Kunst aus Mensa-Essen: Mach mir den Tiger

Mit Essen spielt man eben doch, sagten sich vier Studenten und erfanden ein neues Spiel: Figurenbasteln aus Mensa-Resten. Im Interview erklärt Yannick Theobald, wie die Idee dank einer Banane entstand und warum er und seine Mitstreiter seitdem sehr selektiv bestellen.

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Mensa-Kunst: Mariosotto, Carrotiger, Pacmedaillon
SPIEGEL ONLINE: Du bastelst mit drei Kommilitonen aus Mensa-Essen kleine Kunstwerke und veröffentlichst sie auf Facebook. Kennt ihr den Satz: Mit Essen spielt man nicht?

Theobald: Ja, und den beherzigen wir auch. Wenn wir in die Mensa gehen, haben wir sowieso Hunger und wollen natürlich in erster Linie essen. Trotzdem denken wir: Was könnten wir aus dem Essen machen?

SPIEGEL ONLINE: Ihr habt unter anderem schon Fred Feuerstein, Homer Simpson und Mona Lisa in der Sammlung. Womit habt ihr angefangen?

Theobald: Angefangen hat alles im Oktober mit einer Banane. Wir bemalten sie mit einem Kugelschreiber. Dabei entstand zunächst ziemlich perverses Zeug und später die "Sharkbanana". Diese Hai-Banane posteten wir auf Facebook - was ziemlich gut ankam.

SPIEGEL ONLINE: Ihr wollt also mit eurer Kunst nicht die Mensa-Welt revolutionieren?

Theobald: Anfangs war es nur Spaß, mittlerweile ist es ein richtiger Sport geworden.

SPIEGEL ONLINE: Bei dem welche Regeln gelten?

Theobald: Das Essen sollte aus der Mensa oder Kantine kommen und zunächst mal im eigentlichen Sinn genutzt werden. Die Figuren sollten nur aus dem gebastelt werden, was übrig bleibt - es dürfen aber auch Reste von anderen Tellern verwendet werden. Manchmal lassen wir auch absichtlich was liegen und essen so gezielt auf eine Figur hin: Beim "Carrotiger" beispielsweise haben wir extra ein paar Karotten übrig gelassen.

SPIEGEL ONLINE: Womit ihr also doch Essen wegschmeißt.

Theobald: Es kommt darauf an. Manchmal ist alles so zermantscht, dass es nicht mehr besonders appetitlich aussieht. Natürlich kam deswegen auch schon mal der Spruch, wir sollten an die Kinder in Afrika denken.

SPIEGEL ONLINE: Seid ihr inzwischen schon eine Attraktion in der Mensa?

Theobald: Manchmal schauen uns Studenten beim Werkeln über die Schulter oder gucken uns hinterher und sagen: Da sind sie wieder.

SPIEGEL ONLINE: Wird dieser neue Sport inzwischen auch außerhalb eurer Uni im Schwarzwald gespielt?

Theobald: Zumindest bei Facebook haben wir schon Fans aus Norwegen, Dänemark, Australien und den USA. Es zieht also langsam größere Kreise.

Das Interview führte Frauke Lüpke-Narberhaus

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Da gibt´s doch ein Sprichwort:
gnympf 02.12.2011
Der Student geht zur Mensa bis er bricht...
2. kT
r-le 02.12.2011
Zitat von sysopMit Essen spielt man eben doch, sagten sich vier Studenten und erfanden*einen neues Spiel: Figurenbasteln*aus Mensa-Resten. Im Interview erklärt Yannick Theobald,*wie die Idee dank einer Banane entstand und warum er und seine Mitstreiter seitdem sehr selektiv bestellen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,800697,00.html
Die einen spielen, die anderen hungern.
3. Und wenn sie nicht spielten....
h0wkeye 02.12.2011
Zitat von r-leDie einen spielen, die anderen hungern.
Würde das den Hunger der Anderen lindern?
4. ...
Phewz 02.12.2011
Zitat von h0wkeyeWürde das den Hunger der Anderen lindern?
Danke, genau meine Meinung! Ob sie nun ihre Nudeln in Form einer Giraffe essen und Spaß haben oder ob sie die Nudeln auf dem Teller verteilt essen macht doch nun auch keinen Unterschied, oder? Man sollte mal nicht zu trollend durch das spon-Forum ziehen.
5. Chancenlos
Kuppelbauer 02.12.2011
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINE: Bei dem welche Regeln gelten? Theobald: Das Essen sollte aus der Mensa oder Kantine kommen...
Ich würde auch mal gern mit meinen Happi-Happi herumblödeln, aber das macht mich nun ein wenig stutzig: Es muss wohl Mensa-Kost sein, mit Essen aus'm eigenen Kochtopf wird es nicht funktionieren - oder wie?
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  • Karolin Herbricht
    Yannick Theobald (links), 22, hatte zusammen mit seinen Kommilitonen Patricia Jehle, 24, Gunnar Lehmann, 24, und Daniel Glotzbach, 24, die Idee für Mensa Figures. Unter diesem Namen posten sie seit Oktober lustige Figuren auf Facebook, die sie aus Mensa-Essen gebastelt haben. Wenn die vier nicht gerade mit Essen spielen, studieren sie an der Hochschule Furtwangen Online-Medien.
  • Mehr im Internet: "Mensa Figures" bei Facebook
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