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Junge Mundart-Musiker: "Platt is dat Watt, dat kanst' nakieken"

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Wer babbelt, schnackt oder schwätzt, lebt hinter dem Mond, heißt es. Wirklich? Mit Dialekt kann man ziemlich cool sein. Drei Bands erklären, warum sie auf Platt, Badisch oder Sächsisch singen - Hörprobe inklusive.

Junge Mundart-Musiker: Die Dialektpfleger Fotos
Konrad Beyer

Martin Luther hat die Bibel einst ins Sächsische übersetzt. Galt es doch als vorbildliches Deutsch. Das war einmal, heute klingt ein breiter Dialekt- egal ob Sächsisch, Bayerisch oder Plattdeutsch - für viele wie Kuhweide, Dorfjugend und Tante Emma. Kurz: es klingt nach Provinz. Wer babbelt, schnackt oder schwätzt, hat den Landei-Ruf schnell weg.

Doch einige junge Leute verdanken ihren Erfolg gerade dem Dialekt. Sie ignorieren, dass viele Deutsche Sächsisch verspotten und Bayerisch, Berlinerisch, Schwäbisch und Thüringisch belächeln - sie lachen einfach mit und musizieren in ihrer Mundart. Erst dadurch setzen sie sich von anderen Bands ab.

Die Heidelberger Stieber Twins beispielsweise rappen im Pfälzer Dialekt, die Rude Poets in Kölsch, die Fofftig Penns singen auf Plattdeutsch. Letztere mussten das zwar erst lernen, doch heute freuen sich ihre Omas über Platt schnackende Enkel und Pädagogen über junge Experten, die sie auf ihre Tagungen einladen können. Dort sollen sie den Oberstudienräten erklären, wie sie Plattdeutsch als coole Dialekt vermarkten können, auf die auch junge Leute Lust haben. Denn wer als junger Mensch heute noch Plattdeutsch spricht, gilt als Exot; seit 1999 gehört diese Mundart zu den geschützten Minderheitensprachen in Europa.

Dialektpfleger wider Willen

Plattdeutsch teilt sein Schicksal mit anderen Dialekten in Deutschland. Zwar werden die auch heute noch gesprochen, verstanden und manchmal auch geliebt, doch hört man sie immer seltener. Das ergab zumindest eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Die jungen Bands pflegen mit ihrer Mundart-Musik die deutsche Sprachkultur - auch wenn es ihnen eigentlich gar nicht darum geht. Zwar besetzen sie mit ihren Songs noch nicht die Charts, aber sie bringen Füße zum Wippen. Provinziell klingt anders.

Drei Bands erzählen, warum sie in ihrer Mundart musizieren.

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Dörp Reggae
feuercaro1 19.12.2010
Zitat von sysopWer babbelt, schnackt oder schwätzt, lebt hinter dem Mond, heißt es. Wirklich?*Mit Dialekt kann man ziemlich cool sein. Drei Bands erklären, warum sie auf Platt, Badisch oder Sächsisch singen - Hörprobe inklusive. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,724067,00.html
Jo, leeve Lüd, dor hedd ju watt seggt! To'n nahörn: http://www.youtube.com/watch?v=9otSTqlkytY Versteiß datt? Segg eenfach nee ;-) Plattdütsch vöran!
2. Klasse!
jellykatze 19.12.2010
Zitat von sysopWer babbelt, schnackt oder schwätzt, lebt hinter dem Mond, heißt es. Wirklich?*Mit Dialekt kann man ziemlich cool sein. Drei Bands erklären, warum sie auf Platt, Badisch oder Sächsisch singen - Hörprobe inklusive. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,724067,00.html
Das macht wirklich Spass! Bitte Texte plus Übersetzung im Internet veröffentlichen.
3. Badisch schon, nur der falsche Text
lykambesfeuerbach 19.12.2010
Na, da muss man aber nicht aus dem Süden kommen um zu merken, dass hier der falsche Text zum Lied steht. Schaad, jetz könne de Fischköpf garned verschdeeh was de do saache. Alla tschüüs.
4. Kleine Geschichtsstunde:
Dumme Fragen 19.12.2010
was heute "Sächsisch" genannt wird, ist eigentlich "Meissnerisch", was als "Plattdeutsch" bekannt ist, ist das ursprüngliche "Sächsisch", und nebenbei ist "Niedersachsen" das eigentliche "Sachsen", wohingegen im heutigen "Sachsen" nie echte "Sachsen" gelebt haben...
5. "BADISCH" als Dialekt gibt es nicht !
seppiverseckelt 19.12.2010
...ich habe respekt und verständnis dass die welche sich "Badische rap Zentrale" nennen Ihr Musik im Lokalen Dialekt performen- äusserst sympathisch wie alle die Ihre lokale eigenheit gutgelaunt und tolerant vertreten und verteidigen- NUR hier ist das Problem dass es DIE Badische Sprache NICHT gibt und NIE gab ! Die regionale herkunft der hier beschriebenen lässt erkennen dass Sie der "Nordbadisch-Kurpfälzischen" Kulturzone zugehören -was Dialektologisch im weiteren Sinne den fränkischen dialekten zuzuordnen ist- klarerweise Nördlich der Allemannisch/Fränkischen Kultur und Sprachgrenze welche quer von West nach Ost durch Baden-Württemberg geht ! Südlich davon ist nicht weniger "Badisch" und es gibt genug lokale Musikgruppen welche seit eh und Je in den verschiedensten Stilen das Allemannische hochhalten- soweit Ihre Heimat östlich des Rheines, westlich des Schwarzwaldhauptkammes und Nördlich der Schweiz liegt sind Sie nicht weniger "Badener" als die oben genannten-was nicht heisst dass nicht auch westlich des Oberrheines im Elsass, südlich des Hochrheines in der Schweiz sowie östlich des Schwarzwaldes in Württemberg keine Allemannische Kulturzone mehr wäre- das ist seit rund 1700 Jahren ganz gewiss So !- woraus eben folgt dass Politische und Kulturelle "Grenzen" etwas vollkommen verschiedenes sind ! (Übrigens- nur unbelehrbare Ignoranten sagen und Schreiben "Badenser"-das gehört sich einfach Nicht- wir sagen bekanntlich auch nicht "Heilbronnser" oder "Frankfurzer" etc... es heisst im Norden Badens "Bad e n er" und südlich einer linie die etwa bei Bühl/Baden-Baden verläuft "Bad n er"- ohne mittleres "e" !) So dürfen sich die oben genannten Protagonisten "Ihres" Dialektes und Ihrer Kulturellen Heimat gerne "Badische Rap Zentrale" nennen wenn Sie lustig sind- nur behaupten dass Ihr Dialekt "DAS" Badische schlechthin wäre- DAS dürfen sie eben nicht !- Ich hoffe zur Aufklärung vor allem der Autorin des Artikels, deren Namen Extrem Nordlichtern klingt, beigetragen zu haben- schönen Adventssonntag Noch !
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