Die Allgermanische Heidnische Front (AHF) war eine völkisch-heidnische Organisation. Sie verfügte über Unterdivisionen in mehreren Ländern Nordeuropas sowie über Schwesterorganisationen in Russland, dem Baltikum und Nordamerika. Die AHF selbst bezeichnete sich nicht als Organisation, sondern als „soziale Bewegung“.
In Deutschland war sie unter der Bezeichnung „Deutsche Heidnische Front (DHF)“ aktiv, welche unter anderem von Hendrik Möbus gegründet wurde und Stützpunkte in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen hatte. Die DHF wurde im Verfassungsschutzbericht des Landes Thüringen erwähnt, ihre Ideologie ist Gegenstand einer Studie der Universität Leipzig.[1].
Gegründet wurde die AHF 1993 unter dem Namen "Norwegische Heiden-Front". Sie geht auf den Norweger Varg Vikernes zurück, der, sich damals noch zur Black-Metal-Szene bekennend, die „Norsk Udemokratisk Hedensk Front“ gründete. Diese kann als Vorläuferin der norwegischen AHF-Division „Norsk Hedensk Front“ betrachten werden. Von Norwegen aus breite sich die Organisation in andere Länder aus. Nach Eigenangaben löste sich die AHF 2006 auf.
Varg Vikernes baute die AHF aus dem Gefängnis heraus auf.[2] Zudem spielte er lange Zeit eine Art Vordenkerrolle, er gilt bis heute als Kultfigur und seine Schriften werden vom AHF-Versand nach wie vor zum Kauf angeboten.[3]
Großen Wert legt die Organisation auf die Feststellung, keine Gruppe von „Germanen-Romantikern“ zu sein, sondern in ihrem Denken und Wirken fest in der Jetztzeit zu stehen. Das aktive Wirken der AHF stützt sich grob auf drei Säulen: Die Feldarbeit, also die Erforschung und Katalogisierung vorchristlicher Kultstätten, die Propaganda mit Erstellung von Zeitschriften, Betreuung von Webseiten und Vertrieb weltanschaulicher Bücher und Schriften sowie das gemeinsame Erlebnis wichtiger germanischer Feste, gemeinsame Ausflüge in die Natur und zu interessanten Stätten. Da die nationalen Divisionen bezüglich ihrer Handlungsweise weitestgehend freie Hand haben, sind die Prioritäten hier von Land zu Land verschieden.
Ihre Ideologie, die sie selbst als Odalismus bezeichnet, ist stark von völkischen Ideen geprägt. In ihrer Selbstdarstellung formuliert sie antichristliche und nationalistische Positionen, "Die Allgermanische Heidnische Front hat sich als ein Ziel gesetzt die Antichristianisierung der Bewegung, um alle Aktivisten unter einer Fahne zu vereinen und auf eine Sache einzuschwören." und "Wir betrachten das Christentum als ein Schwächeanfall der germanischen Völker, weil die christlichen Grundlagen so geschaffen sind, dass Schwäche glorifiziert und Stärke ignoriert wird.", offen heißt es "Unser Kampf gilt der Erschaffung eines Großgermaniens."
Die AHF lehnt zwar militante Praktiken ab, ist aber dennoch eine der radikalsten und kompromisslosesten, gleichzeitig aber auch eine der aktivsten Gruppen in der vielfältigen neuheidnischen Szene. Anders als viele andere Gruppierungen, strebt sie keine Koexistenz mit dem Christentum an, sondern betrachtet es klar als ihren Gegner, der bekämpft und letztendlich besiegt werden müsse, weil es mit der Natur des europäischen Menschen nicht vereinbar sei. Der Individualismus und Hedonismus der heutigen westlichen Welt wird strikt abgelehnt. Der Wahlspruch der AHF, „Blood, soil, spirituality“ (Blut, Boden, Spiritualität), ist ein klares Bekenntnis zur Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten. Die Ideale der AHF widersprechen dem Gleichheitsprinzip, sie propagiert eine Idee von der „naturgegebenen Verschiedenheit der Menschenarten“ und lehnt eine Vermischung derselben ab.
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