Nairobi ist Kenias Hauptstadt, und wie das Land ist sie zerrissen, zwischen Armut und Wohlstand. In den Slums der Drei-Millionen-Stadt leben die Menschen so dicht beieinander, wie fast nirgends sonst auf der Welt. Mehr als 100.000 Nairobier drängen sich in den Armenghettos auf einem Quadratkilometer. Wasserhähne, die Tausende versorgen müssen, fallen dort oft aus, und der Strom noch öfter. Die Menschen kochen auf Holzkohleherden, die Fäkalien fließen dampfend durch offene Gräben.
Nur einen Kilometer entfernt sitzen NGO-Mitarbeiter und die kenianische Upperclass im Java Coffee House bei Drei-Euro-Soja-Latte, W-Lan inklusive, vor dem iPad und warten auf das nächste getoastete Panino. Darum kann Nairobi deprimierend sein oder nach Aufbruch aussehen, darum ist es manchmal schwer auszuhalten, in einer Stadt mit eigentlich hervorragenden Voraussetzungen.
Das Klima in Nairobi ist frühsommerlich mild, das Wetter meist herrlich und fällt damit als Smalltalk-Thema aus. Darum ist "Dieser Verkehr!" der liebste Aufreger der Nairobier. Ideal ist das tägliche Chaos für weniger pünktliche Menschen. Keiner ist einem wegen 30-minütiger Verspätung böse, denn jeder kennt die Tücken der Fortbewegung. Laufen ist oft die beste Lösung, man sollte also nicht fußfaul sein.
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