Montag, 28. Mai 2012

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Wirtschaftsauskunftei

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Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Eine Wirtschaftsauskunftei ist ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen zum Zweck der Mitteilung wirtschaftsrelevanter Daten über Privatpersonen und Unternehmen an Geschäftspartner.

Arbeitsweise und Grundsätze

Wirtschaftsauskünfte werden nur an Firmen erteilt, welche diese im Rahmen von Bonitätsprüfungen nutzen. Ein berechtigtes Interesse gemäß Bundesdatenschutzgesetz muss seitens des anfragenden Unternehmens lediglich erklärt werden.

Gründe, die zur Auskunftseinholung berechtigen, sind unter anderem:

  • Geschäftsanbahnungen
  • Forderungseinzüge
  • Alle Arten von Kauf-/Miet-/Leasingsvertragsabschlüssen.

Die Beauskunftung erfolgt unter Berücksichtigung und Einhaltung der strikt geregelten Datenschutzbestimmungen, welche u.a. den Missbrauch von personenbezogenen Daten verhindern sollen.

Entsprechende Datenschutzbeauftragte stehen den Wirtschaftsauskunfteien intern oder extern zur Seite, um beispielsweise Anfragegründe auf ihre Berechtigung hin zu prüfen. Sie überwachen die Einhaltung der Reglementierungen durch das Bundesdatenschutzgesetz und agieren auch als neutrale Sachverständige in Datenschutzfragen und -streitfällen.

Datenquellen

Die Auskunfteien bedienen sich im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Einholung von Auskünften sowohl der Selbstbefragung von Firmen und Personen, als auch amtlicher sowie halbamtlicher Stellen. Allgemein zugängliche Quellen stellen dabei Telefon- und Adressbücher, Veröffentlichungen im Bundesanzeiger und andere Publikationen über Insolvenzen, Vergleiche, Betriebsgründungen sowie öffentliche Register wie Handels- oder Vereinsregister dar. Zusätzlich erfolgt mitunter eine Befragung von Betroffenen, Geschäftspartnern und Nachbarn. Zudem greifen die Auskunfteien auf ein Netzwerk von Datenpools zurück, welche auch die Einspielung von Informationen zur Zahlungsmoral von angeschlossenen Unternehmen beinhalten. Weiterhin besteht eine enge Zusammenarbeit mit Inkassobüros.

Inhalte von Wirtschaftsauskünften

Auskünfte über Unternehmen

  • Kommunikationsdaten Firmierung, Anschrift, Postfach, Ruf- und Telefaxnummern, E-Mail-Adresse und Website
  • Rechtsform Gesellschaftsform, Aktivitätsstatus, Gründungsdaten, Handelsregisterlichen Eintragungsdaten, Anteilseigner, handelnde und haftende Personen des Unternehmens
  • Gegenstand des Unternehmens Branchenschlüssel (gemäß statistischem Bundesamt) langtextliche Wiedergabe des Tätigkeitsbereichs
  • Niederlassungen und Betriebsstätten
  • Beteiligungen der Firma an weiteren Unternehmen
  • Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens Zahlungserfahrungen, Beurteilung der Geschäftsbeziehung, Höchstkreditvorschlag Bewertung der finanziellen Lage anhand von Rankings, bzw. Bonitätsindizes Wiedergabe archivierter "Negativmerkmale" (z.B.: Haftanordnungen, Eidesstattliche Versicherungen, Inkasso-Verfahren etc.)
  • Immobilienbesitz Art der Immobilie, Wert der Immobilie, Besitzverhältnisse
  • Bankverbindungen Angabe des Kreditinstitutes, Angabe der Kontonummern
  • Unternehmens-Kennzahlen Umsätze, Gewinne/Verluste, Eigenkapitalquote, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anzahl der Mitarbeiter, etc.

Auskünfte über Privatpersonen

  • Kommunikationsdaten Name, Vorname, postalische Anschrift, ggf. Zweitwohnsitz, Geburtsdatum, Ruf- und Telefaxnummern, E-Mail-Adresse und Homepage
  • Familienstand
  • Tätigkeit
  • Beurteilung der Finanzlage Zahlungserfahrungen, Beurteilung der Geschäftsverbindung Bewertung der finanziellen Lage anhand von Rankings, bzw. Bonitätsindizes Wiedergabe archivierter "Negativmerkmale"
  • Immobilienbesitz Art der Immobilie, Wert der Immobilie, Besitzverhältnisse (Miete/Eigentum, etc.)
  • Beteiligungen Wert der Beteiligungen, Besitzverhältnisse, (evtl. Pfändungen)
  • Bankverbindungen Angabe des Kreditinstitutes, Angabe der Kontonummern
  • Daten zu laufenden (Giro-)Konten, Krediten, Leasingverträgen, Handyverträgen und weiteren Geschäften

Beispiele

Neben diesen gibt es eine Vielzahl weiterer Auskunfteien, auch solche, die auf regionaler Ebene oder in einem/eines spezifischen Wirtschaftszweig/es tätig sind.

Literatur

  •  Stephan Gärtner: Harte Negativmerkmale auf dem Prüfstand des Datenschutzrechts. Ein Rechtsvergleich zwischen deutschem, englischem und österreichischem Recht. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-5418-4. Link zum Buch
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