| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
Koordinaten: 49° 18′ N, 10° 34′ O |
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Höhe: | 405 m ü. NN | |
| Fläche: | 99,92 km² | |
| Einwohner: |
40.253 (31. Dez. 2010)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 403 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91522 | |
| Vorwahlen: | 0981, 09802 (Katterbach, Obereichenbach), 09805 (Claffheim, Hohe Fichte, Winterschneidbach), 09820 (Steinersdorf), 09823 (Höllmühle), 09825 (Käferbach) | |
| Kfz-Kennzeichen: | AN | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 61 000 | |
| Stadtgliederung: | 54 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Johann-Sebastian-Bach-Platz 1 91522 Ansbach | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Carda Seidel (parteilos) | |
| Lage der Stadt Ansbach in Bayern | ||
Ansbach, bis ins 18. Jahrhundert als Onolzbach bezeichnet (umgangssprachlich: Anschba[2]), ist eine kreisfreie Stadt, Sitz der Regierung und der Bezirksverwaltung von Mittelfranken sowie des Landratsamtes Ansbach.
Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg an der Fränkischen Rezat im Einzugsgebiet des Mains. Sie ist flächenmäßig nach München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt die fünftgrößte Stadt des Freistaates Bayern.
Das Stadtgebiet grenzt an die Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend) Weihenzell, Petersaurach, Sachsen bei Ansbach, Lichtenau, Weidenbach, Burgoberbach, Herrieden, Leutershausen und Lehrberg.
Die Stadt hat offiziell[3] 54 Ortsteile:
Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich Ansbach in der warmgemäßigten Klimazone. Dabei liegt der Ort im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.
|
Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von 1971 bis 2000
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Im Jahre 748 wurde zwischen dem Onoldsbach (daher der spätere Name Ansbach) und der Rezat ein Benediktinerkloster gegründet. In den folgenden Jahrhunderten wuchsen das Kloster und die danebenliegende Siedlung zu einer Stadt zusammen. Ansbach wurde 1221 das erste Mal als Stadt erwähnt.
Die Stadt wurde 1331 den Hohenzollern unterstellt. 30 Jahre darauf war Ansbach die Hauptstadt der verschiedenen zollerschen Herrschaftsbereiche.
Als die Hohenzollern zu Kurfürsten von Brandenburg aufstiegen, wurde Ansbach nicht mit Brandenburg vereinigt und blieb als Brandenburg-Ansbach unabhängig. 1791 verzichtete der letzte Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach gegen eine jährliche Leibrente auf sein Herrschaftsgebiet und trat seine beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Preußen ab, um sich fortan mit seiner jungen Geliebten ein schönes Leben in England zu machen. Später fielen beide Landesteile an das Königreich Bayern, 1806 zunächst das Ansbacher Gebiet im Austausch für das wittelsbachische Herzogtum Berg, 1810 auch das zwischenzeitlich französisch verwaltete Bayreuther Teilfürstentum.
Im Jahre 1796 wählte Maximilian Joseph, Herzog von Zweibrücken und bayerischer Kurprätendent Ansbach zu seiner Exilresidenz, nachdem Zweibrücken von Frankreich besetzt worden war. Preußen hatte sich 1795 im Frieden von Basel vom Reichskrieg gegen das revolutionäre Frankreich zurückgezogen und seine Neutralität erklärt. Damit war das preußische Ansbach ein sicherer Zufluchtsort. Maximilian von Montgelas entwickelte dort für seinen landlosen Fürsten Maximilian Joseph ein umfassendes Konzept einer künftigen radikalen politischen Neugestaltung Bayerns. Die Denkschrift wurde durch Eberhard Weis als Ansbacher Mémoire ediert. Nach dem Erbfall von 1799 und dem Regierungsantritt des bayerischen Kurfürsten Maximilian IV. Joseph und späteren (ab 1806) Königs Max I. Joseph wurde das Ansbacher Mémoire zur konzeptuellen Grundlage des modernen bayerischen Staates.
Von 1523 bis 1603 waren die Markgrafen von Ansbach auch Herzöge von Jägerndorf.
Ansbach ist Heimatstadt des Astronomen Simon Marius, der die Monde des Jupiter von den Türmen des dortigen Schlosses aus noch vor Galileo Galilei entdeckt haben soll.
Von 1831 bis 1833 lebte Kaspar Hauser in Ansbach. Er starb an einer im Hofgarten erlittenen Stichwunde.
Nach zunehmenden Problemen bei der Trinkwasserversorgung ging 1900 das städtische Wasserwerk im 25 Kilometer entfernten Gersbach in Betrieb. Es liefert (gemeinsam mit dem 1966 errichteten zweiten Werk in Schlauersbach) 98 % des Trinkwassers.
Mindestens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig. Sie errichteten einen Jüdischen Friedhof in der Rügländer Straße, der während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschändet und eingeebnet wurde. 1946 wiederhergestellt, wurde er seither mehrmals erneut geschändet. Eine Tafel an der Friedhofsmauer erinnert an dieses Geschehen. Die Jüdische Gemeinde erbaute in der Rosenbadstraße 3 ihre Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 ebenfalls von SA-Männern geschändet, aber zum Schutz benachbarter Gebäude nicht niedergebrannt wurde. Heute dient sie als „symbolisches Gotteshaus“. Eine Gedenktafel im Vorraum erinnert an die Synagoge und an die jüdischen Einwohner, die dem Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten zum Opfer fielen.
