Plakat-Kampagne: "Ciao, Guevara!"

Für linke Studenten ist der Mann mit dem fliegenden Schwarzhaar und der Baskenmütze eine Ikone. Ché ist chic - jetzt will der RCDS das kubanische Revolutionsdenkmal vom Sockel schubsen: Auf einem Plakat listet der Unionsnachwuchs Gueveras Verbrechen auf.

Normalerweise liegt der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) mit linken Gruppen über Details der Hochschulpolitik und Sitze im Asta im Clinch. Doch nun hat sich der Nachwuchs der Unionsparteien einen Gegner von historischer Größe vorgenommen: Die Jungpolitiker wollen die Ikone Ché Guevara vom Sockel stoßen.

Ein RCDS-Plakat listet unter dem Motto "Ciao Guevara! Schau der Wahrheit ins Gesicht" die Verbrechen des kubanischen Revolutionsführers auf: So habe dieser als Leiter des kubanischen Gefängnisses La Cabaña die Erschießung mehrerer hundert Menschen zu verantworten, seine verfehlte Wirtschaftspolitik habe Hunger und Elend verursacht, die Massenmörder Stalin und Mao seien für ihn Helden gewesen.

"Die Fakten auf dem Plakat sind alle professionell recherchiert und von Experten geprüft", beteuert Benedikt Brunner, der für den RCDS-Bundesvorstand die Kampagne initiiert hat. Die Idee sei ihm gekommen, als er bemerkt habe, wie präsent der Revolutionär Ché noch immer auf den T-Shirts und an den WG-Zimmerwänden der Kommilitonen sei.

"Die Diskrepanz zwischen dem, was der Mann getan hat und wie er dargestellt ist, ist riesig", sagt Brunner. Diejenigen, die sich mit Guevara-Devotionalien umgeben, hätten keine Ahnung von dessen Leben und Taten. Die unkritische Verehrung füge sich ins naive Kuba-Bild "einer Karibikinsel, auf der alle Menschen gleiche Lebenschancen haben und ständig Zigarre rauchen und tanzen".

Mit Beginn des Sommersemesters forcierte der RCDS seine Anti-Ché-Aktion an den Hochschulen, das Plakat tourt mit einer Menschenrechtsausstellung durch hundert deutsche Städte. Sogar an Gleichgesinnte in Bundestag und Partei wurde es verteilt. "Dort hängt es jetzt in einigen Büros", erzählt Brunner stolz.

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