Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

"Wer wird Millionär?": Cooler Kneipier räumt bei Jauch die Million ab

Von und

Lässig zum Maximalgewinn: Ralf Schnoor aus Hannover ist der siebte Kandidat bei "Wer wird Millionär?", der den ganz großen Preis abräumte. Der 49-Jährige profitierte von seiner Erfahrung als Quiz-Veranstalter - und glänzte bei der letzten Frage mit Briefmarken-Fachwissen.

"Wer wird Millionär?": Ralf Schnoor - der Millionengewinner Fotos
RTL

Köln/Berlin - "Wie heißt die erste deutsche Briefmarke, die 1849 in Bayern herausgegeben wurde?" A: Schwarzer Einser, B: Roter Zweier, C: Gelber Dreier, D: Blauer Vierer? Ralf Schnoor aus Hannover wusste in der 906. Folge von " Wer wird Millionär?" die Antwort - und sicherte sich damit eine Million Euro. Der Betreiber eines Cafés ist nach Angaben von RTL der siebte Millionär bei der Sendung von Moderator Günther Jauch (ohne Prominenten-Specials).

Bereits in der Montagssendung hatte es der 49-Jährige mit der richtigen Beantwortung der Auswahlfrage in 5,29 Sekunden ins Spiel geschafft. Schnoor entschied sich gegen die Risikovariante und verzichtete auf den vierten Joker - genauso wie alle bisherigen Millionäre, die alle mit nur drei Jokern die Million abräumten.

Souverän hatte sich der Hannoveraner durch die ersten zehn Fragen gequizt und dabei nicht einen Joker gebraucht. Das Publikum verhalf ihm bei Frage 11 zu 32.000 Euro, der 50:50-Joker katapultierte Schnoor, der ohne den Zusatzjoker ins Feld zog, auf die 500.000-Euro-Frage.

Die Millionenfrage nach der Briefmarke beantwortete Schnoor so souverän wie wohl kaum ein Kandidat vor ihm. Dabei kam ihm zugute, dass er ein Rateprofi ist: In seiner Kneipe organisiert er ein Quiz, für das er sich die Fragen selbst ausdenkt. Als die Antwortmöglichkeiten am Monitor zu sehen waren, schien sich der 49-Jährige innerlich zu freuen. Schnoor hatte immer noch seinen Telefonjoker - und wollte ihn nutzen.

Jauch: "Sammeln Sie Briefmarken?"

Schnoor: "Nein, ich freue mich über mein Table-Quiz von mal zu mal mehr."

Jauch: "Sammelt Ihr Telefonjoker Briefmarken?"

Schnoor: "Nein, auch nicht, aber ich möchte ihn gerne anrufen."

Jauch ahnte offenbar schon die sich anbahnende Sensation. Noch während das Freizeichen ertönte, erzählte Jauch eine Anekdote aus Amerika. Dort hatte ein Kandidat einst bei der Millionenfrage seinen Vater, der als Telefonjoker fungierte, angerufen, um ihm zu sagen, dass er in diesem Augenblick Millionär sei. Schnoor tat so, als würde er diese Geschichte nicht kennen und ließ Jauch höflich zu Ende erzählen. Schnoors Telefonjoker wurde erst Zeuge dieser Unterhaltung und anschließend eines denkwürdigen TV-Moments.

"Bist Du noch im Laden?", fragte Schnoor in aller Ruhe. Da waren schon knapp acht der 30 Joker-Sekunden verstrichen. Schnoor blieb ungerührt. "Also ich glaube, ich kann die Frage hier locker beantworten. Die erste deutsche Briefmarke war der Schwarze Einser, würdest du es auch so sehen?" Darauf der Telefonjoker unsicher: "Ich habe es schon mal gehört, aber ob es die erste war?" Schnoor: "Doch, es ist der Schwarzer Einser!" Der Telefonjoker: "Dann nimm es!"

Auf Jauchs Frage, wie er auf die Antwort komme, sagte Schnoor: "Ich habe diese Frage bei einem Table-Quiz mit dem Motto Briefmarken recherchiert und die wurde in Bayern rausgegeben." Schnoor lag richtig.

Wenig später rieselte silbernes Lametta auf die Köpfe von Jauch und seinem Kandidaten. Schnoor ist einer von nur fünf Kandidaten in der Geschichte der Sendung, der seit der Einführung des Euro die Maximalsumme gewann.

