Die Altona-Blankeneser Eisenbahn ist eine Bahnstrecke im Westen Hamburgs. Sie beginnt am Bahnhof Altona und führt über Othmarschen zum Bahnhof Blankenese. 16 Jahre nach Inbetriebnahme dieser Strecke erfolgte die Erweiterung bis ins holsteinische Wedel. Sie ist heute Teil der Hamburger S-Bahnlinien S1 und S11 und war Bestandteil der ersten elektrifizierten Vorortbahn Deutschlands.
Die Strecke beginnt am Bahnhof Altona, wo der S-Bahn ein viergleisiger Tunnelbahnhof mit anschließender Kehranlage zur Verfügung steht. Nachdem die Strecke kurz darauf in einer steilen Rampe (maximales Gefälle 40 ‰) an die Oberfläche kehrt, zweigt sie von der Stammstrecke ab und führt in Richtung Westen. Sie passiert dort die Stationen Bahrenfeld, Othmarschen, Klein Flottbek und Hochkamp und läuft dann in den dreigleisigen Kopfbahnhof Blankenese ein.
Der später hinzugefügte Abschnitt Blankenese–Wedel wird ebenfalls von der gleichen Seite aus angefahren, daher müssen die Züge im Bahnhof Kopf machen. Nacheinander folgen die Stationen Iserbrook, Sülldorf, Rissen und schließlich der Endbahnhof Wedel, der ebenfalls wie Blankenese ein Kopfbahnhof ist. Im Gegensatz zum ersten Abschnitt ist dieser hier überwiegend eingleisig.
Die Strecke wurde am 19. Mai 1867 zwischen Altona und Blankenese in Betrieb genommen. Lediglich die Stationen Klein Flottbek und Bahrenfeld lagen zu diesem Zeitpunkt bereits an der zunächst eingleisigen Strecke. Der Ausbau erfolgte erst mit Anlage der Villenkolonien in Othmarschen, für die am 1. August 1882 eine Station eingerichtet wurde. Später folgten die anderen Halte.
Am 1. Dezember 1883 wurde die Verlängerung von Blankenese nach Wedel eröffnet. Da für einen richtungsgleichen Weiterbau ein Tunnel erforderlich gewesen wäre, müssen die Züge von nun an in Blankenese wenden. Der Bahnhof wurde dementsprechend als Kopfbahnhof hergerichtet.
Der Abschnitt Altona–Blankenese wurde später in das Netz der Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn einbezogen. Um 1900 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut. 1907 erfolgte die Elektrifizierung mit 6,3 kV 25 Hz Wechselstrom aus der Oberleitung, womit die erste elektrische Vorortbahn Deutschlands ihren Betrieb aufnahm. Das System wurde ab 1934 als S-Bahn bezeichnet, 1940 bis 1955 erfolgte schließlich die schrittweise Umstellung auf Gleichstrom mit seitlicher Stromschiene und einer Spannung von 1,2 kV. Von 1911 bis 1914 bestand am Bahnhof Blankenese außerdem Anschluss an die Gleislose Bahn Blankenese–Marienhöhe, einen frühen Oberleitungsbus-Betrieb.
Noch während die Umstellung, die sich auf Grund des Zweiten Weltkriegs länger hinzog, erfolgte in zwei Schritten die Verlängerung des elektrischen Betriebs. Zunächst ging es am 14. Mai 1950 von Blankenese nach Sülldorf, von wo bis Wedel noch Dampfzüge verkehrten. Hierbei kamen auch die Steuerwagen der Baureihe ES 99 zum Einsatz, die vorher für den Betrieb mit Oberleitung verwendet und nun vor die Dampflokomotiven gespannt wurden. Einige Monate später, am 31. Oktober 1950, wurde auch der Haltepunkt Iserbrook eröffnet. Am 20. Mai 1954 war es mit dem Dampfverkehr gänzlich vorbei, da die letzten Kilometer nach Wedel an diesem Tag ebenfalls auf elektrischen Betrieb umgestellt wurden.
Die Strecke wird heute auf gesamter Länge von der Linie S1 der Hamburger S-Bahn befahren, von Altona bis Blankenese fährt in der Hauptverkehrszeit zusätzlich noch die S11. Auf der Linie S1 verkehren überwiegend Züge der Baureihe 474, auf der S11 Züge der Baureihe 472.
Bis 1997 wurde ein – zuletzt nur noch spärlicher – Güterverkehr auf der Strecke durchgeführt. Die an den Bahnhöfen Klein Flottbek und Blankenese vorhandenen Gütergleise sind mittlerweile ebenfalls restlos abgebaut.
Anschlussgleise bestanden am Bahnhof Bahrenfeld an das Gaswerk, die Rollbockanlage der Ottensener Industriebahn und an das Margarinewerk.
An der Ölweiche bestand Anschluss an das Heizkraftwerk Wedel. Der Name rührt vom ebenfalls angeschlossenen Werk der Mobil Oil AG her.
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