Feiern für Fortgeschrittene: Wann wird Party-Schmusen eklig?

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Schwer verliebt: "Öffentlich zur Schau gestellte Zuneigungsbekundungen sind behutsam zu dosieren"

Sie schmatzen, schlabbern, stöhnen: Kaum etwas nervt so sehr auf Partys wie schwerverliebte Paare, die nicht voneinander lassen wollen. Die Feierexperten Nana Heymann und Sebastian Leber wissen Rat für amouröse Amateure.

Nichts kann einem ja so auf die Nerven gehen wie Paare, die ihre Mitmenschen unaufgefordert und ständig über ihren Gefühlsstatus informieren, Amerikaner bezeichnen dieses Verhalten als public display of affection. Damit Außenstehende darunter nicht leiden müssen, hier ein paar Regeln, die das gemeinsame Ausgehen für alle Beteiligten erleichtern:

  • Paare sollten natürlich und selbstverständlich miteinander umgehen - das klingt zwar simpel, stellt aber viele immer noch vor große Probleme. Die Erfahrung zeigt: Das wird erst mit den Jahren immer besser.

  • Öffentlich zur Schau gestellte Zuneigungsbekundungen sind behutsam zu dosieren. Händchenhalten und gelegentliche Küsse reichen völlig aus, um der Welt zu bekunden, dass man zusammengehört. Wer seinen Partner liebt, der muss das nicht demonstrieren, denn tatsächlich merken das andere Menschen, sie spüren es. Das ist übrigens das schönste Kompliment für ein Paar.
  • Wenn die Leidenschaft spontan mit einem durchgeht, sollte man besser die Abgeschiedenheit der eigenen Wohnung oder eines Hotelzimmers suchen, in äußersten Notfällen sind auch öffentliche Toiletten in Ordnung, sofern sie über abschließbare Kabinen verfügen.
  • Knutschen bis zur Bewusstlosigkeit ist in Gegenwart Dritter nur dann akzeptabel, wenn man Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses ist und der Kursleiter einen dazu auffordert, um Wiederbelebungsmaßnahmen zu demonstrieren.
  • Der Partner darf in der Öffentlichkeit niemals mit Kosenamen angesprochen werden. Niemals. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass Prof. Dr. Dr. Andreas Schmidt von seinen Kollegen nicht mehr ernst genommen wird, wenn sie erfahren, dass seine Lebensgefährtin ihn "Schmuseprinz" nennt - auch der coolste Hund wird dann wie ein begossener Pudel dastehen.
  • Beziehungsprobleme sollte man ausschließlich unter vier Augen klären. Nichts ist für Außenstehende so unangenehm wie Zeuge von Streitigkeiten zu werden, es sei denn, der Außenstehende ist Paartherapeut.
  • Nichts ist verwerflich daran, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Man muss nicht überall im Doppelpack aufschlagen, nur weil das Leben ohne den anderen keinen Sinn mehr macht. Man muss auch Körpersprache und Outfit nicht synchronisieren, nur weil sich die Hormone im Ausnahmezustand befinden. Mal alleine auf eine Party gehen? Warum nicht! Das ist übrigens ein guter Tipp für Paare, die schon lange zusammen sind und sich abends auf der Couch vor dem Fernseher nichts mehr zu erzählen haben.
  • Es ist außerdem durchaus in Ordnung, wenn beide Partner zwar gemeinsam eingeladen wurden, aber nicht als Paar kommen und auch nicht als Paar gehen. Die Tatsache, dass sie ein Paar sind, hat nicht automatisch zur Folge, dass sie ein Leben in Parallelverschiebung zu führen haben. Manchmal kann der eine früher, der andere später; manchmal ist der andere früher müde, und der eine hält noch eine Stunde durch.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Nachts sind alle Katzen blau. Feiern für Fortgeschrittene", erschienen im Goldmann-Verlag.


FEIERN FÜR FORTGESCHRITTENE

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Zur Person
  • Doris Spiekermann-Klaas
    Die Buchautoren Sebastian Leber und Nana Heymann arbeiten beide als Journalisten: Sie schreibt unter anderem für den "Tagesspiegel" und das "ZEITmagazin", er arbeitet als Redakteur beim "Tagesspiegel". Seit Jahren berichten beide für die Zeitung über das Berliner Nachtleben - und feiern auch selbst ausgiebig mit.
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