Tote Yale-Studentin: Uni-Leitung entschuldigt sich für peinliche Mail

Nach dem mysteriösen Todesfall an der Universität Yale unterlief der Uni-Leitung ein peinlicher Fehler: Sie schickte den Studenten Werbemails für den Workshop "Die Killer-Bewerbungen" - und musste jetzt um Verzeihung bitten.

Yale: Mord an Annie Le Fotos
AP

Die Polizei fand die Leiche von Annie Le am Sonntag, dem Tag, an dem die 24-jährige Yale-Doktorandin eigentlich heiraten wollte. Beamte hatten den leblosen Körper hinter einer Wand in einem Hochsicherheitslabor entdeckt, in dem sie gearbeitet hatte. Wegen des mysteriösen Todesfalls, dessen nähere Umstände noch ungeklärt sind, trauern Dozenten und Studenten der amerikanischen Elite-Uni.

Einen Tag später unterlief der Uni-Leitung ein Fauxpas: In einer Rund-Mail warb sie für einen Workshop, der Studenten bei der Jobsuche helfen soll. Titel der Veranstaltung: "Die Killer-Bewerbungen", im Original: "Killer Cover Letters".

Eine unglückliche Wortwahl, räumte ein Vertreter der Uni-Leitung ein. Zwar sei der Titel der Veranstaltung umgangssprachlich und damit normalerweise auch in Ordnung, aber momentan sei es unangebracht, einen Workshop mit der Überschrift "Killer-Bewerbungen" zu versehen. Es habe nicht im Interesse der Uni gelegen, weiteres Leid unter den Studenten zu erzeugen.

Am Dienstag vergangener Woche hatte eine Überwachungskamera Annie Le dabei gefilmt, wie sie ein Gebäude der medizinischen Fakultät betrat. Seitdem fehlte von ihr jede Spur. Erst fünf Tage später fand die Polizei die Leiche.

Zugangskarte und Geldbörse lagen im Büro

Zu dem Gebäude, in dem Les Leiche gefunden wurde und das abseits des Campus liegt, haben nur autorisierte Personen Zutritt. Insgesamt 75 Überwachungskameras sind auf dem Gelände installiert. Ein Universitätssprecher erklärte, dass Le den Daten des Sicherheitssystems zufolge am Dienstag um 10 Uhr das Gebäude betreten, es aber nicht wieder verlassen habe. Zugangskarte, Geldbörse und Kreditkarten der Frau wurden später in ihrem Büro im dritten Stock gefunden.

Zu möglichen Tätern oder dem Motiv wollten sich die Ermittler bisher nicht äußern. Der Polizei zufolge gehört der Verlobte des Opfers nicht zu den Tatverdächtigen.

Eine Bekannte des Opfers erklärte, Annie Le habe sich nie Sorgen um ihre persönliche Sicherheit gemacht: "Wenn sie Angst gehabt hätte, hätte sie das gesagt", sagte Jennifer Simpson dem Fernsehsender CBS.

Annie Le aus Kalifornien galt als freundlich und offen. "Sie liebte Menschen. Sie liebte das Leben", so die Freunde. Am Montagabend um 20 Uhr werden sich die Studenten zu einer Gedenkfeier auf dem Campus versammeln. Hochschulpräsident Richard Levin bot den Angehörigen seine Unterstützung an.

otr/AP

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