Von Heike Sonnberger, Tokio
Sie wollten diese Reise gemeinsam machen. Ihre erste Fahrt in den Nordosten Japans, seit dort ein Jahr zuvor ein Tsunami Häuser, Straßen und Menschen mit sich gerissen und das Atomkraftwerk von Fukushima zerstört hatte. Und so saßen die fünf Soziologiestudenten Yuka, Kota, Maiko, Rina und Daiki aus Tokio in einem Bus in die Katastrophenzone, um mit eigenen Augen zu sehen, was Naturgewalten anrichten können.
Auf der zweitägigen organisierten Busreise besuchten sie die Orte Ishinomaki und Onagawa. Der Bus rollte durch Brachland, wo einst Häuser standen. Am Straßenrand türmten sich immer noch Berge von Sperrmüll. Die Ruinen einzelner Gebäude ragten wie faulige Zähne aus dem Boden.
Eine junge Therapeutin, die im Krankenhaus in dem Küstenörtchen Onagawa arbeitet, sprach von dem Tag, an dem die braune Flut kam. Die fünf Freunde schauten sich Luftbilder an, die die Gegend vor der Katastrophe zeigten - und sahen vor dem Busfenster die triste Gegenwart.
Als der Reisebus am Sonntagabend schließlich zurück in die japanische Hauptstadt fuhr, erzählten die 20- und 21-Jährigen, wovon sie träumen, wovor sie sich fürchten, an was sie sich gern zurückerinnern und wie sie die Welt retten würden.
Kota: Will Umweltminister werden
Rina: Fühlt sich zu schüchtern
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