| Strukturformel | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | ||||||||||||||||||
| Freiname |
|
|||||||||||||||||
| Andere Namen | ||||||||||||||||||
| Summenformel | C10H17N | |||||||||||||||||
| CAS-Nummer |
|
|||||||||||||||||
| PubChem | 2130 | |||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||
| DrugBank | DB00915 | |||||||||||||||||
| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse |
|
|||||||||||||||||
| Verschreibungspflichtig: Ja | ||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||
| Molare Masse | 151,25 g·mol−1 | |||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
wenig löslich in Wasser (6,29 g·l−1 bei 25 °C) [2] |
|||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||
| LD50 | ||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||
Amantadin ist ein Derivat des Adamantan. Es wird als Arzneimittel zur Behandlung der durch Influenza-A-Viren verursachten Grippe und zur Behandlung des Parkinson-Syndroms eingesetzt.
Amantadin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der vom Influenza-A-Virus ausgelösten Influenza geeignet ist. Amantadin kann in therapeutischer Dosis die Fieberdauer einer Grippeerkrankung des Typ-A-Virus um etwa einen Tag verkürzen. Auf Grund häufig auftretender Nebenwirkungen, wie z. B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle, Tachykardie und peripherer Ödeme, wird dieses Medikament nur noch selten angewendet.
Amantadin wird auch in der Parkinson-Therapie eingesetzt. Es schwächt die beim Morbus Parkinson auftretende Überaktivität acetylcholinerger striataler Interneurone ab und bremst als schwacher NMDA-Rezeptor-Antagonist[1] den Einfluss glutamaterger Projektionen aus dem Kortex. Außerdem wirkt Amantadin indirekt agonistisch an Dopamin-Rezeptoren im Gehirn (im Striatum) durch gesteigerte Dopaminfreisetzung sowie durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme in die präsynaptischen Nervenzellen. Es stellt sich laut Befürwortern des Mittels als bewegungs- und antriebsfördernd dar und ist nach ihrer Ansicht eine gute Ergänzung zu anderen Pharmaka (insbesondere L-Dopa) in der Behandlung.[4] Es ist das Mittel der Wahl in der sogenannten akinetischen Krise, einem lebensbedrohlichen Zustand mit einer Stunden bis Tage dauernden Bewegungsblockade, hohem Fieber und starkem Schwitzen. Vertreter der evidenzbasierten Medizin halten eine über Placebo hinausgehende, positive Wirkung bei Morbus Parkinson für unzureichend belegt.[5][6] Meist wird Amantadin in fortgeschrittenen Stadien des Morbus Parkinson eingesetzt. Es sind mittlerweile zahlreiche generische Präparate auf dem Markt.
Weiterhin ist eine möglicherweise positive Wirkung bei der Behandlung von Entzugserscheinungen Kokainabhängiger im Gespräch. Eindeutige - wissenschaftlich fundierte - Evidenz für diese These kann jedoch bis dato nicht gewährt werden.[7][8]
Daneben wird Amantadin zur Behandlung des Fatigue-Syndroms bei Multipler Sklerose eingesetzt.
Das Medikament unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.
Amantadin wirkt hemmend auf das uncoating, d. h. auf die Freisetzung der viralen Erbinformation in das Cytoplasma der Wirtszelle. Dabei blockiert Amantadin das in der Hülle enthaltene Ionenkanal-Protein M2. Allerdings wird dieser Effekt bei therapeutischer Dosierung des Wirkstoffs nur bei Influenza-A-Viren erreicht. Eine Inhibition von Influenzaviren Typ B und anderen behüllten Virusformen wird erst bei Konzentrationen jenseits der therapeutischen Breite erreicht.[9]. Bei einigen RNA-Viren verhindert Amantadin-Hydrochlorid das Eindringen und 'uncoating'[10], dh. die Freisetzung der viralen Nukleinsäure.[11] Amantadin bindet in therapeutischen Konzentrationen an die PCP-Bindungsstelle des NMDA-Rezeptors und führt damit zu einer niederaffinen nonkompetitiven Hemmung des NMDA-Rezeptors.[1]
Im Jahr 2005 wurde der Wirkstoff in Südostasien – im Glauben damit gegen Influenza-A-Virus H5N1 schützen zu können – in großen Mengen Geflügel verabreicht (ca. 2,6 Millionen Dosen). Die dortigen Virenstämme sind aber gegenüber Amantadin resistent. In westlichen Ländern ist eine Verwendung von Amantadin im veterinärmedizinischen Bereich unzulässig.[12]
Amant (A), Amixx (D), Hofcomant (A), PK-Merz (D, A, CH), Symmetrel (CH), tregor (D), zahlreiche Generika (D, A)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Amantadin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |