| Aeroflot-Flug 821 | |
|---|---|
| Unfall-Zusammenfassung | |
| Unfallart | Pilotenfehler |
| Ort | Perm, Russland |
| Datum | 14. September 2008 |
| Todesopfer | 88 |
| Überlebende | keine |
| Flugzeug | |
| Flugzeugtyp | Boeing 737-500 |
| Fluggesellschaft | Aeroflot-Nord |
| Kennzeichen | VP-BKO |
| Abflughafen | Flughafen Moskau-Scheremetjewo, Russland |
| Zielflughafen | Flughafen Perm-Bolschoje Sawino, Russland |
| Passagiere | 82 |
| Besatzung | 6 |
Aeroflot-Flug 821 war ein am 14. September 2008 verunglücktes Linienflugzeug der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, der von ihrer Tochtergesellschaft Aeroflot-Nord durchgeführt wurde und von Moskau nach Perm führte. Perm liegt an den westlichen Ausläufern des Ural-Gebirges. Beim Landeanflug morgens gegen 5:20 Uhr Ortszeit (13. September; 23:20 Uhr UTC)[1] auf den Permer Flughafen Bolschoje Sawino verunglückte die Boeing 737-500, wobei alle 88 Insassen der Maschine ums Leben kamen.[2][3][4]
Dem Untersuchungsbericht zufolge ist der Absturz Folge von Pilotenfehlern[5]:
Bei dem Flug handelte es sich eigentlich um einen Flug der Muttergesellschaft Aeroflot, der jedoch von Aeroflot-Nord im Rahmen eines gegenseitigen Abkommens über gemeinsame Fluggastbeförderung durchgeführt wurde. In den internationalen Medien ist jedoch zumeist schlicht von einem Aeroflot-Flug die Rede. Aus diesem Grund sprach diese daraufhin von einem erheblichen Imageschaden für Aeroflot durch Aeroflot-Nord und kündigte an, der Tochtergesellschaft ab sofort zu untersagen, die Bezeichnung „Aeroflot“ im Firmennamen zu verwenden.[7]
Theoretisch ist in Russland der Überflug von Städten verboten; dies wird jedoch aufgrund der hohen Kerosinpreise regelmäßig ignoriert, so auch in diesem Falle. Das Flugzeug ist jedoch auf eine Gleisanlage der Transsibirischen Eisenbahn gestürzt; entsprechend ist am Boden niemand zu Schaden gekommen, es wurden lediglich Bahnanlagen auf einer Länge von 500 m zerstört.
Unter den Opfern sind 21 Ausländer sowie der russische Präsidentenberater Gennadi Troschew, ein Veteran aus dem Krieg in Tschetschenien.
Die Boeing 737-500 wurde im September 1992 in Dienst gestellt. Vorher wurde sie von den chinesischen Fluggesellschaften Xiamen Airlines, China Southwest Airlines und Air China betrieben.
Aeroflot-Nord hatte das Flugzeug von Pinewatch Limited für den Zeitraum 28. Juli 2008 bis 21. März 2013 gemietet.
Die Versicherungsgesellschaft von Aeroflot zahlt den hinterbliebenen Familien der Opfer bis zu 2 Millionen Rubel (etwa 55.000 Euro) je Todesopfer aus. Zusätzlich erhalten die Familien vom russischen Staat 12.000 Rubel (etwa 330 Euro) Schadenersatz.
Wegen des Flugzeugabsturzes hat Aeroflot sofort seine Zusammenarbeit mit Aeroflot-Nord beendet. Aeroflot hat bekannt gegeben, dass sie die gemeinsamen Flüge mit Aeroflot-Nord sofort einstellen wird, und dass sie die Benutzung der Flugzeuge von Aeroflot für diese Flüge verbietet. Ab dem 15. September 2008 darf Aeroflot-Nord nicht mehr die Marke Aeroflot nutzen. Aeroflot-Nord hat jedoch abgelehnt, sich dieser Entscheidung zu beugen.
Außerdem hat Aeroflot eine Kommission mit der Überprüfung der Flugzeuge einer anderen Tochtergesellschaft, Aeroflot-Don, beauftragt.
Am 25. September 2008 wurden alle Flüge mit Boeing 737 in Russland von der russischen Aufsichtsbehörde bis auf weiteres ausgesetzt. Sie konnten erst nach einem zusätzlichen Simulatortraining der Piloten wieder aufgenommen werden. Es wird vermutet, dass die Crew die Cockpitanzeigen falsch interpretiert hat.[8][9]
Das Flugzeug fiel auf den zweigleisigen Streckenabschnitt Bacharewka-Perm II der Swerdlowsker Eisenbahn. Dabei wurden das Gleisbett der Bahnanlage auf einer Länge von 100 m und etwa 500 m des unterirdisch verlegten Bahnkommunikationsnetzes zerstört.
Der normale Zugverkehr auf der Transsibirischen Eisenbahn wurde unterbrochen; die Züge wurden über eine Umleitungsstrecken über die Station Tschussowskaja (in der Stadt Tschussowoi) geführt. Wegen der Sucharbeiten an der Absturzstelle wurden die Reparaturarbeiten an der Bahnstrecke zeitweilig zurückgestellt. Am Abend des 14. September wurde der Zugverkehr wieder vollständig auf der regulären Strecke aufgenommen.
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