27. Januar 2013, 16:32 Uhr

Milliarden-Spender

Bloomberg schenkt US-Uni 350 Millionen Dollar

Daran dürfen sich Deutschlands Reiche ein Beispiel nehmen: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, 70, will sein 25-Milliarden-Vermögen verschenken, bevor er tot ist. Nun hat er seine ehemalige Uni mit einer sehr großzügigen Spende beglückt.

New York/Baltimore - Politiker und Multimilliardär Michael Bloomberg, 70, macht mal wieder die Johns-Hopkins-Universität glücklich: Der New Yorker Bürgermeister spendet 350 Millionen US-Dollar an seine ehemalige Universität und erhöht damit die Summe seiner Spenden an die Uni auf über eine Milliarde US-Dollar. Bloomberg katapultiert sich mit der größten Einzelspende, die die Uni je erhalten hat, an die Spitze der Gönner im amerikanischen Bildungssystem.

Seine erste Spende von gerade einmal fünf US-Dollar ging bereits kurz nach seinem Abschluss in Ingenieurswissenschaften im Jahr 1964 an seine Alma Mater. Heute wird das Vermögen Bloombergs auf 25 Milliarden Dollar geschätzt. Er verdiente es mit dem Aufbau und dem Verkauf des Börsendiensts Bloomberg LP.

Bloombergs Erinnerungen an die Johns-Hopkins-Universität sind ausschließlich positiv: Die Uni habe ihn wachgeküsst, er kam sich vor "wie im Himmel" unter all den inspirierten und inspirierenden Lehrern und Mitstudenten. Gerade weil seine Eltern keine Uni besucht hatten, habe er an der Universität in Baltimore eine ganz neue Welt kennengelernt.

Am Ende seiner Hochschullaufbahn war Bloomberg zum Überflieger geworden, sagt Bloomberg über Bloomberg in der "New York Times". In der Schule sei er nicht sonderlich gut gewesen, am Ende seiner Zeit an der Johns Hopkins sei aus ihm ein "alles in allem sehr wichtiger Mann auf dem Campus" geworden. Er war Einser-Student, Sprecher seines Jahrgangs und seiner Studentenverbindung.

In einer Reihe mit Rockefeller, Stanford und Carnegie

Mit seiner Begeisterung von damals erklärt der Bürgermeister der Millionenstadt auch seine lebenslange Verbundenheit mit der Uni. Sein Loblieb auf die Alma Mater knüpft er an einen Appell: Er mache seine Großspenden auch darum öffentlich, weil er damit andere zum Spenden ermutigen will. Die USA gäben insgesamt nicht genug für Bildung aus, beklagt er.

Bislang verdankt die Johns-Hopkins-Universität laut "New York Times" dem Spender Bloomberg neben diversen baulichen Verbesserungen auf dem Campus ein Medizininstitut, ein Gebäude für die Physiker der Uni, ein Kinderkrankenhaus, ein Stammzellinstitut, ein Malaria-Institut und einen Bibliothekstrakt. Zusätzlich finanzierte der Milliardär ein Fünftel aller Stipendien für bedürftige Hopkins-Studenten.

Uni-Präsident Ronald J. Daniels sagte über Bloomberg, die moderne Geschichte der Hopkins-Uni sei "untrennbar mit ihm verbunden". Er habe sich um die amerikanische Bildung in einer Weise verdient gemacht, wie vor ihm nur Rockfeller, Carnegie, Mellon und Stanford.

Bloomberg will auch künftig spendabel bleiben, wenn seine dritte Amtszeit als New Yorker Stadtoberhaupt im nächsten Jahr zu Ende ist. Er hatte bereits angekündigt, sein ganzes Vermögen noch vor seinem Tod verschenken zu wollen. Die Johns-Hopkins-Universität und bedürftige Studenten in den USA dürfen sich dann wohl auf noch mehr Gebäude und Stipendien freuen. Letztere sind bei 42.000 US-Dollar Studiengebühren pro Jahr an der bekannten Privatuniversität auch bitter nötig.

cht


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