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Querweltein Die fünf Phasen des Unterwegsseins

Verwirrender Laden (in China): Should I come or should I go?Zur Großansicht
Sonja Piontek

Verwirrender Laden (in China): Should I come or should I go?

5. Teil: Phase 5: Zu Hause - und schon Heimweh nach der Ferne

  • So geht es dir:

Die letzte Phase des Ankommens findet, so komisch das klingt, zu Hause statt. Nun beginnt die Legendenbildung. Vielleicht hat jemand eine kleine Fete für dich organisiert, vielleicht bist du mit einem kleinen Plakat am Bahnhof oder am Flughafen empfangen worden. Einen Tag lang darfst du nun auf den Thron steigen, für deine Familie und Freunde bist du der Größte.

Erst ergehst du dich noch in detaillierten Erzählungen, flichst manchmal, wie aus Versehen, noch mal ein Wort der Fremdsprache ein (vielleicht versicherst du auch, dass du schon manchmal in der Sprache geträumt hast!). Dann komprimierst du deine Erzählungen auf Wesentliches, weil Freunde eben ungeduldig sind. Nur wenige lauschen jedem Wort. So bündelst du deine Erfahrungen zu einem kleinen verbalen Paket mit lauter positiven Aspekten. Und je öfter du dieses kleine Paket verschenkst, umso mehr fängst du im Zweifel selbst an, an die positiven Aspekte zu glauben.

Der Aufenthalt, gestehst du dir, hat dich viel gelehrt. In deinen Augen kann man, wenn die Zeit im Ausland gut war, mitunter ein Verzücken und auch tiefe Trauer darüber erkennen, nun wieder zu Hause zu sein. Schon kurz nach dem Willkommensgruß umfängt dich die heimische Wirklichkeit mit einem kalten Handschlag. Nach ein paar Tagen ist der rote Teppich zu Ende gegangen. Dann fängt alles wieder an. Auch das Heimweh vielleicht.

Diesmal ist es aber das Heimweh nach der Ferne, aus der du gekommen bist.

  • So wirkst du:

Du hast eine kompakte Ausstrahlung. Die Menschen sehen einen neuen Menschen in dir, der durch ein Bad fremder Einflüsse und Eindrücke geschwommen ist. Du hast viel Gepäck, du hast Fotos und Sachen aus der Fremde dabei. Nach zwei Tagen aber gibt es den ersten Streit mit dir, und du wirkst komisch. Melancholisch. Zerrüttet.

Kein Wunder. Du musst doch erstmal ankommen.

Von Peter Wagner, jetzt.de

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insgesamt 7 Beiträge
fisch.kopp 01.07.2010
danke für den guten Artikel, Kompliment an Herrn Wagner. Ich werd den Artikel mal sofort an meinen Neffen senden, der bald nach Südamerika fliegen wird.
danke für den guten Artikel, Kompliment an Herrn Wagner. Ich werd den Artikel mal sofort an meinen Neffen senden, der bald nach Südamerika fliegen wird.
Hamburgues 01.07.2010
den vielleicht jeder, der schon mal längere Zeit im Ausland war, nachvollziehen kann. Und es stimmt: Auch woanders bleibt derselbe Mensch und gleichzeitig hat man sich verändert, wenn man wiederkommt.
den vielleicht jeder, der schon mal längere Zeit im Ausland war, nachvollziehen kann. Und es stimmt: Auch woanders bleibt derselbe Mensch und gleichzeitig hat man sich verändert, wenn man wiederkommt.
cleos 01.07.2010
Aus meiner persönlichen Sicht als Unterwegsgewesener ein grandioser Artikel, der ziemlich genau das schildert, was ich selbst erleben konnte - zwischen Gefühlen der hellen Begeisterung und Heimweh. Für Jeden, der sich bald auf [...]
Aus meiner persönlichen Sicht als Unterwegsgewesener ein grandioser Artikel, der ziemlich genau das schildert, was ich selbst erleben konnte - zwischen Gefühlen der hellen Begeisterung und Heimweh. Für Jeden, der sich bald auf den Weg macht, ist dieser Artikel ein sicherlich tolles Abschiedsgeschenk von den Lieben in der Heimat. Danke für diese schönen Gedankenzeilen!
lisa9 01.07.2010
Ich war bisher 3 Mal über mehrere Monate im Ausland, und die Erfahrungen und die Gefühle, die Sie beschreiben, kenne ich in so vielen Einzelheiten, dass ich erschrocken war, wie gut man diese doch in Worte fassen kann. Vielen Dank [...]
Ich war bisher 3 Mal über mehrere Monate im Ausland, und die Erfahrungen und die Gefühle, die Sie beschreiben, kenne ich in so vielen Einzelheiten, dass ich erschrocken war, wie gut man diese doch in Worte fassen kann. Vielen Dank für dieses Beitrag, auch wenn nur wenige Menschen nachvollziehen können, wie es ist, zwischen den Welten zu leben. Einen solchen Artikel kann nur ein wortgewandter Mensch schreiben, der diese Erfahrungen im Ausland selbst gemacht hat. Ebenso interessant wäre für mich persönlich, die Schilderung der Zurückgebliebenen, ob Elternteil, Schwester, Freund oder Bekannter. Aus deren Sich, dass Weggehen nachvollziehen zu können, fällt mir noch etwas schwer. Beste Grüße aus Bangkok. :)
fireflies 02.07.2010
Ich war letztes Jahr selbst für ein Semester im Ausland und hatte beim Lesen das Gefühl in diesem Artikel all meine Erfahrungen und Empfindungen haargenau wiederzufinden. Und ich dachte mir, ich hätte mich schwer getan/tue mich [...]
Ich war letztes Jahr selbst für ein Semester im Ausland und hatte beim Lesen das Gefühl in diesem Artikel all meine Erfahrungen und Empfindungen haargenau wiederzufinden. Und ich dachte mir, ich hätte mich schwer getan/tue mich schwer.
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