Von Almut Steinecke
Wibbel drängt sich vertrauensvoll an Wubbel, aber Wubbel will jetzt nicht kuscheln. Lieber Käse knabbern.
Wibbel und Wubbel sind Mäuse und wohnen in einer blauen Plastikwanne im Zimmer von Anastasia Wanke. Die 20-Jährige, die International Business and Management studiert, hat die Nager vergangenes Jahr gekauft, als ihr Freund für sein Diplom in Kanada war. "Da hab ich mich allein gefühlt", sagt Anastasia.
Sie legte gleich am Tag ihres Einzugs los mit der Neugestaltung ihres 13-Quadratmeter-Zimmerchens im Bochumer Studentenheim Haus Michael. Eine Wand verhüllte Anastasia mit Organza, dann klebte sie Modefotos aus Hochglanzzeitschriften an die anderen Wände und hängte selbstgemalte Bilder übers Bett. Plüschtiere, Freunde ihrer Kindheit, wachen über den Schreibtisch.
"Wenn ich Lust auf Gesellschaft habe, muss ich nur in die Gemeinschaftsküche gehen", sagt Anastasia, die auf einer reinen Mädchenetage wohnt. Und schon sei Schluss mit der Einsamkeit: Sie hat 17 Nachbarinnen.
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