Während der neue Quizkönig seiner Ehefrau in die Arme fiel, bedeckte eine Art Lorbeerkranz aus Lametta Jauchs Haaransatz. Ob sich sein Leben jetzt ändern würde, wollte der Moderator von Schnoor wissen. "Ich mache das, was ich mache, sehr gerne. Ich werde jetzt nicht aufhören zu arbeiten", kündigte der Cafébesitzer an.

Den Gewinn teilt er sich mit seiner Frau - sie wollen eine Drei-Zimmer-Wohnung in Hannover kaufen und nach Australien reisen. Zudem will Schnoor die Löhne seiner Mitarbeiter im Café erhöhen. In sein Lokal lud er zudem alle Studiozuschauer ein - als Dankeschön für die Hilfe bei der 32.000-Euro-Frage. "Das hätte ich nicht gewusst", rief er dem Publikum zu. Ob er seinen Telefonjoker ebenfalls an seinem neuen Reichtum beteiligen wird, ließ er offen.

Der letzte Millionengewinner in der Sendung liegt fast vier Jahre zurück. Am 8. Januar 2007 beantwortete der Marburger Student Timur Hahn alle 15 Fragen richtig.

Hätten Sie Ralf Schnoors Weg zur Million geschafft? Testen Sie Ihr Wissen - alle 15 Fragen auf SPIEGEL ONLINE.

Mit Material der dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 77 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
raytheon11 26.11.2010
*gähn*
2. Interessant...
Emmi 26.11.2010
Zitat von sysopLässig zum Maximalgewinn: Ralf Schnoor aus Hannover ist der siebte Kandidat bei "Wer wird Millionär?", der den ganz großen Preis abräumte. Der 49-Jährige profitierte von seiner Erfahrung als Quiz-Veranstalter - und glänzte bei der letzten Frage mit Briefmarken-Fachwissen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,731474,00.html
Interessant. Meine Katze hat heute wieder mal ihren Napf in 1:30 leer gefressen, obwohl sie überhaupt keine Ahnung von Briefmarken hat...
3. Glück gehabt!
aldente 26.11.2010
Ich gönne dem Kandidaten auf jeden Fall den Gewinn, allerdings hatte er auch sehr viel Glück mit den Fragen. Mir scheint der Schwierigkeitsgrad der Fragen sehr unausgeglichen zu sein: In diesem Fall gab es bei einer sehr hohen Summe die sinngemäße Frage, welches Märchen mit Armut zu tun hat (--> Hänsel und Gretel). Oft sind schon die 4.000-Euro-Fragen schwerer! Und auch die 500.000-Euro-Frage, nach dem natürlichen Ursprung der Acetylsalicylsäure, war sehr einfach. Sowas lernt man in Chemie in der 8. Klasse! Und meiner Meinung nach gehört sowas auch zur Allgemeinbildung! Eigentlich traurig, wie viel Schulwissen bei den meisten Menschen wieder verloren gehen. Ich wette, 95% der Bevölkerung wären nicht mal in der Lage, einfachste Rechenaufgaben zu lösen, beispielsweise die Brüche 1/2 und 1/3 zu addieren. "Braucht man ja eh nicht!" Vielleicht hat RTL absichtlich den Schwierigkeitsgrad der Fragen etwas gesenkt, wegen des (berechtigten) Vorwurfes, dass es seit fast vier Jahren wegen der zu schweren Fragen keinen Millionär mehr gab. Für den Kandidaten hat sich die Sendung gleich doppelt gelohnt: Er hat 1.000.000 Euro gewonnen, und er konnte gefühlte 27 mal den Namen seines Cafés in die Kamera sagen, so eine Werbung ist natürlich unbezahlbar!
4. Wer´s galubt...
Der Enttäuschte 26.11.2010
Seit Dienstag sah ich die Vorschautrailer über diesen Kandidaten - blabla über Millionengewinner - und da ich die Sendung nicht regelmäßig verfolge, dachte ich: Wow..wurde ja auch Zeit. Dann fing die heutige Sendung an und staun: der hatte ja noch gar nicht angefangen. Stutzig hoch drei! Die Mimik von ihm und "seiner Frau" taten dann ein übriges, um mich endgültig davon zu überzeugen: Niemals war das echt! Niemals! RTL brauchte mal wieder einen Millionengewinner, kündigen ihn praktisch in den Trailern an, machen dann schön teure Reklame zwischen jeder der letzten drei Fragen und damit ist das Soll erfüllt. Schäm dich, Jauch!
5.
susie.sunshine 26.11.2010
Einfach toll, sympathisch und wirklich gutes Wissen. Glückwunsch.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH