Was kostet die Welt? Nairobi, staubig und charmant

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Christoph Titz

3. Teil: Transport und Verkehr: Tagsüber Moped, nachts Taxi

Nairobi ist eine echte Großstadt und ein Moloch. Zwischen dem Hauptbahnhof im Süden (an dem nur an drei Tagen ein einziger Fernzug fährt, und das eher unregelmäßig) und dem Kreisverkehr am Old-Nation-Center liegt die Innenstadt. Ein Fußmarsch von einem Ende zum anderen dauert am frühen Sonntagmorgen nur 15 Minuten. An einem Wochentag kurz nach Büroschluss ist man bis zu einer Stunde unterwegs sein.

Zu Fuß oder mit einem Motorradtaxi ist man meist am schnellsten, das Zentrum mit einem Taxi oder im Bus zu durchqueren, kann zur falschen Tageszeit Stunden dauern. Kenias alltäglichste Verkehrsmittel in den Städten, aber auch Überland, sind die Matatus: Kleinbusse, die offiziell 14 Personen fassen, fahren aus allen Himmelsrichtungen bis ins Zentrum.

Die Nummern stehen winzig auf der Fahrertür, die Fahrer brüllen halb auf Englisch, halb auf Kisuaheli Abkürzungen für ihre Zielbahnhöfe und Preise durcheinander - und um das Chaos zu vervollständigen, fahren die Matatus an unterschiedlichsten Orten in der Stadt los, Pläne gibt es nicht. Da hilft nur Fragen, aber die Nairobier helfen dabei gerne.

In der Stadt kosten die Fahrten zwischen 15 und 80 Cent, das ändert sich je nach Tageszeit, Streckenführung (in die Slums ist es billig, in die reichen Vororte teurer), Verkehrsaufkommen und Laune des Teams aus Fahrer und Schreihals in der meist offenen Schiebetür.

In der Innenstadt bringen einen Motorradtaxis, die Boda-Bodas, für etwa einen Euro am schnellsten ans Ziel. Allerdings kurven sie waghalsig zwischen den stehenden Autos durch, ignorieren Einbahnstraßen und nötigen einen neuerdings dazu, muffige und viel zu große Leihhelme aufzusetzen - ein Gesetz schreibt jetzt Warnweste und Helm für Fahrer und Beifahrer vor.

Zu Fuß sind in Nairobis Innenstadtgewimmel kaum Weiße unterwegs, und das obwohl Bataillone von ausländischen Mitarbeitern in der Stadt sind. Dass trotzdem kaum einer läuft, liegt vermutlich am miesen Ruf der Stadt: Nairobbery (in Anspielung auf den englischen Begriff für Raub) wird sie genannt. Meist trifft man darum lediglich ausländische Rucksacktouristen oder Studenten, die aus eigener Erfahrung wissen, dass dort nicht alles so gefährlich ist, wie es immer heißt.

Nachts ist Laufen aus Sicherheitsgründen wirklich keine gute Idee, wer länger bleibt, sucht sich am besten ein oder zwei Taxifahrer, deren Nummer er immer wählen kann, wenn es in die Bar, ins Restaurant oder nach Hause gehen soll. Den Fahrpreis legt man am besten vorher fest, kurze Fahrten kosten 2,50 Euro, mehr als 12 Euro sollte man innerstädtisch nie bezahlen.

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