Die Achse des Bösen (Axis of Evil) ist ein am 29. Januar 2002 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush in einer Rede zur Lage der Nation geprägtes politisches Schlagwort, mit dem er die Länder Nordkorea, Iran und Irak in einen gemeinsamen Kontext stellte und behauptete, sie seien mit Terroristen alliiert und rüsteten auf, um den Weltfrieden zu bedrohen.
Der Begriff ist eine aus Zitaten Winston Churchills und Ronald Reagans zusammengesetzte Wortschöpfung.
Die Verwendung moralisierender Begriffe ist in der US-amerikanischen politischen Rhetorik über das ganze politische Spektrum hinweg weithin üblich. Insofern spiegelt die Tatsache, dass die Rede von der Achse des Bösen außerhalb der USA teilweise mit erheblichem Befremden aufgenommen wurde, primär Unterschiede in der politischen Kultur wider. Sachliche Kritik kann jedoch an der begrifflichen Anlehnung an die Achsenmächte des Zweiten Weltkrieges geübt werden: Sie ist insofern irreführend, als die beschuldigten Länder Iran, Nordkorea und das damalige Regime des Irak keine Verbündeten sind bzw. waren. Sie verfolgen bzw. verfolgten zwar teilweise ähnliche außenpolitische Ziele, insbesondere in ihrer Ablehnung gegenüber der Außenpolitik der USA. Jedoch werden diese Ziele nicht in einer Art von Kooperation verfolgt, wie sie bei den Achsenmächten der Fall war. Der Irak und der Iran hatten schließlich kaum ein Jahrzehnt vorher einen äußerst blutigen Krieg gegeneinander geführt. Auch 20 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen haben beide Staaten keine offiziellen Friedensverhandlungen geführt.
Wörtlich sagte Bush:
In deutscher Übersetzung:
Die Rede im Volltext wurde in einer Pressemitteilung des Weißen Hauses veröffentlicht. Sie stammt wahrscheinlich von Bushs kanadischem Redenschreiber und Biographen David Frum, einem ehemaligen Journalisten. Dessen Frau, Danielle Crittenden, erklärte in einer E-Mail im Februar 2002, ihr Ehemann sei der Autor dieses Begriffes. Frum schied etwa gleichzeitig mit dem Bekanntwerden dieser Umstände aus dem Dienst des Weißen Hauses aus. Die genauen Zeitpunkte sind schwierig zu rekonstruieren, so dass nicht ganz klar ist, ob Frum aus der Position gedrängt wurde oder von sich aus (vor Bekanntwerden seiner Autorenschaft) kündigte.
Frum betonte jedoch, er habe in seiner Version der Rede von einer „Achse des Hasses“ (Axis of Hate) gesprochen. Möglicherweise haben der Chef-Redenschreiber des Weißen Hauses, Michael Gerson, oder Bush persönlich den Ausdruck in „Achse des Bösen“ geändert. In einem Interview mit der ZDF-Sendung aspekte erklärte Frum, dass der Redewendung dadurch eine religiöse Konnotation gegeben werden sollte.
Auch in Deutschland fand das als abwertend bekannte Achsenbild seinen Niederschlag, indem der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble im Hinblick auf die gegen den Einmarsch der USA im Irak gerichtete Position von Gerhard Schröder und der Präsidenten Jacques Chirac und Wladimir Putin rhetorisch vermutete: „Es könnte sein, dass die Achse Paris-Berlin-Moskau im Ergebnis die USA gerade zu dem kritisierten Alleingang treibt.“
Condoleezza Rice sprach statt von der Achse des Bösen bei ihrem Amtsantritt zur Außenministerin der USA von sechs „Vorposten der Tyrannei“, zu denen sie z. B. auch Myanmar zählt.
In der deutschen Presse wurde 2009 nach den Problemen der Deutschen Bahn mit den Achsen der ICE-3-Züge sowie den ebenfalls durch Achsprobleme bedingten Fahrzeugausfällen der Berliner S-Bahn scherzhaft von den Achsen des Bösen gesprochen[1][2].
Bereits in der zweiten Auflage erhältlich ist das Buch von Dave Barry „Die Achse des Blöden. Eine politische Evolutionstheorie der USA.“, in dem der amerikanische Autor sich mit seinen Landsleuten satirisch-kritisch auseinandersetzt.
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