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21. Februar 2013, 09:21 Uhr

Künstlerinnen-Aktion

Rumalbern mit Gummis

Mit Kieferschmerzen zum Abschluss: Für ihre Masterarbeit kauten und kauten zwei Hamburger Kunststudentinnen und bestickerten ihre Arme mit hunderten Klebetatoos - mit 4000 Kaugummis wohnten sie fünf Tage hinter einer Schaufensterscheibe. Verrückt oder genial?

Ist das Kunst, wenn sich zwei Frauen in einem leerstehenden Hamburger Ladenlokal einquartieren, dort 4000 Kinder-Kaugummis kurz ankauen und dann an die Wand kleben? Das soll hier nicht weiter diskutiert werden.

Stattdessen folgt eine Würdigung dessen, was die beiden 26-jährigen Kunst-Studentinnen Maria Wende und Damaris Schmidetzki von der Fachhochschule Ottersberg auf sich genommen haben für ihre Masterarbeit: Fünf Tage verbrachten sie hinter einer Schaufensterscheibe.

Fast ständig unter der Beobachtung vorbeiflanierender Passanten. Kein TV, kein Internet, keine Dusche. Nur kauen, kauen, kauen. Kieferklemme und kaputter Gaumen. Juckende Arme, weil sie sich die Klebetattoos aus den Kaugummipäckchen gleich in mehreren Schichten auf die Haut pappten.

Die Freundinnen ertrugen die Grenzerfahrung tapfer, genauso wie bei ihrer letzten Performance. Da hatten sie sich 17 Stunden lang in einem Raum eingeschlossen, kein Wort geredet und einen Teleshopping-Kanal geschaut, auf dem in Dauerschleife Gurkenhobel und Miederwäsche angepriesen wurden. Könnte noch schlimmer gewesen sein.

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