| Gigaset AG | |
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| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0005156004 |
| Gründung | 26. Januar 1900 |
| Sitz | München, Deutschland |
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| Mitarbeiter | 1.875 (2011) [1] |
| Umsatz | 520,6 Mio. Euro (2011)[1] |
| Branche | Telekommunikation |
| Website | www.gigaset.com |
Die Gigaset AG ist ein börsennotierter Konzern mit Sitz in München, der Telekommunikationsgeräte herstellt. Das bis Februar 2011 unter dem Namen Arques Industries AG firmierende und als Beteiligungsgesellschaft tätige Unternehmen erzielte 2011 einen Umsatz von 520,6 Millionen Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2011 weltweit 1.875 Mitarbeiter.
Ursprünglich war die Gigaset AG unter dem Namen Arques AG bzw. Arques Industries AG eine Beteiligungsgesellschaft. Sie erwarb marode Unternehmen, um sie unter eigener Regie zu sanieren und aus eigener Kraft zu wettbewerbsfähigen und ertragsstarken Unternehmen zu entwickeln. Das Unternehmen strebte mittelfristige Beteiligungszeiträume von drei bis fünf Jahren an. Darüber hinaus kaufte Gigaset profitable Unternehmen auf, um sie weiter zu fördern und im Markt zu stärken. 2010 beschloss die heutige Gigaset AG das Beteiligungsgeschäft aufzugeben und als neuen Unternehmenszweck die Herstellung und den Vertrieb von Telekommunikationseinrichtungen festzusetzen. Im Zuge dessen wurde die vormalige Arques Industries AG in Gigaset AG umbenannt.
Logo von 2002 bis 2008[2]
Das Unternehmen wurde am 26. Januar 1900 unter dem Namen AG Bad Salzschlirf als Kurmittelbetrieb in Bad Salzschlirf gegründet. Bis zum 1. Februar 2001 operierte das Unternehmen unter diesem Namen. Schließlich wurde ein Insolvenzverfahren (Planverfahren) über das Vermögen der AG Bad Salzschlirf eröffnet.
Am 17. Mai 2002 übernahmen Peter Löw 61 Prozent und Buchanan 22 Prozent der Gesellschaft; damit hatten sie 83 Prozent des Unternehmens unter ihre Kontrolle gebracht. Kurz darauf übernahm Löw den Vorstandsvorsitz. Am 24. Juni 2002 wurde die ehemalige AG Bad Salzschlirf in Arques AG umbenannt; der Unternehmenszweck wurde laut Satzung auf den Erwerb und die Sanierung mittelständischer Unternehmen erweitert. Am 27. August 2002 konnte das Insolvenzverfahren aufgehoben werden.
Am 2. September 2002 erfolgte die Übernahme des Telekommunikationsanbieters Tesion Communicationsnetze Südwest GmbH & Co. KG von der Energie Baden-Württemberg (EnBW), der 60.000 Kunden aufweist und 2001 einen Umsatz von 89,5 Millionen Euro erwirtschaftete.
Am 14. August 2003 wurde die erste Beteiligung erworben, die Schierholz-Translift-Gruppe aus Bremen.
Am 16. Dezember 2003 wurde die Arques AG in Arques Industries AG umbenannt.
Am 24. Juli 2007 wurde bekannt gegeben, dass Arques den IT-Distributor Actebis von der Otto-Gruppe für 110 Millionen Euro erworben hat. Actebis soll die Nummer drei unter den IT-Distributoren Europas sein und beschäftigte zu dem Zeitpunkt zirka 1.300 Mitarbeiter. Diese Transaktion mit einem Umsatzanteil von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr war die bislang größte Übernahme der Arques. Später wurden zusätzlich die Landesgesellschaften von Actebis in Dänemark, Norwegen und Schweden übernommen, die sich noch im Besitz der Otto-Gruppe befanden, womit der Umsatzanteil von Actebis bei Arques auf über 3 Milliarden Euro stieg.
Am 26. September 2007 kündigte die Deutsche Börse an, die Aktie des Unternehmens ab dem 1. Oktober 2007 im MDAX zu führen, aus dem sie jedoch bereits im Juni 2008 aufgrund nicht ausreichender Marktkapitalisierung in den SDAX wechseln musste.[3] Am 22. März 2010 fiel die Aktie auch aus diesem Auswahlindex heraus.[4]
Am 1. Oktober 2008 wurde das Telekommunikationsunternehmen Gigaset als Beteiligung von Siemens für 45 Millionen Euro gekauft; dies führte zu einem erbitterten Streit mit Siemens wegen ausstehender Zahlungen in der bezeichneten Höhe sowie Garantien in Höhe von 15 Millionen Euro. Im Laufe dieses Rechtsstreits erstattete Siemens Anzeige wegen Betrugs, was zu einer Hausdurchsuchung durch die Polizei in den Räumlichkeiten von Arques Industries führte. Der Rechtsstreit endete schließlich mit einem Vergleich. Anfang 2009 wurden mehrere Beteiligungen im Paket an BluO veräußert. BluO ist eine Private-Equity-Fondsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die im Herbst 2008 von den früheren Arques-Vorständen Peter Löw und Martin Vorderwülbecke gegründet wurde. Markus Zöllner, ehemaliges Arques-Vorstandsmitglied, ist ebenfalls bei BluO.
Am 22. Juli 2009 hat die Europäische Kommission mitgeteilt, dass sie im Rahmen kartellrechtlicher Untersuchungen gegen verschiedene europäische Unternehmen des Kalziumkarbidsektors auch gegen die Arques Industries ein Bußgeld verhängt hat.[5]
Im Sommer 2009 verkaufte Arques den ITK-Distributor Actebis an die Droege Capital GmbH für mindestens 40 Millionen Euro.[6]
Am 26. August 2010 kam es während der Hauptversammlung zum Eklat. Peter Löw und einige Aktionäre stürzten den alten Vorstand. Zum 1. September 2010 verließen die alten Vorstandsmitglieder Hans Gisbert Umke und Michael Hütten das Unternehmen[7]; der ehemalige Vorstandsvorsitzende Peter Löw übernahm den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden. Den Vorstandsvorsitz übernahm Maik Brockmann. Im November 2010 wurde von Arques Industries beschlossen, ihr Unternehmensziel zu ändern: Arques wird in Zukunft keine kleineren Unternehmen mehr kaufen und sanieren, sondern bestehende Beteiligungen, wie z. B. van Netten verkaufen und nur noch als Telekommunikationsunternehmen fungieren. Am 20. Dezember 2010 beschloss eine außerordentlichen Hauptversammlung die Umbenennung in Gigaset AG.
Am 4. März 2011 verkündete die Deutsche Börse, die Gigaset AG zum 21. März 2011 in den TecDax aufzunehmen[8].
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