Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (arabisch الجماعة السلفية للدعوة والقتال, französisch: Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat, GSPC) ist eine radikale islamistische Gruppierung Algeriens. Sie benannte sich am 25. Januar 2007 in Organisation al-Qaida des Islamischen Maghreb (arabisch: تنظيم القاعدة ببلاد المغرب الاسلامي , französisch: Organisation al-Qaïda au Maghreb islamique, AQMI) um.
Die ehemalige Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf wurde von Hassan Hattab 1998 gegründet. Hattab trennte sich 1998 von der Groupe Islamique Armé, der größten militant-moslemischen Bewegung Algeriens, infolge deren Gewalttaten im Laufe des Bürgerkriegs in Algerien. Das Wort Salafisten bezieht sich auf die ersten Muslime (Salafiyya, salafi, die Vorfahren). Die gleichnamige fundamentalistische Bewegung wurde von dem berühmten ägyptischen Vordenker Raschid Rida (1865-1935) gegründet.
Im Februar und März 2003 wurden von der GSPC oder einer ihrer Splittergruppen insgesamt 32 Sahara-Touristen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden entführt, eine Geisel starb am 28. Juni 2003 an einem Hitzschlag. 17 der Geiseln wurden bei einer gewaltsamen Befreiungsaktion der algerischen Kommandos am 13. Mai 2003, die 14 anderen nach Verhandlungen am 18. August 2003 in Mali freigelassen.[1] Die Geiselnehmer setzten sich in den Tschad ab und gerieten in die Hände der lokalen Aufständischenbewegung Movement for Democracy and Justice in Chad (MJDT). Libyen machte damals seinen Einfluss geltend und erreichte schließlich im Oktober 2004 die Auslieferung des Terroristen Amari Saifi alias Abderrezak El Para (seit 1999 Mitglied der GSPC) und fünf weitere Mitglieder an Algerien. Am 24. April 2005 wurden die Terroristen in Algier vor einem Strafgericht gestellt und im Juni 2005 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ende 2006 schloss sich die Salafisten-Gruppe der al-Qaida an und benannte sich entsprechend um. Unter Vermittlung von al-Qaida Vizechef Aiman al-Sawahiri wurden im folgenden Jahr die bis dahin bestehenden Differenzen mit der Libyschen Islamischen Kampfgruppe beigelegt, um eine bessere Kooperation der beiden nordafrikanischen al-Qaida-Gruppen zu ermöglichen.[2]
Die „Organisation al-Qaida des Islamischen Maghreb“ gilt als die bestorganisierte bewaffnete Gruppe und wurde von den USA als eine der gefährlichsten Terrorgruppierungen der Welt eingestuft.
Die Zahl der aktiven Mitglieder sinkt, so betrug die Mitgliederzahl nach Schätzungen des algerischen Innenministeriums 2005 noch 800, 2006 waren es ca. 500, derzeit sind es zwischen 300 und 400 Mitglieder. Der Rückgang der aktiven Kämpfer ist vor allem auf Tötungen und Verhaftungen durch die algerischen Behörden zurückzuführen. An der Spitze der Gruppe steht Abdelmalek Droukdel genannt Abdelwadoud.
Die Gruppe verübte am 11. April 2007 ein Selbstmordattentat auf den Amtssitz des algerischen Ministerpräsidenten und ein Polizeikommissariat in Osten Algiers. Dabei starben 33 Personen und 222 wurden verletzt.[3] 8 Monate später wurden zwei Sprengstoffanschläge auf das Gebäude der UNHCR sowie in der Nähe des Obersten Gerichtshofs in Algier verübt. Dabei kamen nach offiziellen Angaben mindestens 26 Menschen, darunter mehrere Mitarbeiter der Vereinten Nationen, ums Leben.[4]
Am 22. Februar 2008 wurde im Süden Tunesiens ein österreichisches Touristenpaar von der Gruppe entführt, die für die Freilassung auch politische Forderungen stellte.[5] Die beiden Geiseln wurden am 31. Oktober 2008 im Norden Malis nach monatelangen Verhandlungen freigelassen. Am 22. Januar 2009 verschleppte die al-Qaida im islamischen Maghreb im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger eine Deutsche, einen Briten und ein Schweizer Ehepaar. Zwei der Geiseln, die Deutsche und eine Schweizerin, kamen am 22. April 2009 wieder frei.[6] Der Brite wurde am 31. Mai 2009 von den Terroristen getötet.[7] Der andere Schweizer wurde am 12. Juli 2009 von der Gruppe wieder freigelassen.[8]
Im März 2011 warnte der tschadische Präsident Idriss Deby davor, dass der Bürgerkrieg in Libyen die AQMI stärken würde, da diese Kriegswaffen aus den Rebellengebieten erhalten würde[9]. Auch der algerische Geheimdienst berichtete wenige Wochen später, dass es u.a. zu Lieferungen von panzerbrechenden Granaten und Luftabwehrrakten aus geplünderten libyschen Armeedepots gekommen sei.[10]
Im Februar 2012 wurde in Algerien eine Bombe gezündet. Es wird vermutet das islamistische Terroristen dahinterstecken.[11]
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