Sex-Seminar an US-Uni: Schaut her, ich komme

Ein Seminar über abnormen Sex? Da dürfen Praktiker nicht fehlen, fand ein amerikanischer Professor und lud Fetisch-Fans ein. Sie sollten nur mit den Studenten diskutieren, führten aber eine explizite Live-Performance vor. Der Uni-Präsident zeigt sich "verstört".

Hilfsdozenten: Faith und Jim zeigten Studenten, wie Sexspielzeug funktioniert Zur Großansicht
AP/ Chicago Sun-Times

Hilfsdozenten: Faith und Jim zeigten Studenten, wie Sexspielzeug funktioniert

Bevor das Paar sein Sex-Spielzeug auspackte, hatte der Professor seine Studenten dreimal gewarnt. Die Demonstration werde sehr anschaulich, wer das nicht vertrage, solle bitte die Vorlesung verlassen. So berichtet es ein Student der amerikanischen Nachrichten-Website FoxNews.com. Viele Studenten hätten danach tatsächlich den Raum verlassen, weil sie ins nächste Seminar mussten.

Die, die blieben, bekamen eine besondere Lektion. Inzwischen berichten alle wichtigen amerikanischen Medien darüber - sehr zum Missfallen des Uni-Präsidenten.

Die Lektion ereignete sich bereits am 21. Februar. Der Professor John Michael Bailey lud für sein Seminar "Menschliche Sexualität" an der Northwestern University einige Fetisch-Fans ein. Schließlich ging es in dieser Stunde um abnormen Sex. Die Studenten sollten mit ihnen über Fesselspielchen und Fetisch diskutieren. Unter den Gästen waren auch Jim Marcus und seine Verlobte Faith Kroll. Ein Student berichtet, dass sie als Exhibitionistin vorgestellt wurde, die es besonders anmacht, Sex vor größeren Gruppen zu haben.

Die Studenten sahen zunächst einen Film. Der wiederum gefiel dem Paar nicht. Er enthalte falsche Informationen, sagten sie. Ob es okay sei, wenn Faith Kroll einen weiblichen Orgasmus demonstrieren würde? Sie würden das Equipment benutzen, was sie mitgebracht hätten, berichtet die "New York Times". Darauf sagte Professor Bailey, die Studenten sollten den Raum verlassen, wenn es ihnen unangenehm sei. "Wenn ihr bleibt, beschwert euch später nicht", sagte er. Rund hundert Studenten blieben.

Der Uni-Präsident lässt den Vorfall untersuchen

Innerhalb weniger Sekunden zog Faith Kroll sich bis auf ihren BH aus, kletterte auf die Bühne, legte sich auf ein Handtuch und wartete auf ihren Verlobten mit dem Sexspielzeug. Studenten berichten, die beiden hätten recht weit hinten auf der Bühne gelegen, so dass nicht viel zu sehen gewesen sei. "Viele Studenten versuchten, einen besseren Blick zu erhaschen", sagt ein Student.

Anfangs habe die Universität ihren Professor, der bekannt ist für seine gewagten Seminare, noch verteidigt, berichtet die "Chicago Sun-Times". Nachdem aber immer mehr Medien über den Fall berichteten, änderten sie offenbar ihre Meinung.

In einer Stellungnahme schrieb Morton Schapiro, der Präsident der Uni: "Ich bin beunruhigt und enttäuscht über das, was passiert ist." Die Lektion habe zwar nach dem offiziellen Seminar stattgefunden und kein Student sei verpflichtet gewesen, daran teilzunehmen, trotzdem zeigt er sich zerknirscht: "Ich glaube nicht, dass es angemessen, notwendig oder im Einklang mit der Mission der Northwestern University war", schreibt er. "Viele Mitglieder der Northwestern-Gemeinschaft sind verstört über das, was auf ihrem Campus passiert ist. Ich auch."

Professor Bailey sagte zu FoxNews.com: "Wir haben das nicht gemacht, um die Studenten zu schocken." Er habe vermeiden wollen, dass sich seine Studenten "eine verzerrte Meinung gegenüber kontroversen und ungewöhnlichen Ansichten von Sexualität" bildeten. Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob er die Lektion bereue. Das Feedback der Studenten jedenfalls sei "ausschließlich positiv" gewesen.

fln/dpa/AP

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insgesamt 51 Beiträge
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1. typisch amis...
crime-scene-unit, 04.03.2011
Zitat von sysopEin Seminar über abnormen Sex? Da dürfen Praktiker nicht fehlen, fand ein amerikanischer Professor und lud Fetisch-Fans ein. Sie sollten nur mit den Studenten diskutieren, führten aber eine explizite Live-Performance vor. Der Uni-Präsident zeigt sich "verstört". http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,749177,00.html
sind die größten porno-produzenten der welt, aber gleichzeitig verklemmt bis zum anschlag... ha ha tststs...
2. Warum
marypastor 04.03.2011
Zitat von sysopEin Seminar über abnormen Sex? Da dürfen Praktiker nicht fehlen, fand ein amerikanischer Professor und lud Fetisch-Fans ein. Sie sollten nur mit den Studenten diskutieren, führten aber eine explizite Live-Performance vor. Der Uni-Präsident zeigt sich "verstört". http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,749177,00.html
muss ueberhaupt ein Uni-Seminar ueber Schweinkram gemacht werden ? Haben wir nicht genug andere "intellektuelle" Themen ?
3. Sexualität ist KEIN SCHWEINKRAM
california2000, 04.03.2011
Zitat von marypastormuss ueberhaupt ein Uni-Seminar ueber Schweinkram gemacht werden ? Haben wir nicht genug andere "intellektuelle" Themen ?
Wenn Sie das Wort "Schweinkram" für Sexualität benutzen, dann glaube ich eher nicht, dass Sie intellektuelle Themen verstehen würden. Ihnen würde ein solcher Seminarbesuch sicherlich gut tun, ebenso wie vielen meiner Landsleute. Verklemmte und scheinheilige Moral.
4. Hochwürden
Narn 04.03.2011
Zitat von marypastormuss ueberhaupt ein Uni-Seminar ueber Schweinkram gemacht werden ? Haben wir nicht genug andere "intellektuelle" Themen ?
Haha, ihr Nutzername sagt schon einiges aus! Stimme im Weiteren meinem Vorredner zu. Ohne Sex gäbe es auch keine Pfaffen.
5. und sofort wieder Ami-Bashing
MDen 04.03.2011
Zitat von crime-scene-unitsind die größten porno-produzenten der welt, aber gleichzeitig verklemmt bis zum anschlag... ha ha tststs...
Na, da ist Deutschland doch nix besser. Erstens haben beide Staaten genug Einwohner, sodass es sehr unterschiedliche und damit scheinbar widersprüchliche Verhaltensweisen gibt. Und zweitens wird auch in Deutschland differenziert, wann und wo welche sexuellen Aktivitäten akzeptabel bzw. legal sind. Offensichtlich ändert die SPON-Lektüre aber rein gar nichts and der Blödheit der Leser. Es ist zum verzweifeln.
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