| Advanced Micro Devices | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| ISIN | US0079031078 |
| Gründung | 1969 |
| Sitz | Sunnyvale, |
| Leitung | Rory P. Read[1] |
| Mitarbeiter | 11.000 (Dezember 2010) |
| Umsatz | 6,49 Mrd. US$ (2010)[2] |
| Branche | Mikroelektronik |
| Website | www.amd.com |
Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) ist ein US-amerikanischer Chip-Hersteller mit Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien. AMD entwickelt und produziert Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikchips und System-on-Chip-Lösungen für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Das Unternehmen ist im Standard & Poors 500-Aktienindex gelistet, beschäftigt weltweit 13.395 Mitarbeiter und ist der siebtgrößte Halbleiter- bzw. zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2008 bei 5,8 Mrd. $ (Intel: 37,6 Mrd. $). Dabei wurde ein Verlust von 3 Mrd. $ (Gewinn Intel: 5,3 Mrd. $) erzielt.
AMD wurde am 1. Mai 1969 unter dem Namen „Sanders Association“ von Jerry Sanders III und Ed Turney gegründet. Das Startkapital wurde durch Investoren, darunter Intel-Gründer Robert Noyce, bereitgestellt. Die ersten integrierten Schaltkreise wurden im November 1969 produziert. Diese bildeten die Grundlage für das erste selbstentwickelte Produkt Am2501, welches 1970 auf den Markt kam.
Ab 1973 begann die Expansion in Länder außerhalb der USA, so wurde ein Werk in Penang in Malaysia errichtet. 1975 startete AMD die Produktion von Speicherchips, und 1979 ging das Unternehmen an die Börse. Im selben Jahr wurde eine Lizenz von Intel zur Herstellung der 8086- und 8088-Prozessoren erworben. Als diese im Jahr 1986 gekündigt wurde, führte dies zu einem Rechtsstreit, in dessen außergerichtlicher Einigung AMD untersagt wurde, ab der 5. Generation (80586 - Intel Pentium) Nachbauten von Intels Prozessoren zu erstellen. AMD entwickelte daraufhin eigene Architekturen, die erste war der AMD K5. Mit der Übernahme des CPU-Herstellers NexGen im Jahr 1996 schuf man für weitere Entwicklungen technologische und personelle Grundlagen. Zur Produktion der Chips eröffnete man 1998 in Dresden die Fab30 und 2004 die Fab36. Zwischenzeitlich hatte man den CPU-Hersteller Alchemy übernommen, der High-End-Low-Power-Embedded-Prozessoren mit MIPS-Architektur produzierte.
Ebenfalls 2004 erfolgte die Umbenennung des 1993 mit Fujitsu gegründeten Joint Venture Fujitsu AMD Semiconductor Limited in Spansion. Die gesamte Flash-Produktion wurde von AMD und Fujitsu an Spansion übergeben. Ende 2005 wurde Spansion dann komplett als eigene Aktiengesellschaft ausgegliedert, da die Sparte andauernde Verluste aufwies.
Im Jahr 2006 übernahm AMD ATI Technologies, einen zu diesem Zeitpunkt führenden Anbieter von Computergrafik-Chips. In der Halbleiterbranche galt diese Übernahme aufgrund der besonderen Konstellationen (kaum direkte Konkurrenz dieser Unternehmen, unterschiedliche Forschungsgebiete) als beispiellos. Durch diese Übernahme kann AMD, wie auch Hauptkonkurrent Intel, wichtige Computerbauteile „aus einer Hand“ liefern.
| Aktionär | Anteil |
|---|---|
| Streubesitz | 59,7 % |
| Mubadala Development Company | 16,0 % |
| Oppenheimer Funds | 11,9 % |
| The Vanguard Group | 3,9 % |
| Barclays Global Investors | 3,2 % |
| State Street Global Advisors | 3,0 % |
| Fidelity Investments | 2,3 % |
Am 8. September 2008 erklärte AMD CEO Dirk Meyer gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Fortune, dass sich AMD „weg von einem durch Fabs gefesselten hin zu einem weniger auf Fabs konzentrierten Modell entwickeln werde“ (Original: “going to go away from a captive fab model to more of a fabless model”). Damit war die wirtschaftliche Abtrennung der Fertigungsanlagen auf dem Wege. Im Oktober 2008 gab AMD bekannt, seine Chip-Fabs in eine zusammen mit der Investmentfirma Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi betriebene Foundry auszugliedern.[4] Im März 2009 wurde der offizielle Name der ausgegründeten Firmensparte bekanntgegeben: Globalfoundries[5][6]
Im Januar 2011 trat Dirk Meyer von seinen Funktionen bei AMD zurück.[7] Nach Monaten kommissarischer Führung durch den CFO Thomas Seifert ernannte AMD im August 2011 den ehemaligen Lenovo-Manager Rory P. Read zum neuen CEO.[1]
