Feier-Tipps: So drängle ich mich beim Konzert nach vorn

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Campino von den Toten Hosen: Wie komme ich schnell in die erste Reihe?

Nur Fan-Extremisten stehen schon am Morgen Schlange für ein abendliches Konzert. Doch nah der Bühne macht es mehr Spaß. Die Feier-Experten Nana Heymann und Sebastian Leber erklären, wie man in vollen Hallen nach vorn kommt, ohne als asozial zu gelten.

Gut, manche Künstler wie Marilyn Manson oder Beth Ditto muss man nicht unbedingt aus der Nähe sehen, aber im Allgemeinen lohnt es sich doch, bei einem Pop- oder Rockkonzert möglichst mittig vor der Bühne zu stehen.

Leider öffnen viele Hallen schon Stunden vorher, und immer gibt es genügend Verrückte, die viel zu früh antanzen und die vorderen Reihen blockieren. Wer dagegen erst eine halbe Stunde vor Beginn erscheint, zum Beispiel weil er keine Lust auf sinnloses Warten oder weil er ganz einfach ein Leben hat, muss dann ganz hinten stehen und kann höchstens erahnen, was auf der Bühne passiert.

Es sei denn, er drängelt sich vor. Der Begriff "Vordrängeln" führt ein bisschen in die Irre, denn er suggeriert, dass der Handelnde etwas Unrechtes tut und den übrigen Gästen schadet. Das stimmt aber nur, wenn er zwei Meter groß und panzerschrankbreit ist und somit anderen die Sicht versperren würde. Davon abgesehen gilt: Auch kurz vor Konzertbeginn finden sich in den vorderen Reihen stets noch Lücken, die man leicht auffüllen könnte, ohne jemanden zu stören.

Niemand wird gern von hinten betatscht

Wie aber gelangt man dorthin, ohne Ärger auf sich zu ziehen? Weit verbreitet ist leider der Irrglaube, man müsste bloß "'tschuldigung" sagen und sich frontal und mittig durch die Reihen Richtung Bühne schieben. Asozialer geht es nicht. Denn weil Zuschauer bekanntlich mit dem Gesicht nach vorne und mit ihren Schultern also parallel zur Bühne stehen, kommt man gar nicht umhin, Hunderte Kreuze oder Schultern beiseitezuschieben. Niemand wird gerne von hinten betatscht, deshalb braucht man sich nicht wundern, wenn es zur Strafe ein paar Ellenbögen ins Gesicht gibt.

Nein, es existiert nur eine einzige clevere und zugleich gesellschaftlich akzeptierte Strategie des Vordrängelns. Arbeiten Sie sich vom äußersten linken oder rechten Hallenrand nach vorne. Dort außen herrscht kein Gedränge, man wird Sie gerne durchlassen. Gehen Sie bis ganz nach vorne, selbst dann, wenn Sie eigentlich gar nicht so nah an der Bühne stehen möchten. Von dort aus nämlich bewegen Sie sich quer Richtung Mitte - und zwar mit leichter Tendenz von der Bühne weg. So macht es den Eindruck, als drängelten Sie nicht vor, sondern nach hinten, und niemand wird Sie daran hindern wollen.

Noch leichter klappt der Trick, wenn Sie mindestens zwei Bier in Händen halten und die Arme hoch über sich in die Luft strecken. So suggerieren Sie, dass Sie schon vor Stunden dort vorne bei Ihren Freunden standen und nur kurz neue Getränke holen wollten.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Nachts sind alle Katzen blau. Feiern für Fortgeschrittene", erschienen im Goldmann-Verlag.


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Zur Person
  • Doris Spiekermann-Klaas
    Die Buchautoren Sebastian Leber und Nana Heymann arbeiten beide als Journalisten: Sie schreibt unter anderem für den "Tagesspiegel" und das "ZEITmagazin", er arbeitet als Redakteur beim "Tagesspiegel". Seit Jahren berichten beide für die Zeitung über das Berliner Nachtleben - und feiern auch selbst ausgiebig mit.
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