Geld für die Bildung: Stifterverband empfiehlt Mehrwertsteuererhöhung

Mehrwertsteuer rauf für eine bessere Hochschulfinanzierung! Das fordert der Präsident des Stifterverbandes für Deutsche Wissenschaft - auch wenn dafür das Grundgesetz geändert werden müsste.

Andreas Barner, Präsident des Stifterverbands, fordert eine Erhöhung der Mehrwersteuer zugunsten der Hochschulen Zur Großansicht
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Andreas Barner, Präsident des Stifterverbands, fordert eine Erhöhung der Mehrwersteuer zugunsten der Hochschulen

Für eine bessere Ausstattung der Universitäten schlägt Andreas Barner, der neue Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt vor.

Dies sagte der 60-Jährige dem manager magazin in einem Interview. Barner, der den Pharmakonzern Boehringer Ingelheim leitet, hält eine bessere Finanzierung der deutschen Hochschulen für "eine nationale Aufgabe".

Die Erhöhung brächte jährlich rund acht Milliarden Euro mehr in die Kasse des Bundes - so dass, wie Barner im manager magazin fordert, das Gesamtbudget der Hochschulen jedes Jahr um fünf Prozent steigen könnte. "Die nachhaltige Hochschulfinanzierung ist so wichtig, da muss man auch zu großen Sprüngen bereit sein", sagte er.

Auch DFG-Präsident Kleiner forderte den "Bildungspfennig"

Die Idee ist nicht neu: Schon vor einem Jahr forderte der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, einen "Bildungspfenning" von den Deutschen: "Wenn wir das Wort von der Bildungsrepublik ernst nehmen, könnte ich mir auch vorstellen, dazu etwa die Mehrwertsteuer zu erhöhen." Einst habe es den Kohlepfennig als Aufschlag auf den Strompreis gegeben. "Warum sollten wir heute in der Wissensgesellschaft nicht einen Bildungspfennig einführen, genauer gesagt einen Wissens-Cent?"

Zuvor, räumt Barner ein, müsste freilich das Grundgesetz geändert werden. Das verbietet derzeit direkte, unbefristete Mittelzuweisungen des Bundes an die Universitäten. Die Aufhebung dieses Verbots wäre jedoch für Barner "eine kluge Idee". Der unabhängige, vom Bundespräsidenten eingesetzte Wissenschaftsrat erarbeitet derzeit einen Vorschlag für diese Grundgesetzänderung nach der Empfehlung einer Arbeitsgruppe, bei der Barner mitgewirkt hatte.

Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft haben sich rund 3000 Einzelstiftungen, Unternehmen und Privatpersonen zusammengeschlossen. Die Organisation versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Am 14. Juni war Barner zum Präsidenten des Verbandes gewählt worden - als Nachfolger von Arend Oetker aus dem Bad Schwartauer Zweig der Unternehmerdynastie.

juj

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insgesamt 254 Beiträge
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1. Hätten wir
solomong. 22.06.2013
Zitat von sysopMehrwertsteuer rauf für eine bessere Hochschulfinanzierung! Das fordert der Präsident des Stifterverbandes für Deutsche Wissenschaft - auch wenn dafür das Grundgesetz geändert werden müsste. Stifterverband fordert zusätzliche Milliarden für Universitäten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/stifterverband-fordert-zusaetzliche-milliarden-fuer-universitaeten-a-907253.html)
den Wissenspfennig vor ca. 50 Jahren eingeführt, müsste ich mir dennoch genau solchen ideenlosen Quatsch anhören. Die Dummschwätzer sterben einfach nicht aus.
2. Wie bitte?
LorenzSTR 22.06.2013
Ah, die Allgemeinheit wieder. Also ich fordere, die oberen 10.000 richtig zu besteuern, Niedriglohnsubventionierung ersatzlos zu streichen und Steuermilliarden in der Schweiz und Co. einzutreiben, inkl. empfindlicher Geldstrafen für die Betrüger. Da dürften dann deutlich mehr als acht Milliarden zusammenkommen und die Profiteure einer guten Hochschullandschaft sollten irgendwie auch einmal zur Kasse gebeten werden - und weniger etwa arbeitslose Akademiker.
3. wie waers denn mal ............
ottohuebner 22.06.2013
wie waere es denn wenn die politiker mal das verschwenden und veruntreuen von hun derten von millionen steuergeldern aufgeben wuerden. siehe berlin, hamburg, stuttgart und viele viele andere beispiele. wenn das aufhoert und die einnahmen dann nicht reichen, dann kann man an steuerehoehu ngen denken.
4. aha?
3of5 22.06.2013
Die Mehrwertsteuer ist eine regressive Steuer und im Gegensatz zur progressiven Einkommenssteuer trifft sie vor Allem die ärmere Bevölkerung stärker, vergrößert also die Sschere zwischen Arm und Reich. Gegen eien bessere Hochschulfinanzierung ist nix einzuwenden, aber eine Mehrwertsteuererhöhung ist dabei der falsche Weg. Aber sicher attraktiv für Leute, die eine zusätzliche Einkommenssteuerstufe befürchten.
5. xxx
Dramidoc 22.06.2013
Zitat von sysopMehrwertsteuer rauf für eine bessere Hochschulfinanzierung! Das fordert der Präsident des Stifterverbandes für Deutsche Wissenschaft - auch wenn dafür das Grundgesetz geändert werden müsste. Stifterverband fordert zusätzliche Milliarden für Universitäten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/stifterverband-fordert-zusaetzliche-milliarden-fuer-universitaeten-a-907253.html)
Das sollte man mal schnell wieder vergessen, weil die Mehrwertsteuer tragen alle und würgt die schwache Konjunktur ab. Unter einer Mehrwertsteuererhöhung leiden gerade jenen, deren Gehalt komplett in den Lebensunterhalt geht. Zudem kleine und mittelständische Unternehmen, die im Gegesatz zu großen Konzernen nicht diese steuerlichen Erleichterungen haben. Man könnte z.B. die nicht konsumintensiven Steuern erhöhen, von denen die breite Masse keinen Schaden nimmt, da sie für das Land und die Wirtschaft das Meiste schultern. Eine Gruppe, die nur profitiert, aber keinen Beitrag leistet bietet sich da eher an.
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