"Harlem Shake" in Oxford: Studenten zappeln, Uni feuert Bibliothekarin

Harlem Shake in Oxford: Freiheit für Pussy Riot - und Gerechtigkeit für Calypso Nash! Zur Großansicht

Harlem Shake in Oxford: Freiheit für Pussy Riot - und Gerechtigkeit für Calypso Nash!

Sie schütteln und rütteln sich - und hinterher ist die Bibliothekarin ihren Job los: Weil Studenten in einem Lesesaal in Oxford den Tanz-Hype "Harlem Shake" performten, verlor Calypso Nash ihren Job. Sie hätte die Aktion verhindern müssen, findet die Uni.

Der große Hype um den "Harlem Shake" und all die Videos klingt längst ab, doch jetzt wirkt er noch einmal heftig nach - und kostete eine Bibliothekarin in Oxford offenbar ihren Job. Die britische Uni entließ die Frau namens Calypso Nash, nachdem ein Film im Netz aufgetaucht war, der zeigt, wie sich rund 30 Studenten im Lesesaal zu den Harlem-Shake-Klängen schütteln, wie sie zappeln und tanzen.

Leute aus aller Welt hatten zuvor Videos mit ihrer Version des Modetanzes ins Netz gestellt - und fanden zahlreiche Nachahmer. Doch die Aufnahme aus Oxford empfanden einige Mitarbeiter der Uni nicht besonders amüsant, wie der "Telegraph" berichtet. Demnach habe die Studentin Nash, die als Teilzeitbibliothekarin arbeitet, ihren Job verloren, weil sie die Aktion nicht verhindert habe. Die tanzenden Studenten, die man habe identifizieren können, müssten ebenfalls mit Strafen rechnen.

Hinnehmen wollen die Studenten das nicht. Sie empfinden die harte Reaktion der Uni als unfair und verlangen die Wiedereinstellung Nashs, wie Studentenvertreter mitteilten. Die Uni-Leitung wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Schon zuvor hatten Harlem-Shake-Aktionen in anderen Ländern für Aufregung gesorgt. In Tunesien etwa bekamen Schüler und Studenten vor einigen Wochen Ärger, weil sie wild durcheinandertanzten und sich dabei filmten. Konservative Muslime der Salafisten-Bewegung waren einem Bericht zufolge aufgetaucht, um die Aktion zu verhindern.

Ähnliches hatte sich auch in Ägypten abgespielt: In der Hauptstadt Kairo tanzten ebenfalls vor einigen Wochen Dutzende Leute den "Harlem Shake" vor dem Hauptsitz der umstrittenen Muslimbrüder von Präsident Mohammed Mursi. Sie protestierten dagegen, dass die Polizei einige Tage zuvor vier Pharmaziestudenten festgenommen hatte. Diese hatten sich dabei gefilmt, wie sie in einem Wohnviertel in Kairo in Unterwäsche den "Harlem Shake" tanzten.

Fotostrecke

5  Bilder
Tanzende Tunesier: Mit Islamisten ist nicht gut shaken

otr/AP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Thank God we're British???
polyphon 20.03.2013
Das ist doch die beste Werbung für eine Uni. Damit beweisen die Verantwortlichen in Oxford lediglich, dass sie keinerlei Humor haben. Noch schlimmer ist das, weil gerade in England das öffentliche Besäufnis, ggf. bis zur Besinnungslosigkeit und mit peinlichsten Aussetzern, Tradition hat. Die Bibliothekarin darf gehen, aber Prinz Harry darf das?
2.
sponner_hoch2 20.03.2013
Zitat von polyphonDas ist doch die beste Werbung für eine Uni. Damit beweisen die Verantwortlichen in Oxford lediglich, dass sie keinerlei Humor haben. Noch schlimmer ist das, weil gerade in England das öffentliche Besäufnis, ggf. bis zur Besinnungslosigkeit und mit peinlichsten Aussetzern, Tradition hat. Die Bibliothekarin darf gehen, aber Prinz Harry darf das?
Ich kann die reaktion der Uni hier nachvollziehen. Eine Bibliothek ist nun mal kein Tanzsaal, da soll es ruhig zugehen damit man sich konzentrieren kann. Ich sehe jetzt auch keinen besonderen Grund, hier eine Ausnahme zu machen. Wenn in Köln an Altweiberfastnacht für ein paar Minunten die Horde dadurch zieht - ok, das kann man nachsehen (um mal ein Beispiel zu bringen). Aber nur weil ein paar Typen es lustig finden, jetzt ausgerechnet den Tanz X dort aufführen zu müssen das zu erlauben wäre lächerlich. Und Teil des Jobs der guten Dame war es halt, in so einem Fall "No" zu sagen und die Herrschaften zur Ruhe aufzufordern bzw. des Hauses zu verweisen. Hat sie nicht getan. Wenn jemand derart seinen (bezahlten) Aufgaben nicht nachkommt, dann darf man sich nicht wundern, wenn auf die Dienste dieser Person dann komplett verzichtet wird.
3. Mal locker...
fatherted98 20.03.2013
...die Bibliothekarin war ne Teilzeitkraft sprich Aushilfe...also nicht fest angestellt...somit auch leicht feuerbar...ob das nun spiessig ist oder nicht...muss die Uni entscheiden. Wer in einer so elitaeren Institution studiert muss sich halt an solche Regeln halten...soll die Dame halt nach Cambridge wechseln...dort ist es eh schoener...finde ich jedenfalls.
4. Harlem Shake geht auch stumm
a.vollmer 20.03.2013
Es sind 31 Sekunden, dazu ist der Sound immer die gleiche Konserve und vor Ort tickt vielleicht nur ein Metronom. Wahrscheinlich hat die Bibliothekarin gar nichts mitbekommen bis auf den Tischen gehüpft wurde. Bis sie dann vor Ort, war war alles schon vorbei. Naj, der obligatorische Nackte musste sich vielleicht noch anziehen.
5. gute Vorlage
immer_weiter_so 20.03.2013
Das klingt nach einer perfekten Vorlage für einen vor Betroffenheit triefenden Hollywood-Streifen, so in Richtung "Der Club der toten Bibliothekarinnen" ... die Welt ist schlecht, aber der Tanz auch ;)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik UniSPIEGEL
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik WunderBAR
RSS
alles zum Thema Tanzen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 22 Kommentare
  • Zur Startseite

Fotostrecke
Eton-Style: Britische Schüler parodieren Gangnam-Hit