Von Kathrin Breer
Die Besucherströme sollen in die gewünschte Richtung fließen. Das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin beherbergt die Zentralbibliothek der Humboldt-Universität. Drei Etagen der Leseterrassen hat die Verwaltung zur "Homezone" erklärt. Hier dürfen nur HU-Studenten lernen.
Alle anderen Besucher müssen auf die übrigen Etagen ausweichen. Damit sich kein Drittbenutzer in die reservierten Tischreihen schleicht, müssen die Humboldtianer ihren Ausweis deutlich sichtbar auf dem Tisch platzieren. Das wird auch kontrolliert - durch den Wachdienst.
"Die Maßnahme ist auf viel Unverständnis bei den Benutzern gestoßen", sagt Katharina Tollkühn, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek. Eingeführt wurde die Homezone, als das Hauptmagazin der nahe gelegenen Staatsbibliothek vorübergehend geschlossen wurde. Viele Nutzer wichen ins Grimm-Zentrum aus und machten den Studenten die ohnehin knappen Plätze streitig.
Die Humboldt-Uni hat ein Herz für Studenten, die ohne Bibliotheksarbeitsplatz schlecht lernen können und Schwierigkeiten hatten, ihre Hausarbeiten rechtzeitig abzugeben oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. Termine wurden wegen des Platzmangels sogar verschoben.
Jetzt braucht man eine Aufenthaltsgenehmigung; externe Nutzer müssen Platz machen. "Natürlich wollen wir eine Anlaufstelle für alle interessierten Leser sein, aber wir müssen eben auch an unsere eigentliche Zielgruppe, die Studenten, denken", so Tollkühn.
Aus Uni-Sicht geht das Konzept auf. Die Homezone-Regelung, zunächst als Übergangslösung geplant, bleibt vorerst. Im zweiten bis vierten Obergeschoss des Grimm-Zentrums gilt für Externe weiter: "Wir müssen leider draußen bleiben."
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