Von Marie-Charlotte Maas
"Wir hätten locker ausziehen können, aber die Uni liegt praktischerweise genau nebenan. Wir fahren in jeder einstündigen Mittagspause nach Hause. Unsere Mensa im 'Hotel Mama' hat 24 Stunden geöffnet. Wir genießen den heimischen Luxus."
Klare Ansage - so wird in der StudiVZ-Gruppe "Ja verdammt: Meine Eltern wohnen noch bei mir" das Nesthocker-Dasein beschrieben. 35.787 Mitglieder sind drin. Einige haben das Elternhaus nie verlassen, andere sind aus-, dann aber wieder eingezogen. Weil sie mit den Mitbewohnern in der WG nicht klar kamen, weil das Geld nicht reichte - oder weil es bei Muddi eben doch am schönsten ist.
In anderen Ländern ist das üblich. In Italien oder Spanien zum Beispiel wohnt so mancher noch bis zur Hochzeit bei Mama und Papa. Viele Asiatinnen, die nach dem Ende ihrer Ausbildung bereits mehr Geld verdienen als ihre Eltern, sehen keinen Grund, ihr Jugendzimmer zu verlassen. Und in Frankreich wurde der Film "Tanguy - der Nesthocker" zum Kinoschlager: eine Komödie um einen 28-jährigen Dauerstudenten und seine genervte Mutter, die unter Schluckauf-Attacken leidet, sobald jemand sie fragt, wann ihr Sohn endlich auszieht.
In Deutschland zeigt die Sozialerhebung des deutschen Studentenwerkes, dass immerhin ein Viertel aller Studenten noch bei ihren Eltern lebt. Trotzdem gilt als verschroben, wer noch im Hotel Mama wohnt.
Was sind das nur für Leute? Sind sie tatsächlich unselbständig, faul und knauserig, setzen sie sich einfach an den gedeckten Tisch und legen sich ins gemachte Bett? Oder gibt es gute Gründe, die WG oder das Alleinwohnen zu meiden? Auf SPIEGEL ONLINE erzählen fünf Studenten, warum sie noch ein bisschen bei den Eltern bleiben.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik WunderBAR | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH