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Vorsicht, Literatur! Zu Risiken und Nebenwirkungen...

...lesen Sie die Warnhinweise auf dem Einband! An Warnungen vor heißem Kaffee in Kaffeebechern haben sich Amerikaner gewöhnt. Jetzt fordern US-Studenten Hinweise auch auf Büchern, wenn sie Gewalt- und der Sexszenen enthalten, die zarte Akademikerseelen schädigen könnten.

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Literaturklassiker mit Warnhinweisen: Vorsicht, eine Depression!
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Warnhinweise auf dem Buchcover und fragen Sie Ihren Professor oder Dozenten. Was sich wie ein Gag anhört, meinen Studenten der University of California in Santa Barbara absolut ernst. Sie machen sich nämlich für sogenannte Trigger Warnings auf Büchern stark.

Die Hochschüler vermuten, dass Beschreibungen von Vergewaltigungen, Körperverletzungen oder anderer verstörender Ereignisse bei Studenten, die Ähnliches in ihrer Vergangenheit erlebt haben, psychische Schäden auslösen können.

Auch an einem College in Ohio fordern einige Nachwuchsakademiker, dass Bücher und Filme, die "das Lernen stören" und "ein Trauma verursachen" könnten, in Lehrplänen entsprechend gekennzeichnet werden.

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Plakate über Vielfalt: Batman liebt Popeye

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1. ist hier schon angekommen
conocedor 13.07.2014
Zitat von sysop...lesen Sie die Warnhinweise auf dem Einband! An Warnungen vor heißem Kaffee in Kaffeebechern haben sich Amerikaner gewöhnt. Jetzt fordern US-Studenten Hinweise auch auf Büchern, denn enthaltene Gewalt und Sex könnten zarte Akademikerseelen schädigen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/us-studenten-fordern-warnhinweise-auf-uni-lehrbuechern-a-980302.html
Ausnahmsweise muss man bei diesem neuen Ausfluss der political correctness wohl nicht fünf bis sechs Jahre warten, bis es das Thema in breiterer Form nach Deutschland schafft. Denn ganz ähnliche Forderungen gibt es hierzulande heute schon, die werden aber nicht plakativ „trigger warnings“ genannt, sondern „Buchauflagen in wissenschaftlich aufbereiteter Form, mit erklärendem Vorwort und Fußnoten“. Politisch ungefestigte junge Leute könnten ansonsten wohl ungefiltert rassistisch verseucht werden, wenn sie den Jugendbuchklassiker „Onkel Toms Hütte“ mal so eben aus der Bibliothek ausleihen möchten: http://www.scilogs.de/sprachlog/pippi-geh-von-bord/
2.
QPDO 13.07.2014
Mich wundert warum das Verlagswesen diese schockierenden Schlagworte nicht schon seit langem als kondensierte Form eines Exzerpts auf die Bücher presst. Sorry... aber in fast jedem Werk der heutigen Pop-Literatur geht es um sex, Gewalt, Depression oder Machtmissbrauch. ..
3.
substi 13.07.2014
Zitat von sysop...lesen Sie die Warnhinweise auf dem Einband! An Warnungen vor heißem Kaffee in Kaffeebechern haben sich Amerikaner gewöhnt. Jetzt fordern US-Studenten Hinweise auch auf Büchern, denn enthaltene Gewalt und Sex könnten zarte Akademikerseelen schädigen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/us-studenten-fordern-warnhinweise-auf-uni-lehrbuechern-a-980302.html
Klingt nach einem Studentenulk - andererseits gab es doch bereits spätestens in den 1970er Jahren Bestrebungen, die von den Gebrüdern Grimm gesammelten Kinder- und Hausmärchen "kindgerecht zu entschärfen". In heutiger Zeit ist's eben ein Ding der Unmöglichkeit, dass *der Wald* als ein unheimlich anmutender Topos, in dem man sich verirren könne, angesehen wird; der Wald, das ist - aus heutiger Sicht - das Naherholungsgebiet, in dem Rotkäppchens Großmutter Nordic Walking Gruppen herumklackern lässt und in dem der unter Naturschutz stehende Wolf keineswegs Bösewicht sein darf, sondern wegen der bösen Automobile eine Wildbrücke benötigt. Wenn jetzt also eine Gruppe von Studenten an der University of California in Santa Barbera oder eine weitere in Ohio nach Warnhinweisen auf Büchern verlangen, könnte man dies eine sehr zeitgemäße Folge der von Kindesbeinen an antrainierte "Schutzbedürftigkeit" betrachten. Wovor sich die Studenten da schützen oder warnen zu lassen fordern, ist nichts anderes als die Realität bzw. die Öffnung des Geistes, die doch bislang als Sinn der Lektüre verstanden wurde. Die geäußerten Forderungen sind also gewissermaßen Willenserklärung, nicht lernen zu wollen - und mit Büchern, deren Inhalt sich darauf beschränkt, bloß billige Lacher beim Publikum auszulösen, ist der Buchmarkt eh gesättigt.
4.
max-mustermann 13.07.2014
Ich bin für Warnhinweise auf Wohnungstüren. "Achtung das verlassen ihrer Wohnung könnte sie mit der grausamen Realität konfrontieren, betreten auf eigene Gefahr"
5.
Tiananmen 13.07.2014
Ich bin absolut _für_ solche Warnhinweise. Auf die ganzen schmalzreifenden Liebesromane gehört ein Label des Inhalts: "Das Lesen dieses Romans kann zu andauernden pyschischen Störungen und zu weitreichendem Realitätsverlust führen."
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Titelbild
Heft 4/2014 Die abenteuerliche Geschichte des Studenten Patrick Manyika aus Ruanda