Die Gamaa Islamija (arabisch الجماعة الإسلامية al-Dschamaʿa al-islamiyya, DMG al-ǧamāʿa al-islāmiyya ‚Islamische Gemeinde‘) ist eine militante ägyptische islamistische Bewegung, die von der US-amerikanischen und der ägyptischen Regierung als terroristische Vereinigung angesehen wird;[1] auch der EU-Ministerrat führt die Organisation auf ihrer Liste zur Bekämpfung von Terrorismus.[2]
Ihr Ziel ist der Umsturz der ägyptischen Regierung zugunsten einer islamischen Republik.[3][4] Die Aufbau- und Entwicklungspartei, welche mit der salafistischen Partei des Lichts im Islamischen Block koaliert, gilt als der politische Arm der Organisation.
Spiritueller Führer ist der blinde Kleriker Umar Abd ar-Rahman. Er wurde 1993 angeklagt, für den Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York verantwortlich zu sein, dann aber zu lebenslanger Haft für Anschläge auf Gebäude der Vereinten Nationen und des FBIs verurteilt. Die Organisation hat den USA öffentlich Vergeltung angedroht, sollte Abd ar-Rahman nicht freigelassen werden.
Die Gruppe entstand in den 1970er Jahren in Abspaltung von der Muslimbruderschaft in einem studentischen Umfeld vor allem in Oberägypten. Eine Abspaltung der Gruppe Al-Jihad verübte 1981 den Anschlag auf den ägyptischen Staatspräsidenten Anwar Sadat. In der Folge wurden im Prozess mehr als 300 Personen angeklagt.
Am 8. Juni 1992 wurde der ägyptische Autor Faradsch Fauda von Gamaa Islamija erschossen,[5] und am 17. November 1997 verübten Mitglieder der Gamaa Islamija einen Anschlag auf ausländische Touristen in Luxor, bei dem 62 Menschen starben und dessen Auswirkungen einen Teil der Gruppe zu einer Waffenstillstandserklärung[6] veranlassten, die der Führer Umar Abd ar-Rahman jedoch ablehnte.
2002 begannen die inhaftierten Führer eine Reihe von Büchern zu veröffentlichen, in denen die ideologischen Konzepte, insbesondere zur Gewaltausübung, einer Revision unterzogen wurden.[7][8] Der Gamaa-Islamija-Rechtsanwalt, De-facto-Sprecher und früherer Mitgefangener Muntasir az-Zayat[9][10] war an einem internen und externen Gedankenaustausch sowie Verhandlungen beteiligt, die 2003 und 2006 zu Gefängnisentlassungen führten. Insgesamt sollen es über die Jahre 16.000 Freilassungen gewesen sein, unter anderen auch von Karam Zuhdi und Nadschih Ibrahim.[11]
Mitte 2006 erklärte Aiman az-Zawahiri in einem Video, Gamaa Islamija habe sich mit den Funktionären Muhammad al-Hukaima, Rifa'i Taha und Muhammad Schauqi Islambuli, dem jüngeren Bruder des Sadat-Attentäters Chalid Islambuli, al-Qaida angeschlossen.[12][13] Eine Verbindung von Gamaa Islamija mit al-Qaida wurde hingegen von Abd al-Achir Hamad und Nadschih Ibrahim dementiert.[14][15]
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