Albrecht von Preußen (auch Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Albrecht von Hohenzollern; * 17. Mai 1490 in Ansbach; † 20. März 1568 auf Burg Tapiau in Tapiau, Herzogtum Preußen, heute Russland) war ein Prinz aus der hohenzollern'schen Sekundogenitur Ansbach sowie Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen und später erster Herzog des Herzogtums Preußen.
Geboren wurde Albrecht am 17. Mai 1490 in Ansbach. Sein Vater war Friedrich II. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg-Ansbach. Seine Mutter Sophie war eine Tochter des polnischen Königspaars Kasimir IV. Jagiello und Elisabeth von Habsburg.
Er wurde 1511 zum 37. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt, ein Amt, das er bis 1525 innehatte. Auf reichsdeutschen Beistand vertrauend, verweigerte er dem polnischen König den Lehnseid und ließ sich 1520 auf einen Krieg mit Polen ein, der aber nach einem Jahr unglücklich für ihn ausging. Das war der letzte Krieg zwischen dem Orden und Polen. Der König von Polen bewilligte ihm einen vierjährigen Waffenstillstand, während dessen Albrecht im Reich verweilte. Hier wurde er 1522 während der Religionskämpfe in Nürnberg von Andreas Osiander für die Reformation gewonnen. Auf Luthers Rat legte er das Amt des Hochmeisters nieder und beschloss, den Deutschordensstaat in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln und die Reformation einzuführen. Vor seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I., legte Albrecht am 8. April 1525 in Krakau den Huldigungseid ab, in dem Albrecht Preußen als ein in gerader, männlicher Linie forterbendes Herzogtum zu Lehen nahm. Auf dem Landtag, der kurz darauf in Königsberg gehalten wurde, erklärten sich alle Stände - Georg von Polenz, Bischof von Samland, an der Spitze - für die Anerkennung des neuen Herzogs und für die Annahme der Reformation.
Albrecht setzte an die Durchführung seines Werkes alle Kraft. Sofort erschien eine neue Kirchenordnung, und die Versuche des Deutschen Ordens, Albrecht wieder zu verdrängen, sowie die beim Kammergericht in Deutschland 1531 gegen den Herzog erwirkte und am 18. Januar 1532 verhängte Reichsacht[1] hatten keine andere Wirkung, als dass dieser die Einführung der evangelischen Lehre und die Befestigung seiner Herrschaft umso eifriger betrieb. Das bedeutete das Ende des Ordensstaates in Preußen.
Ganz besonders förderte Albrecht das Schulwesen: In den Städten legte er Lateinschulen an, gründete 1540 das Gymnasium in Königsberg und 1544 die dortige Universität, die Albertus-Universität ("Albertina"). Deutsche Schulbücher (Katechismen etc.) ließ er auf eigene Kosten drucken, und Leibeigenen, welche sich dem Lehrgeschäft widmen wollten, gab er die Freiheit. Von ihm stammt der Text der ersten drei Strophen des Kirchenliedes „Was mein Gott will, gescheh allzeit“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 364). Albrecht legte auch den Grundstock zur königlichen Bibliothek, dessen 20 prächtigsten Bände er für seine zweite Gattin Anna Maria in reinem Silber beschlagen ließ. Sie erhielt daher den Namen „Silberbibliothek“.
Seine letzten Regierungsjahre wurden ihm durch kirchliche und politische Zerwürfnisse vielfach verbittert. Der Streit des Königsberger Professors Osiander, der Melanchthon heftig anfeindete, mit seinen Kollegen, namentlich mit Joachim Mörlin, gab Anlass zu ernsten Verwicklungen. Der Herzog stand auf Seiten Osianders, der größte Teil der Geistlichkeit, auf das Volk gestützt, hielt es mit dem des Landes verwiesenen Mörlin, ebenso die Städte und der Adel, weil jene so die Anerkennung ihrer ehemaligen Vorrechte, dieser dagegen die Beschränkung der herzoglichen Gewalt auf das Verhältnis des ehemaligen Hochmeisters zu seinem Orden zu erreichen hofften. Fast das ganze Land stand dem Fürsten feindselig gegenüber, der angeklagt wurde, die Ausländer zu sehr zu begünstigen, in der Tat viele Jahre sich vom kroatischen Abenteurer und Universalgelehrten Stanislav Pavao Skalić hatte beherrschen lassen und überdies sehr verschuldet war. Die Stände suchten Hilfe in Polen. Daraufhin sandte Polen 1566 eine Kommission nach Königsberg, die gegen den Herzog entschied. Des Herzogs Beichtvater Johann Funck, der Schwiegersohn Osianders, und zwei Verbündete wurden als Hochverräter zum Tode verurteilt, Mörlin wurde zurückberufen und zum Bischof von Samland ernannt. Als solcher schrieb er zur Verdammung der Osianderschen Lehren das symbolische Buch Preußens: Repetitio corporis doctrinae Prutenicae. Neue Räte wurden dem Herzog von der polnischen Kommission und den Ständen aufgenötigt. Von ihnen abhängig, verlebte Albrecht seine letzten Tage in tiefem Kummer.
Albrecht starb am 20. März 1568 auf der Burg Tapiau an der Pest, 16 Stunden nach ihm auch seine zweite Gemahlin Anna Maria.
Herzog Albrecht heiratete 1526 in erster Ehe Prinzessin Dorothea (1504-1547), Tochter von König Friedrich I. von Dänemark. Aus dieser Ehe stammten sechs Kinder:
In zweiter Ehe heiratete er 1550 Prinzessin Anna Maria, Tochter von Herzog Erich I. von Braunschweig-Calenberg. Aus dieser Ehe stammten zwei Kinder:
20. März im Evangelischen Namenkalender.[2]
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Friedrich von Sachsen | Hochmeister des Deutschen Ordens 1510–1525 | Walther von Cronberg |
| --- | Herzog von Preußen 1525–1568 | Albrecht Friedrich |
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