Das legendäre Geschlecht der Atriden – deren Mitglieder auch Tantaliden genannt werden – umfasst Tantalos und seine Nachkommen, darunter insbesondere den König Atreus von Mykene und die aus Homers Ilias bekannten Helden Agamemnon und Menelaos.[1]
Der Fluch der Atriden bezeichnet die Prophezeiung, dass sich in jeder Generation ein Mörder gegen die Sippe wenden und bis zur fünften Generation alle Nachkommen des Tantalos in eine unheilvolle Folge von Gewalt und Verbrechen stürzen würde.
Der Halbgott Tantalos war einst bei den Göttern wegen seiner Klugheit beliebt und wurde zu diesen eingeladen. Er feierte mit ihnen, wurde jedoch schnell übermütig, prahlte und stahl den Göttern Nektar und Ambrosia, welches ihnen Unsterblichkeit verlieh. Bei einer Gegeneinladung setzte Tantalos den Göttern seinen eigenen Sohn Pelops als Mahl vor, um ihre Allwissenheit auf die Probe zu stellen. Die Götter bemerkten den Betrug jedoch, sodass sie Tantalos daraufhin aus ihrer Gemeinschaft in den Tartaros verstießen und ihn und seine Familie verfluchten. Daraus entstand der Tantalidenfluch oder Atridenfluch. So gab es in jeder Generation, die Tantalos nachfolgte, Personen, die ihre eigenen Familienmitglieder ermordeten oder/und von Familienangehörigen aus Rache und Hass getötet wurden.
Bereits in der Antike wurden die Tantalidensagen Stoff für Theaterstücke – so in Aischylos’ Tragödie Orestie. Das Lied der Parzen in Goethes Iphigenie auf Tauris ist ein Beispiel einer neuzeitlichen Bearbeitung des antiken Stoffs.
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