Aus der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach wurden im Jahre 1940 im Rahmen der Euthanasie-Tötungsaktion T4 mindestens 500 Patienten in die als psychiatrische Anstalten getarnten Mordanstalten Sonnenstein und Hartheim verschleppt und dort vergast. In der Ansbacher Anstalt selbst wurden in einer „Kinderfachabteilung“ etwa 50 behinderte Kinder mit dem Präparat Luminal zu Tode gespritzt. Seit 1988 erinnert im Bezirkskrankenhaus Feuchtwangerstraße 38 eine Gedenktafel an diese Todesopfer.
Nur etwa drei Wochen lang vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen Häftlinge Zwangsarbeit für die Reichsbahn verrichten mussten. Auf dem Waldfriedhof sind 58 KZ-Opfer begraben, wobei ungewiss ist, ob sie aus dem Ansbacher Lager stammen. Mit einem Gedenkstein wird ihrer dort gedacht. Bei Kriegsende setzte sich der neunzehnjährige Student Robert Limpert aktiv für die kampflose Übergabe der Stadt an die US-Truppen ein. Durch Hitlerjungen verraten, wurde er vom Kampfkommandanten der Stadt, Oberst Meyer, persönlich am Tor des Rathauses aufgehängt. Mehrere Gedenkzeichen im Ort zur Erinnerung an seine Rettertat konnten gegen große Widerstände aus der Bürgerschaft im Laufe der Jahre angebracht werden: in der Ludwigskirche, im Gymnasium Carolinum Reuterstraße 9 und in der Kronenstraße 6.[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Ansbach zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete in einer ehemaligen Lungenheilanstalt im heutigen Stadtteil Strüth ein DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein.
→ Die hohenzollernschen Markgrafen von Brandenburg-Ansbach
Durch ein 1709 von Markgraf Wilhelm Friedrich erlassenen Privilegs produzierte die Fayence-Manufaktur Ansbach ab 1710. Zunächst (bis etwa 1725) übernahm Ansbach das blauweiße Dekor aus Rouen, später erweiterte man die Palette um Mangan, Grün und Gelb. Unter J. G. Ch. Popp gelang das Kopieren des chinesischen Dekors der Grünen Familie – dies machte Ansbach berühmt. Besonders kostbar sind die Stücke dieser Familie und kalt bemalte Stücke mit Kirschblüten und Vögeln in Reliefdekor. Die Manufaktur bestand mit einer kurzen Unterbrechung 1806/07 bis 1839.
Neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem katholischen Stadtdekanat Ansbach innerhalb des Erzbistums Bamberg sind in Ansbach folgende Freikirchen vertreten:
Es gibt in Ansbach drei Gemeinden der Zeugen Jehovas, wovon eine ihre Zusammenkünfte in Englisch abhält. Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) ist vertreten. Mit dem Zuzug von Gastarbeitern aus den muslimischen Ländern gibt es auch einige kleine muslimische Gemeinschaften. Seit 2005 gibt es einen kleinen buddhistischen Tempel, und seit 2007 eine kleine hinduistische Gemeinde.[5]
In die Stadt Ansbach wurden eingemeindet[6]:
Bei der Oberbürgermeisterwahl am 2. März 2008 erreichte die parteilose Nürnbergerin Carda Seidel, die von einem Bündnis aus BAP (Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser e. V.), ödp und Freie Wähler Ansbach unterstützt wurde, 38,9 % der Stimmen und lag damit noch vor dem Amtsinhaber Ralf Felber (SPD), der auf 32,8 % kam. Wolfgang Bartusch (GRÜNE) erzielte 26,0 % und Rüdiger Silberer (FDP) 2,2 %. Bei der daraufhin folgenden Stichwahl am 16. März 2008 erreichte Carda Seidel 67,0 % und Ralf Felber 33,0 %.
| 2008–2014:[7] | CSU | SPD | BAP* | ödp | GRÜNE | FW | Offene Linke Liste | Gesamt |
| 13 | 9 | 7 | 3 | 5 | 2 | 1 | 40 |
* Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser
Ansbach ist seit dem 21. Juni 1954 Patenstadt von Krnov (Jägerndorf)[8] in Tschechien. Die Patenschaft entstand hauptsächlich aus der alten geschichtlichen Verbindung mit dem Herzogtum Jägerndorf und aus den Bemühungen des Freistaates Bayern, die Sudetendeutschen wirtschaftlich, kulturell und sozial einzugliedern. Der Gründer des Jägerndorfer Heimatarchivs in der Patenstadt Ansbach, Professor Ernst Kober, geboren am 4. September 1885, verstarb am 30. November 1963 in Ansbach und wurde am Stadtfriedhof beerdigt. Er war der Vater der Patenschaft. Zusammen mit dem Fachlehrer Konorza, der 1953 über den Bund der Vertriebenen (BdV) in den Ansbacher Stadtrat gewählt wurde, konnte unter dem damaligen Oberbürgermeister Burkhardt – dem späterem Bezirksratspräsidenten – der Weg zur Patenschaft vorbereitet werden.
