Krasse Typen an der Uni: Gestatten, Manson. Marilyn Manson.

Von Almut Steinecke

Die Haut, die Augen, die Haare: Sören Kupfer, 24, fällt auf. Geschadet hat ihm das bislang nicht. Der Karriere zuliebe würde er sich aber eine neue Frisur verpassen - wenn's denn sein muss. Neue Folge der UniSPIEGEL-Serie über ungewöhnliche Typen an der Uni.

Sören Kupfer: "Die Blicke bleiben auf mir immer ein paar Sekunden länger haften" Zur Großansicht
Claudia Schiffner

Sören Kupfer: "Die Blicke bleiben auf mir immer ein paar Sekunden länger haften"

Schwarzgefärbtes Haar, Kajal unter den Augen, geweißtes Gesicht: Sören Kupfer, Geografiestudent aus Bremen, sieht verstörend aus wie Marilyn Manson, aber fürchten muss sich vor ihm niemand. Zu seinem Style ist der 24-Jährige über die Musik gekommen: Schon als Jugendlicher hörte Sören Musik von Gruftie- und Gothic-Bands wie Sisters of Mercy oder Alien Sex Fiend. Düstere Grabesklänge, zu denen Pullover in Sonnengelb nicht so recht passen.

Irgendwann ließ sich Sören einen "Undercut" schneiden, einen für Gothics typischen Haarschnitt, bei dem die untere Haarschicht wegrasiert wird, während das Deckhaar lang über die Glatze fällt. Der "Undercut" war der letzte Schritt, mehr zu sein als ein Wochenend-Gruftie: Man kann ihn nicht verstecken.

Wie reagieren die Menschen auf ihn? "Die Blicke bleiben auf mir immer ein paar Sekunden länger haften", sagt er, "aber nicht abfällig, eher neugierig." Auch in seinem Nebenjob im Bremer Abwasserbetrieb hat ihm sein Aussehen noch nicht geschadet, allerdings hat er im Moment noch keinen Kundenkontakt. Nach seinem Studium könnte sich das ändern; Sören kann sich vorstellen, bei der Stadt in Vollzeit als Städteplaner durchzustarten.

Würde er sich dann der Karriere zuliebe einen anderen Haarschnitt zulegen? "Mittlerweile schon", sagt er. "Seit Oktober bin ich Papa und trage Verantwortung für meine Familie. Deshalb würde ich mich fügen, wenn mein Arbeitgeber eine andere Frisur von mir verlangt."

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Es gibt jede Menge Leute,
doc.nemo 16.12.2012
Zitat von sysopClaudia SchiffnerDie Haut, die Augen, die Haare: Sören Kupfer, 24, fällt auf. Geschadet hat ihm das bislang nicht. Der Karriere zuliebe würde er sich aber eine neue Frisur verpassen - wenn's denn sein muss. Neue Folge der UniSPIEGEL-Serie über ungewöhnliche Typen an der Uni. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/krasse-typen-an-der-uni-ich-bin-ich-a-871975.html
die Individualität mit Marotte verwechseln.
2.
bazzu 16.12.2012
Zitat von sysopClaudia SchiffnerDie Haut, die Augen, die Haare: Sören Kupfer, 24, fällt auf. Geschadet hat ihm das bislang nicht. Der Karriere zuliebe würde er sich aber eine neue Frisur verpassen - wenn's denn sein muss. Neue Folge der UniSPIEGEL-Serie über ungewöhnliche Typen an der Uni. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/krasse-typen-an-der-uni-ich-bin-ich-a-871975.html
Solche Typen kennt man doch aus dem Studium wie Sand am Meer. Der Drang im Mittelpunkt zu stehen und sich abzugrenzen treibt hier die lustigsten Stilblüten. ,,Ich bin ich." soll Individualismus vermitteln. Auffälliges Styling soll kommunizieren, dass hier jemand auf die Meinung anderer pfeifft. Die Wahrheit ist jedoch, dass solche Leute sich nur in allergrößter Abhängigkeit von der Meinung anderer befinden. Kein größeres Katastrophenszenario wäre möglich, als wenn man nichtmehr auffiele, keine Blicke mehr auf sich zöge. Hinter der Schminke und den lustigen Klamotten steckt nur jemand, der sich verstecken möchte. Vor der Gesellschaft, derem Urteil er sich nicht stellen will sondern lieber eine ablenkende Attrappe vorsetzt. Würfe man jenen das an den Kopf, käme nur wieder ein ,,Ist mir doch egal was du denkst, ich bin einfach so." Das ist in dem Fall dann eine Lüge oder noch schlimmer: Ausdruck dessen, dass man sich auch schon vor sich selbst erfolgreich versteckt hat.
3. so ein krasser Typ aber auch
rolandlehnart 16.12.2012
redet doch nochmal in 10 Jahren mit sören der ist ja selbst noch n halbes Kind.
4. ...
MartinS. 16.12.2012
Zitat von rolandlehnartredet doch nochmal in 10 Jahren mit sören der ist ja selbst noch n halbes Kind.
Mit 24 noch ein halbes Kind? Da wirft sich die Frage auf, worauf sich ihre überaus schnelle und durchaus spitze Bereitschaft denn gründet, so ein Urteil zu fällen. Was befähigt sie denn, Menschen nach ein paar kurzen gelesenen Sätzen derart abzukanzeln. Zumindest in meinen Augen zeugt dies auch nicht unbedingt von Reife. ...aber ganz davon abgesehen - Eine Artikelreihe die von Studenten handeln soll, und bei denen man dann eigentlich nur diejenigen befragen sollte, die schon mitte 30 sind (alles andere sind ja ohnehin nur halbe Kinder), scheint ein wenig am Thema vorbei zu gehen. Selbstverständlich sind Studenten jung. Da ist doch auch nichts verkehrtes dran. Wäre doch schlimm, wenn man schon als neunmalkluger Miesepeter auf die Welt kommt.
5. Alles nur Show
bubamara80 16.12.2012
Während meines Studiums hatten auch viele meiner Kommilitonen einen sehr "individuellen" Look. Damit war aber am Ende der Uni-Zeit und spätestens nach den ersten Bewerbungsgesprächen Schluss. Heute sind das alles aalglatte Anzugträger mit Gelfrizur und Intelektuellenbrille. Das wirft dann bei mir die Frage auf, ob die "Maskerade" von früher nicht alles Show war. Es steckte dch irgendwie nichts dahinter. Schade.
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