Hamburg - Ihre Tochter sei eigentlich etwas langsam in ihrer Entwicklung gewesen, berichten die Eltern der dreijährigen Britin Alice Amos. Lange habe sie nicht gesprochen, doch auf einmal seien die Worte nur so aus ihr herausgesprudelt. Als sie zwei Jahre alt war, habe sie bereits Mathe gelernt, die Zahlen regelrecht aufgesogen. Nun unterrichte sie ihre kleine Schwester, erzählt der Vater britischen Medien.
Der Intelligenztest bei Alice Amos ergab jetzt einen Intelligenzquotienten (IQ) von 162, sie gilt damit nach gängiger Klassifikation als Genie. Der Hochbegabten-Verein Mensa teilt mit, man habe das Mädchen aufgenommen.
"Wir sind glücklich, dass Alice unserem Verein beigetreten ist", sagt John Stevenage, der Vorsitzende der britischen Mensa-Sektion. Der Club der Intelligenzler nimmt Hochbegabte auf; in Deutschland müssen sie dafür einen IQ von mindestens 130 nachweisen; gefragt ist vor allem die Fähigkeit zum logischen Denken.
Als Hobbys gibt Alice künstlerische Tätigkeiten an: Sie tanze, male, töpfere und singe. Wenn sie aus der Vorschule komme, lese sie aber auch gern. Die Mensa-Mitarbeiter waren auch von Alices sprachlichem Können beeindruckt: "Ihre Fähigkeiten in der englischen Sprache sind bemerkenswert, zumal es nur ihre zweite Sprache ist, ihre Eltern reden russisch mit ihr", erklärt Mensa. Die Familie war kürzlich aus Russland eingewandert.
Hochintelligente verbinden
Alice ist nicht das jüngste Kind, das jemals im britischen Mensa-Club aufgenommen wurde. Im Jahr 2009 hatte bereits Elise Tan Roberts im Alter von zweieinhalb Jahren mit einem IQ von 156 den Zugang in den Club geschafft.
Allerdings sind die IQ-Zahlen international nicht gut vergleichbar: In Deutschland etwa enden Tests bei einem IQ von 150. In den USA wird anders getestet, so dass dort Ergebnisse zustande kommen, die IQs bis 190 ausweisen.
Gegründet wurde der Mensa-Verein 1946 in Großbritannien, der deutsche Ableger entstand 1979. Bei der Eintragung ins Vereinsregister zählte der Verein in Deutschland gerade mal 45 Mitglieder, mittlerweile sind es nach Vereinsangaben etwa 10.000. Mit 110.000 Mitgliedern in einigen Dutzend Ländern ist Mensa der weltweit größte Verein für hochbegabte Menschen.
Die Mitglieder organisieren lokale, überregionale und internationale Treffen. "Wir hoffen, dass Alice vom Austausch mit den anderen begabten Kindern profitieren wird", sagt der Mensa-Vorsitzende Stevenage.
boj
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