein Computer samt BluRay-Brenner laut Prüfbericht "auch nach mehrfachen Nachfragen beim Asta-Vorsitz und verschiedenen Referenten" nicht aufgefunden werden.

Der AStA Wuppertal gab gegenüber dem UniSPIEGEL keine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Fragwürdiges Finanzgebaren ist bei deutschen Studentenvertretern in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt worden. Große Unregelmäßigkeiten gab es zum Beispiel beim Asta der Uni Duisburg-Essen, dessen Büro erst Ende April von der Staatsanwaltschaft durchsucht wurde; zwei Asta-Referenten sollen Geld veruntreut haben. Anderswo wurden die Beiträge der Studenten in Sexclubs getragen, in überteuerte Konzerte investiert oder bei privaten Partys verjubelt.

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insgesamt 29 Beiträge
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1.
davornestehtneampel 30.05.2013
"Fragwürdiges Finanzgebaren ist bei deutschen Studentenvertretern in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt worden." Da studentische Hochschulpolitik großteils als Sprungbrett in die "richtige" Politik gesehen wird, würde ich das mal unter "berufsvorbereitendes Lernen" verbuchen... :)
2. Meine Uni^^
markrenton 30.05.2013
"Für 8394 Euro kann man 600 Kisten gutes Pils kaufen. Oder 600 Flaschen Qualitäts-Wodka. Anspruchslose können das Geld auch in 700 Kisten Billig-Bier und 100 Flaschen Fusel zum Nachspülen umsetzen." So wie ich meine Uni und das Umfeld kenne, eher Zweiteres^^. Bin aber echt erstaunt, dass soviel Geld weggekommen ist, da zu den Veranstaltungen eh kaum einer hingegangen ist. Die Fachschaftsräte können sich das nicht leisten.
3. Nichts neues...
ColoradoAvalanche 30.05.2013
Die Studienvertreter sehen das ganze als Selbstbedienungsladen. Wobei knapp 10.000€ nicht so schlimm sind, in Wien wurden damals 100.000en € in einem Café versenkt das nie Gewinne schrieb. Selbst Starbucks hat den Standort aufgegeben!
4. Das ist wirklich ein großer Skandal
borea 30.05.2013
Schließlich hat der frühere Fraktionsvorsitzende der CSU zwei Monate gebraucht, um die Summe zu veruntreuen. Und die ganzen Profs, die Patente privat nutzen und viel Geld damit verdienen, obwohl sie diese in ihrer Arbeitszeit erarbeitet haben und dazu die Ressourcen der Uni nutzen, zahlen ja auch nur geringe Beträge. Aber Spiegel hat mal wieder den richtigen (reißerischen) Riecher.
5. Kräftig sparen mit Bier & MLP
Selamat2009 30.05.2013
Zitat von sysopREUTERSAh, das perlt! Haben Wuppertaler Studentenvertreter 8394 Euro in Bier investiert und teils für private Zwecke verbraucht? Ein Revisionsbericht weist jedenfalls diesen Fehlbetrag aus, die Rede ist von "Getränkeschwund". Der Asta schweigt zu den Vorwürfen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/dubioser-getraenkeschwund-in-der-uni-wuppertal-a-901559.html
Geschäftstüchtig ist dieser AStA wohl allemal. Siehe deren Post auf Facebook: Geld retten- Studienkosten zurückholen! Liebe Studierende, für alle, die sich einen Teil ihrer Studienkosten vom Staat zurückholen wollen, bietet der AStA in Kooperation mit MLP ein kostenfreies Seminar an. am: 07.05.2013 um: 16.15-18.15 Uhr wo: Auf der AStA Ebene Das Seminar zeigt euch, wie ihr von Anfang an eure Ansprüche sichern könnt, um mit der ersten Steuererklärung nach dem Berufseinstieg bis zu 10.000,-€ Steuern sparen zu können. Prost.
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