Feiern für Fortgeschrittene: Wie fälsche ich meinen Perso?

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Personalausweis: Frau Mustermann ist alt genug für Clubs - aber was machen die Jüngeren?

Der Türsteher fragt nach dem Personalausweis, die Frau im Supermarkt, der Mann im Kino. Welcher Jugendliche hat nicht schon überlegt, sich auf dem Papier älter zu machen? Die Party-Experten Sebastian Leber und Nana Heymann beantworten zentrale Feier-Fragen. Teil 2: Ausweis fälschen - ist das strafbar?

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, seinen Personalausweis fälschen zu wollen: Weil man mit 16 nicht in die Disco ab 18 reinkommt, weil man mit 18 nicht in den Studentenclub ab 21 reinkommt, weil man als Minderjähriger im Kino noch keine Kettensägenmassakerfilme anschauen darf.

In Internetforen finden sich zahllose Vorschläge und Tricks, wie man angeblich garantiert und fast ohne Risiko mit gefälschten Papieren Einlass findet. Aber stimmt das wirklich?

Ein Überblick über die beliebtesten Techniken inklusive Kosten-Nutzen-Analyse.

1. Personalausweis einscannen, das Geburtsdatum photoshoppen, hochwertig ausdrucken und laminieren. Problem: Das ist Urkundenfälschung und somit kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es drohen bis zu fünf Jahre Knast. Kosten-Nutzen: Das ist es nicht wert.

2. Statt des eigenen Persos einen fremden Studentenausweis, zum Beispiel den internationalen ISIC-Ausweis, einscannen und fälschen. Ist ja kein Regierungsdokument. Problem: Es macht keinen Unterschied, Urkunde bleibt Urkunde und die Fälschung somit eine Straftat. Kosten-Nutzen: Lieber sein lassen.

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3. Den Perso von jemandem ausleihen, der einem einigermaßen ähnlich sieht und das richtige Alter hat. Problem: Ist zwar keine Urkundenfälschung, aber Missbrauch von Ausweispapieren und damit wiederum eine Straftat. Immerhin droht einem hier nach Paragraf 281 StGB nur maximal ein Jahr Knast, übrigens auch dem, der einem anderen seinen Ausweis überlässt. Kosten-Nutzen: Vor allem da man auch noch einen anderen mit reinzieht - lieber nicht.

4. Perso einscannen, das Geburtsdatum photoshoppen und in Schwarz-Weiß auf einem DIN-A4-Papier ausdrucken. Den Wisch dann dem Türsteher vorzeigen und behaupten, man lasse das Original immer zu Hause, um es nicht zu verlieren. Problem: Theoretisch müsste die Kopie auf der Rückseite beglaubigt werden. Vielen Türstehern ist das aber egal, sie lassen einen trotzdem rein. Achtung: Niemals in Farbe ausdrucken, sonst kann das als Versuch gewertet werden, die Kopie als Original auszugeben. Das wäre dann wieder Urkundenfälschung. Kosten-Nutzen: Gut - allerdings nur, solange es nicht alle machen und die Türsteher irgendwann dahinterkommen.

Und was ist mit demjenigen, der gar kein höheres Alter vortäuschen möchte, sondern im Gegenteil ein paar Jahre wegmogeln will? Zum Beispiel, um eine neue, augenscheinlich deutlich jüngere Bekanntschaft nicht zu vergraulen. Oder um den Minderjährigen-Rabatt im Kino abzugreifen. Oder um sich auf eine "Unter 30"-Party einzuschleichen, bei der Ausweiskontrollen ebenfalls Pflicht sind. Auch in diesen Fällen wird der Fälschungsversuch leider nicht als Partygag gewertet, die oben beschriebenen Gesetze kommen ebenso zur Anwendung. Es dürfte außerdem um einiges peinlicher werden, seine Motive dem Richter zu erklären. Dann lieber auf andere Strategien zum Jungwirken setzen: Haarspangen für sie, Jeansflicken mit Rennwagenbildern für ihn.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Nachts sind alle Katzen blau. Feiern für Fortgeschrittene", erschienen im Goldmann-Verlag.


FEIERN FÜR FORTGESCHRITTENE

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Zur Person
  • Doris Spiekermann-Klaas
    Die Buchautoren Sebastian Leber und Nana Heymann arbeiten beide als Journalisten: Sie schreibt unter anderem für den "Tagesspiegel" und das "ZEITmagazin", er arbeitet als Redakteur beim "Tagesspiegel". Seit Jahren berichten beide für die Zeitung über das Berliner Nachtleben - und feiern auch selbst ausgiebig mit.
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