Von Charlotte Haunhorst
Erst mal ankommen, dachte sich Uta Hennig. Doch als die junge Frau sich nach ein paar Tagen in Australien auf die Suche nach einem Job begab, merkte sie, wie schwierig es werden würde. Die Abiturientin war in der Ferienzeit angekommen, sämtliche Jobs waren bereits an einheimische Schüler vergeben. Zwei Monate hing sie ohne Perspektive fest, die Zahlen auf ihrem Kontoauszug wurden immer kleiner.
Als Uta den Aufenthalt abbrechen wollte, kam ein Angebot: Zähnebleichen im Einkaufszentrum. 15 australische Dollar gab es pro Patient, geübt wurde zuvor an Freunden. So kam es, dass Uta täglich zehn Gebisse bleichte. Ob sie eine Ausbildung hatte für den Job, ob sie das überhaupt konnte - danach fragte niemand. Drei Monate und rund 720 aufgehellte Zahnreihen später hatte sie zumindest Geld fürs Reisen zusammen. Ihren Plan, Zahnmedizin zu studieren, hat Uta allerdings inzwischen verworfen.
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