In den Jägerndorfer Heimatstuben im Rückgebäude des alten Rathauses am Martin-Luther-Platz sind in sechs Räumen Exponate aus der Geschichte des Herzogtums Jägerndorf zu besichtigen. Das Jägerndorfer Heimatarchiv befindet sich im Kulturzentrum (Stadtarchiv) am Karlsplatz.
Seit 2003 finden in Ansbach Skulpturenmeilen statt. Dabei werden Werke von wechselnden Künstlern im öffentlichen Raum in der Innenstadt in den Sommermonaten ausgestellt und präsentiert. Von 2003 bis 2009 fand die Skulpturenmeile jährlich statt, seitdem im Zwei-Jahres-Turnus.
Liste der Künstler:
Deutschlandweit bekannt wurde Ansbach in den 60er Jahren, als der TSV 1860 Ansbach zwischen 1960 und 1962 zweimal die deutsche Feldhandball-Meisterschaft gewann. Des Weiteren wurden die Ansbacher Grizzlies 1981, 1982 und 1985 Deutscher Meister im American Football. Die Basketballabteilung spielt als hapa Ansbach in der Pro B-Liga. Ansbach war zudem mehrmals Etappenort bedeutender deutscher Radrennen. In den Jahren 2000 und 2003 endete jeweils eine Etappe der Deutschland-Tour in Ansbach, 2001 war die Internationale Bayernrundfahrt für Radprofis zu Gast in der Residenzstadt.
Weitere bedeutende Vereine:
Ansbach hat durch den Sitz der Bezirksregierung, überregionaler Behörden und Gerichte wie dem Verwaltungsgericht und einem Senat des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes einen hohen Anteil an Beschäftigten im öffentlichen Sektor.
Die Stadt ist bekannt für ihre kunststoffverarbeitenden Unternehmen (Oechsler AG, u. a.) und die Automobilzulieferindustrie. Die Firma Robert Bosch GmbH ist mit ihren ca. 2500 Mitarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber im Raum Ansbach. Mit der Pigrol Farben GmbH, die im Jahr 2002 die Kulba Bauchemie übernommen hat, ist in Ansbach ein namhafter Holz- und Bautenschutzhersteller beheimatet. In Ansbach-Eyb hat die zum Diehl-Konzern gehörende[9] Hydrometer GmbH, ein weltweit bekannter Hersteller von Wasser- und Wärmezählern, ihren Hauptsitz. Der örtliche Einzelhandel wird mehrheitlich durch die Interessenvertretung der Ansbacher Innenstadt PRO City“ vertreten. Nordwestlich der Altstadt befindet sich das 1997 errichtete Einkaufszentrum Brücken-Center.
→ siehe: Liste der Kreisstraßen in Ansbach
Ansbach ist der Standort dreier Sendeanlagen, der Ludwigshöhe, des Senderstandorts Katterbach der amerikanischen Truppen und des Senderstandorts Galgenmühle.
→ Hauptartikel Sender Ansbach (Ludwigshöhe)
| Frequenz (MHz) | Programm | RDS PS | Regionalisierung | ERP (kW) | Sendediagrammrund [ND]/gerichtet [D] | Polarisationhorizontal [H]/vertikal [V] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vom Sender Ansbach/Ludwigshöhe abgestrahlte Radioprogramme | ||||||
| 89,4 | Radio 8 | RADIO_8 | – | 0,5 kW | ND | H |
| 105,8 | Radio Galaxy | GALAXY | Ansbach | 0,1 kW | D | H |
| Vom Sender Ansbach/Katterbach abgestrahltes Radioprogramm | ||||||
| 107,3 | AFN – The Eagle | – | Bavaria | 0,25 kW | D | H |
| Vom Sender Ansbach/Galgenmühle abgestrahlte Radioprogramme | ||||||
| 92,7 | Deutschlandfunk | DLF | – | 0,2 kW | D | H |
| 102,7 | Deutschlandradio Kultur | DKULTUR | – | 0,2 kW | D | H |
Auf dem Gelände der heutigen Hochschule Ansbach befand bis zu ihrer Errichtung eine Bildungsanstalt besonderer Art, eine Kaserne. In der Zeit der Markgrafen erbaut und von berittenen Truppen bewohnt, lagen nach ihrer Erweiterung in königlich bayerischer Zeit dort nacheinander (von 1815 bis 1867) das K. B. 2. Chevaulegers-Regiment und (von 1868 bis 1919) das K. B. 2. Ulanen-Regiment „König von Bayern“. Zur Zeit der Weimarer Republik waren keine Truppen in Ansbach stationiert. Von 1936 bis 1945 war Ansbach Garnison des Artillerie-Regiments 53 der deutschen Wehrmacht. Danach wurde die Kaserne von Verbänden der US-Streitkräfte genutzt.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ansbach aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |