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Feier-Tipps für Studenten: Immer schöner, Schluck für Schluck

Schöne Frau: Wie viel Alkohol braucht es, damit sich der Party-Flirt in Emma Watson verwandelt? Zur Großansicht
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Schöne Frau: Wie viel Alkohol braucht es, damit sich der Party-Flirt in Emma Watson verwandelt?

Hallo schöne Frau, küss die Hand! Hey, Mister Universum! Spät in der Nacht sehen plötzlich alle Partygäste so traumhaft aus. Wunschdenken? Oder kann man sich jemanden wirklich schöntrinken? Die Party-Experten Nana Heymann und Sebastian Leber wissen: Männern gelingt's besonders gut.

Kann man sich einen Menschen schöntrinken? Aber natürlich, vor allem sich selbst. Je höher der Pegel, desto besser fällt das Urteil über das eigene Spiegelbild aus, wirklich wahr. Um das herauszufinden, baten französische Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Ohio Barbesucher in Grenoble, sich selbst einzuschätzen. Die eigene Attraktivität und Intelligenz, den eigenen Humor. Das Ergebnis: Je mehr Alkohol die Probanden getrunken hatten, desto höher bewerteten sie sich auf einer Skala von eins bis sieben.

Das überrascht vielleicht nicht so sehr, denn betrunken neigt man erfahrungsgemäß zu Übermut und Fehleinschätzungen - David Hasselhoff, der ernsthaft glaubt, Silvester 1989 mit einem Auftritt an der Berliner Mauer wesentlich zur Wiedervereinigung von Ost und West beigetragen zu haben, wird das in einem nüchternen Moment sicher bestätigen.

Was aber doch überrascht: dass es für den Effekt nicht mal Alkohol braucht. Denn in einem zweiten Teil des Experiments im Labor zeigte sich, dass sich Menschen auch dann hübscher und witziger finden, wenn sie nur glauben, Prozentiges getrunken zu haben, in Wirklichkeit aber keinen Tropfen intus hatten. Die Wissenschaftler erklären das damit, dass Alkohol als eine Art "soziales Schmiermittel" gilt, das die Geselligkeit fördert. Und in wessen Gesellschaft fühlt man sich in der Regel am wohlsten? Natürlich: in der eigenen.

Ob dieser Placeboeffekt auch bei der Beurteilung anderer zum Tragen kommt, ist bislang nicht untersucht worden. Fest steht aber, dass man sich Menschen wirklich schöntrinken kann. Unter Alkoholeinfluss verschlechtert sich die Fähigkeit, Symmetrien zu erkennen. Eine Person gilt dann als besonders attraktiv, wenn sie zwei ebenmäßige Gesichts- und Körperhälften hat. Physiognomische Symmetrie deutet angeblich unterbewusst auf eine genetisch bessere Ausstattung und somit auf Fortpflanzungsfähigkeit hin. Wenn nun jemand getrunken hat, fallen ihm körperliche Unregelmäßigkeiten nicht mehr so stark auf.

Um das zu beweisen, ließen Wissenschaftler der Londoner Roehampton Universität angetrunkene Versuchsteilnehmer Fotos von verschiedenen Gesichtern beurteilen. Männern - man ahnt es - fielen unebene Gesichtszüge seltener auf als Frauen, das sogenannte starke Geschlecht kann sich sein Gegenüber also besser schöntrinken.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Nachts sind alle Katzen blau. Feiern für Fortgeschrittene", erschienen im Goldmann-Verlag.


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Zur Person
  • Doris Spiekermann-Klaas
    Die Buchautoren Sebastian Leber und Nana Heymann arbeiten beide als Journalisten: Sie schreibt unter anderem für den "Tagesspiegel" und das "ZEITmagazin", er arbeitet als Redakteur beim "Tagesspiegel". Seit Jahren berichten beide für die Zeitung über das Berliner Nachtleben - und feiern auch selbst ausgiebig mit.
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