"Work and Travel"-Erfahrungen: Klos putzen statt Affenbabys retten

Von Charlotte Haunhorst

2. Teil: Olivenpflückerin: Rebecca und die Redback-Spinne

Zur Großansicht
REUTERS

Einer der beliebtesten Backpackerjobs ist das "Fruitpicking": Hunderte von Rucksacktouristen werden dafür morgens mit Mini-Lkw auf Felder gekarrt, wo sie Orangen, Äpfel oder Trauben pflücken. Bezahlt wird im Akkord, also pro abgeerntetem Baum oder gefüllter Kiste. Was das faktisch bedeutet, erfuhr Rebecca Wessinghage an ihrem ersten Arbeitstag im australischen Queensland.

Um einigermaßen zu verdienen, hätte sie täglich mindestens 300 Olivenbäume pflegen und beschneiden müssen, im Gepäck ihre Werkzeuge: Säge, Axt, Schere und Handschuhe - letztere, um sich vor dem giftigen Biss der Redback-Spinne zu schützen. Nach drei Wochen kündigte Rebecca. Obwohl sie sich vergleichsweise glücklich schätzen durfte - ihr Arbeitgeber hatte sie wegen der Hitze nur bis zur Mittagszeit schuften lassen. So mancher Backpacker ist von der Feldarbeit unter australischer Sonne mit Hautkrebs nach Hause gekommen.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 38 Beiträge
KuGen 22.01.2013
...etwas bitter. Das kann natürlich ein bisher bestens behütetes spätes Kind aus Deutschland nicht wissen. Und Arbeitslosigkeit vor Ort .... gibt es natürlich auch nicht. Die warten dort nur auf unausgebildete deutsche [...]
...etwas bitter. Das kann natürlich ein bisher bestens behütetes spätes Kind aus Deutschland nicht wissen. Und Arbeitslosigkeit vor Ort .... gibt es natürlich auch nicht. Die warten dort nur auf unausgebildete deutsche Jugendliche!
Warum stehen hier nur Erfahrungen von Frauen? ;)
Warum stehen hier nur Erfahrungen von Frauen? ;)
hape! 22.01.2013
Ich selbst habe keine Farmarbeit verrichtet, sondern konnte in Brisbane einen ziemlich gut bezahlten Job machen, weil ich schon eine abgeschlossene Berufsausbildung habe. Und das ist für viele einfach das Problem: Besonders an [...]
Ich selbst habe keine Farmarbeit verrichtet, sondern konnte in Brisbane einen ziemlich gut bezahlten Job machen, weil ich schon eine abgeschlossene Berufsausbildung habe. Und das ist für viele einfach das Problem: Besonders an der Ostküste tummeln sich die ganzen Backpacker und viele davon sind gerade erst von der Schule gekommen oder machen gerade Pause vom Studium. Natürlich kommen dann nur Jobs in der Gastronomie (wenn man in der Stadt bleiben möchte) oder auf der Farm in Frage. Wenn man jetzt noch kein Auto hat, ist man wirklich gekniffen, weil man wie alle anderen mit dem Bus fahren muss und dann in typischen Backpackerfarmarbeitshöllen wie Bundaberg landet. Die sind total überlaufen und die Löhne entsprechend niedrig. Also: Wenn man ne Ausbildung hat, ist man fein raus, wenn nicht, Auto kaufen. Und ganz wichtig: Mit den Leuten in den Hostels reden, die alten Hasen wissen meistens, wo es sich lohnt hinzufahren und wo nicht.
les2005 22.01.2013
OK, 5 Mädels ziehen vom behüteten Zuhause in die große Welt hinaus und staunen, daß man für Geld ARBEITEN muß. Nicht nur mit Affenbabies spielen - nein die pinkeln ja sogar, igitt. Arbeiten sollte doch primär Spaß machen und [...]
Zitat von sysopEin Jahr durch ferne Länder reisen? Geht wunderbar mit dem beliebten Konzept "Work 'n' Travel" - arbeiten und mit dem Lohn Hostels und Bustickets zahlen. Nur ähneln manche Jobs moderner Sklaverei. Fünf Geschichten, wie es nicht laufen sollte. Ein Jahr "Work 'n' Travel": Was alles schief gehen kann - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/ein-jahr-work-n-travel-was-alles-schief-gehen-kann-a-871970.html)
OK, 5 Mädels ziehen vom behüteten Zuhause in die große Welt hinaus und staunen, daß man für Geld ARBEITEN muß. Nicht nur mit Affenbabies spielen - nein die pinkeln ja sogar, igitt. Arbeiten sollte doch primär Spaß machen und der Selbstverwirklichung, nebenher Aufbesserung der Reisekasse dienen. Alles andere ist schockierend und menschenunwürdig, ähm ich meine moderne Sklaverei. Willkommen im richtigen Leben! Was das allerdings mit Work'n Travel zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Die Mädels wären zuhause in Deutschland bestimmt ebenso entsetzt gewesen, wenn sie rein zufällig da ihre erste Begegnung mit der Arbeitswelt gehabt hätten. Dann hätten sie vielleicht auch gelernt, daß viele Menschen ihr Leben lang solche Jobs machen müssen, und zwar ohne daß dabei soviel rausspringt daß ich nebenher Weltreisen finanzieren kann.
also in Australien vedient man doch selbst bei KFC 15-20 AUD die Stunde,,,die 5 Maedels sind da wirklich etwas naiv gewesen, als sie dort anrueckend...und in Sued Afrika weiss man doch, daß die Weissen nur Ausbeutung kennen und da [...]
also in Australien vedient man doch selbst bei KFC 15-20 AUD die Stunde,,,die 5 Maedels sind da wirklich etwas naiv gewesen, als sie dort anrueckend...und in Sued Afrika weiss man doch, daß die Weissen nur Ausbeutung kennen und da ist es egal, ob es weisse Europaer oder schwarze Einheimische sind.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik UniSPIEGEL
alles aus der Rubrik WunderBAR
alles zum Thema Studium in echt

© UniSPIEGEL 6/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Dienstag, 22.01.2013 – 12:12 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 38 Kommentare
Heft 6/2012 Eure Hoheit Warum die Uni-Präsidenten so mächtig sind wie nie


Social Networks

Entdecken Sie außerdem UniSPIEGEL auf...





TOP



TOP