Fußball-WM: Deutschland aus der Flasche

Von Tobias Lill

Patriotismus geht durch den Magen. Rechtzeitig zur WM haben Münchner Studenten den Deutschland-Cocktail kreiert und hoffen auf einen Verkaufsschlager. Im Glas bilden die streng geheimen Zutaten drei Schichten: Schwarz-Rot-Gold.

Nein, ein Scherz sei das nicht gewesen, sondern harte Arbeit. Als der Wirtschaftswissenschafts-Student Manuel Götzendörfer und zwei Kommilitonen vom Wettbewerb "Innovation im Fußball" des Zentrums für Unternehmertum der TU München hörten, überlegten sie: "Was fehlt bei dieser Weltmeisterschaft noch?" WM-Autos, WM-Burger und WM-Bier - das alles gibt es schon. Höchste Zeit also für den WM-Cocktail, schließlich trinkt der Schlachtenbummler von heute nicht mehr ausschließlich Bier.

Studenten Götzendorfer, Brandmaier, Beyer (von links): Prosit, Deutschland
Fotodesign Märzinger

Studenten Götzendorfer, Brandmaier, Beyer (von links): Prosit, Deutschland

"2006er" taufte das Erfinder-Trio den 15 Prozent starken Cocktail, der leicht süßlich schmeckt. "Wir haben einen Monat daran und zwei weitere an der richtigen Vermarktungsstrategie getüftelt", sagt der 25-jährige Götzendörfer. Die Münchner Jury und namhafte Unternehmen faszinierte das Konzept. Derzeit laufen Verhandlungen mit Getränkeherstellern, bis Juni soll das Gebräu auf den Markt kommen. Die Zutaten sind "streng geheim". Götzendörfer verriet SPIEGEL ONLINE: "So viel kann ich sagen, der 2006er besteht lediglich aus bereits existierenden Alkoholsorten und Fruchtsäften."

Derzeit muss der Cocktail noch aus drei einzelnen Flaschen zusammengemischt werden. Bis zur WM soll der deutschlandfarbene Muntermacher aber, wenn alles nach Plan läuft, aus einem einzigen Gefäß fließen. Doch laut Götzendörfer ist der Cocktail, der sich auch prima in Schnapsgläsern abfüllen lässt, nicht nur zum Zuprosten nach Toren der deutschen Mannschaft geeignet. "Zu Gast bei Freunden heißt das Motto. Auswärtige und deutsche Schlachtenbummler werden gemeinsam anstoßen", sagt der Bayer. Und will nicht ausschließen, dass er mit seinen Kommilitonen Andreas Brandmaier und Philipp Beyer auch den Versuch startet, andere Nationalfarben in trinkbare Form zu bringen.

Eine anti-alkoholische Variante des 2006ers existiere bereits. Vor Nachmachern hat Götzendörfer keine Angst: "Wir haben das Rezept bereits patentiert", sagt er über die Schnapsidee. Neben der Hoffnung auf satte Gewinne hat er obendrein noch ein edleres Motiv parat: "Wir wollen damit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl im Land stärken."

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