Im Desktopsegment bietet AMD aktuell (2011) den AMD FX, den Phenom II, den Athlon II und die AMD-Fusion-APUs an. Diese gibt es in Ausführungen mit zwei bis acht Kernen. Der Athlon II muss dabei auf einen L3-Cache verzichten und AMD Fusion integriert die CPU, GPU sowie Video- und andere Hardwarebeschleuniger auf einem Die. Bei den Phenom II bilden dabei die 1100er-Modelle mit sechs Kernen die Leistungsspitze. Die 1000er-Modelle haben auch sechs Kerne, aber eine geringere Taktfrequenz. Die 900er-Modelle verfügen demgegenüber nur über vier Kerne, die 800er-Reihe besitzt zudem einen kleineren Cache, die 700er-Reihe nur noch drei Kerne und die 500er-Reihe nur noch zwei, da ein bzw. zwei Kerne deaktiviert wurden. Alle Phenom-II- und Athlon-II-Modelle sind für den Sockel AM3 ausgelegt, wobei die Prozessoren, wenn der Mainboard-Hersteller ein BIOS-Update zur Verfügung stellt, auch auf AM2(+)-Boards laufen können. Bei den AMD-FX-Prozessoren bilden die 8000-Reihe die Leistungsspitze mit vier Modulen zu je zwei Kernen, die 6000-Reihe mit drei Modulen und die 4000-Serie mit zweien. Ende Februar 2012 wurde offiziell, dass AMD den ersten handelsüblichen Desktop-PC-Prozessor entwickelt hat, der eine Nominaltaktfrequenz von über 4 GHz erreicht (4,2 GHz). Der Prozessor mit dem Namen FX-4170 arbeitet mit vier Kernen.[8]
Im Server- und Workstation-Bereich bietet AMD seine Opteron-Prozessoren an, die auf den entsprechenden Desktop-Prozessoren basieren, jedoch über zusätzliche HyperTransport-Links für die Kommunikation bei Mehrprozessorsystemen verfügen.
Das Notebooksegment wird von AMD in hauptsächlich zwei Bereiche geteilt: besonders kompakte „Ultrathin“-Notebooks und „Mainstream“-Notebooks. Der Bereich der ultraleichten Notebooks umfasst weitestgehend alles unter 14 Zoll (es gibt auch Ausnahmen), soll aber nicht als „Netbook“ aufgefasst werden. Der Notebook-Mainstream-Bereich wird vermehrt von der AMD Fusion-A mit bis zu 4 Kernen abgedeckt, der 2011 auf den Markt kam. Deren Vorgänger, die Puma-Plattform, besteht aus einem Athlon oder einem Turion, jeweils mit zwei Kernen. Die Leistungsspitze bildet dabei bei AMD der Turion Ultra. Zur Seite steht den Turions bei der Puma-Plattform eine Grafikkarte (Mobility Radeon) der 3000- bzw. 4000-Generation. Mit der Puma-Plattform stellte AMD auch die XGP-Technologie vor. Diese wurde von Fujitsu (Siemens) umgesetzt, die mit dem Amilo SA 3650 und dem dazugehörigen Amilo-Grafikbooster die erste und einzige leistungsstarke externe Grafikkarte auf den Markt haben. Der Amilo-Grafikbooster basiert dabei auf einer Mobility Radeon HD 3870.
Im „Ultrathin“-Notebook, Subnotebook - und Netbookbereich mit wenig Platz und wenig Strombedarf traf man auf den Athlon Neo und Athlon II Neo. Er besitzt wie die neue Fusion-E-Serie deutlich mehr Leistung als dessen Hauptkonkurrent Intel Atom und wird durch eine leistungsfähigere Onboard-Grafik als die für den Atom unterstützt. Die neue stromsparende Fusion-E- und C- Serie besitzt eine integrierter DirectX11-Grafikeinheit, als APU bezeichnet, im Die.
AMD bietet für verschiedene Systeme Chipsätze an.
Besonders ausgeprägt in AMDs Grafikangeboten ist der PC-Markt. Grafikprozessoren für Standardcomputer und Computerspiele werden als AMD Radeon (vormals ATI Radeon), die für den professionellen Markt als AMD FirePro und ATI FireMV verkauft. Mit der HD6XXX-Reihe wurde die Marke ATI Technologies aufgegeben, die Grafikkarten tragen den Namen AMD Radeon HD6XXX.
Außerdem hat AMD eine Grafikengine namens Otoy entwickelt, die mithilfe von Voxelgrafik fotorealistische Bilder in Echtzeit erzeugen kann. Dies wird anhand eines Videos aus der Ruby-Reihe demonstriert, in dem die Hauptdarstellerin von einer riesigen Maschine durch Straßenschluchten einer Stadt gejagt wird, deren Grafik kaum noch von realen Aufnahmen zu unterscheiden ist. Otoy verwendet nicht nur einfaches Raycasting, sondern sogar Raytracing, das auch Sekundärstrahlen verfolgt, und dadurch die Schatten und Reflexionen berechnet.[9]
Seit 1984 stellt AMD Ethernet-ICs für eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte her. Aktuell verfügbare Netzwerkchips basieren auf der AMD-PCnet-Serie.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel AMD aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |