Montag, 28. Mai 2012

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Ariel (Stadt)

Ariel אֲרִיאֵל اريئيل
WappenWappen
Storms 05.jpgAriel 2006
Gebiet: Westjordanland (Judäa und Samaria)
Gemeindeart: Stadt
Gegründet: 1978
Koordinaten: 32° 21′ N, 35° 11′ O32.3535.187777777778609
Koordinaten:
32° 21′ 0″ N, 35° 11′ 16″ O
Höhe: 609 m. ü. NN
Fläche: 14.677 km²
 
Einwohner: 17.700 (2010)
Bevölkerungsdichte: 1 Einwohner je km²
 
Telefonvorwahl: +972-3-
Postleitzahl: IL-40700
 
Bürgermeister: Ron Nachmann
Webpräsenz:
Ariel (Palästinensische Autonomiegebiete)
Ariel
Ariel

Ariel (hebräisch ‏אריאל‎) ist eine Stadt und israelische Siedlung im Westjordanland. Sie liegt 17 km östlich der Grünen Linie, 42 Kilometer östlich von Tel Aviv, etwa 35 Kilometer westlich des Jordans und 60 Kilometer nordwestlich von Jerusalem. Ende 2010 zählte Ariel 17.700 Einwohner und ist die viertgrößte israelische Siedlung im Westjordanland.[1]

Ariel befindet sich westlich des Sicherheitszauns, rund 17 Kilometer von der Grünen Linie entfernt. Die hierfür 2005 gebaute Ausdehnung des Zauns, der sogenannte "Ariel-Finger" ist 22 Kilometer lang.

Die internationalen Organisationen und die überwiegenden Mehrheit der Staaten erachten die israelischen Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten als illegal gemäß geltendem Völkerrecht (4. Genfer Konvention[2]), Israel bestreitet dies jedoch.[3]

Nach einem Bericht der israelischen Organisation Schalom Achschaw befinden sich 35,1 Prozent des Landes, auf dem die Stadt errichtet wurde, in palästinensischem Privatbesitz.[4][5][6] Laut Israelischem Recht darf auf Land, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet, nicht gebaut werden.[6][7][8] Der Bericht wird von der pro-israelischen US-Lobbyorganisation Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA) kritisiert,[9] die sowohl die Quellen wie auch die Ergebnisse für fragwürdig erachtet.[10]

Name

Der Name Ariel bedeutet wörtlich „Löwe Gottes“ und ist in der hebräischen Bibel eine Umschreibung für Jerusalem und den Tempel von Jerusalem (Jesaja 29,1-8 EU).

Geschichte

Die Siedlung wurde im Jahre 1978 von 40 überwiegend säkularen Familien, unter der Führung des heutigen Bürgermeisters Ron Nachmann, gegründet. In den Anfangsjahren bestand nur ein kleiner Teil der Siedlung aus festen Gebäuden und der überwiegende Teil aus temporären Baracken. Nach und nach wuchs die Stadt vor allem durch Einwanderung an. In den 1990er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerschaft von Ariel, besonders durch den Zuzug von rund 9.000 Neueinwanderern aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.[11] Im Jahr 1998 erfolgte die Erhebung zur Stadt.[12] Sie nennt sich selbst „Hauptstadt von Samarien“.[12][13][14]

In Ariel befindet sich das 1982 gegründete College of Judea and Samaria, ein College mit rund 11.000 Studenten.[15] Im Jahr 2007 hat es sich in Ariel University Center of Samaria umbenannt, wird jedoch in Israel nicht als Universität anerkannt.[16][17][18]

Kontroverse

Im November 2010 eröffnete das Ariel Zentrum für darstellende Kunst, ein Theater, das Produktionen der führenden Häuser des Landes zeigen wird.[19] Im Zuge der Eröffnung kam es zu mehreren Boykottaufrufen.[20] Premierminister Benjamin Netanjahu und verschiedene Kommentatoren bezeichneten dies als "Boykott... gegen Israels Bürger".[21]

Partnerstädte

Ariel unterhält Städtepartnerschaften mit:

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Ariel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Settlements in the West Bank. Foundation for Middle East Peace
  2. Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten. Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 12. August 1949, abgerufen am 10. Mai 20127. 
  3. The Geneva Convention. In: BBC News. 10. Dezember 2009, abgerufen am 10. Mai 2012 (englisch). 
  4. Settlements 'violate Israeli law'. In: BBC. 21. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  5. Rory McCarthy: 39% of Israeli settlements 'on private land'. In: The Guardian. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  6. ab Breaking the Law in the West Bank. Peace Now, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  7. Nadav Shragai: Peace Now: 40 percent of settlements' land is owned by private Palestinians. In: Haaretz. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  8. Nadav Shragai: Blow to settlement movement. In: Haaretz. 21. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  9. Peace Now’s Report on Settlement Land. CAMERA, 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  10. Ashley Rindsberg: Watchdog: Peace Now report on 'stolen' settlement land false, misleading. 22. November 2006, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch). 
  11. Dina Shalti: Ariel: The Capital of Samaria, 30. September 2007, abgerufen am 16. Januar 2009
  12. ab Webseite der Stadt Ariel: Geschichte von Ariel, abgerufen am 16. Januar 2009
  13. Monitoring Israeli Colonizing Activities Project: Israeli Occupation Authorities Transform the so- called "Judea and Samaria College" in Ariel Colony into a University, abgerufen am 16. Januar 2009
  14. Peace Now: Ariel and Ariel Bloc - May 2005, abgerufen am 17. Januar 2009
  15. Students. Website des Ariel University Center of Samaria, abgerufen am 11. Mai 2012. 
  16. Ariel College upgrades itself to 'university' status. Haaretz, 2. August 2007, abgerufen am 23. August 2011
  17. Education Council: We won't recognize degrees awarded by Ariel college. Haaretz, 11. Juni 2008, abgerufen am 23. August 2011
  18. Council for Higher Education: Ariel university status years away The Jerusalem Post, 21. Januar 2010, abgerufen am 23. August 2011
  19. Chaim Levinson: Major theaters raise curtain across Green Line, Haaretz, 25. August 2010
  20. Bühnenkunst als Bürgerpflicht? Israelische Schauspieler protestieren gegen Auftritte in den Siedlungen, NZZ, 25. September 2010
  21. Dan Williams: Israeli actors boycott theatres in settlements, Reuters AlertNet, 29. August 2010
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